Neue Empfehlungen bei schweren Lebererkrankungen
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Ärzte aus Bern entwickelten neue internationale Empfehlungen mit, die dabei helfen, bei schweren Lebererkrankungen Risiken für eine Verschlechterung besser vorherzusagen.
Bern. Bisher stand bei der Therapie für Patienten mit schweren Lebererkrankungen die Frage im Vordergrund, ob eine klinisch bedeutsame portale Hypertonie vorliegt. Nach den neuen Empfehlungen im internationalen Baveno-VIII-Konsensus, den Ärzte aus Bern mitentwickelten, wird der Blick nun stärker auf das individuelle Risiko gerichtet. Zudem wird bei der Risikoeinschätzung mehr auf nichtinvasive Verfahren gesetzt.
Bei bestimmten Patienten können zum Beispiel Messungen der Lebersteifigkeit zusammen mit dem Erfassen der Zahl der Blutplättchen eine klinisch bedeutsame portale Hypertonie mit hoher Sicherheit ausschliessen. Messungen der Milzsteifigkeit und weitere Verfahren zur Risikoberechnung können die Einschätzung ergänzen. Entsprechende Grenzwerte und Kriterien wurden im Baveno-VIII-Konsensus aktualisiert. «Wir wollen möglichst früh erkennen, bei wem die Gefahr einer Dekompensation besonders gross ist», sagt Annalisa Berzigotti vom Berner Inselspital aus dem Team der Ärzte, die an den Empfehlungen mitarbeiteten. «So können wir vorbeugende Behandlungen gezielter einsetzen und unnötige invasive Untersuchungen vermeiden.»
Neben den Empfehlungen zur Risikoeinschätzung beinhaltet der neue Konsensus auch Anleitungen zur Prävention und zur Behandlung von Komplikationen der portalen Hypertonie sowie von Gefässerkrankungen der Leber. (sst)
Quelle: Insel Gruppe – Inselspital, Universitätsspital Bern
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