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Nichtalkoholische Fettlebererkrankung: unterdiagnostiziert und unterschätzt

Hepatologie | Allgemeine Innere Medizin | Endokrinologie & Diabetologie
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Die nichtalkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) ist eng assoziiert mit dem metabolischen Syndrom und mittlerweile die weltweit häufigste Lebererkrankung. Im Krankheitsverlauf kann die NAFLD zu einer Fibroseentwicklung bis hin zur Leberzirrhose führen. Wichtig ist es, Patienten mit einem höheren Risiko für einen progressiven Verlauf oder bereits vorliegender fortgeschrittener Leberfibrose zu identifizieren, um sie weiterführender Diagnostik und Surveillance zuzuführen.

Die NAFLD ist die häufigste Lebererkrankung in der westlichen Welt. In Ländern mit hohem Anteil an Personen mit Übergewicht und Adipositas leiden circa ein Viertel bis ein Drittel der Erwachsenen an einer NAFLD. Mit der steigenden Prävalenz von Übergewicht und damit einhergehenden Erkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2, Dyslipidämie, Hypertonie und obstruktiver Schlafapnoe hat auch die Prävalenz der NAFLD rapide zugenommen. Während beispielsweise in den Vereinigten Staaten 2003 noch 6% der Erwachsenen von einer NAFLD betroffen waren, stieg diese Zahl bis 2011 auf 18% an und liegt aktuell bei knapp 25%.1 In den Risikopopulationen, d.h. bei Patienten mit Übergewicht und Diabetes mellitus Typ 2, liegt die Prävalenz der NAFLD sogar bei über 50%.2 Neben den genannten hauptsächlichen Risikofaktoren können auch ein rapider Gewichtsverlust, eine total parenterale Ernährung, eine Hepatitis-C-Genotyp-3-Infektion, ein Morbus Wilson und bestimmte Medikamente (z.B. Methotrexat) zur Entstehung einer Lebersteatose führen. Darüber hinaus existieren Risikogene, wie PNPLA3 («patatin-like phospholipase domain containing 3»), TM6SF2 («transmembrane 6 superfamily member 2»), HSD17B13 («17-beta hydroxysteroid dehydrogenase 13»), oder MBOAT7 («membrane-bound O-acyltransferase domain-containing 7»), die die Lebersteatose- und Fibroseentwicklung bei einem Teil der NAFLD-Patienten beeinflussen. Bei dem überwiegenden Anteil der NAFLD-Patienten liegt eine reine Lebersteatose vor und bei etwa 15–30% dieser Patienten kann sie zu einer nichtalkoholischen Steatohepatitis (NASH) fortschreiten. Bei einem Teil dieser Patienten kommt es zu einer relevanten Leberfibrose und bis zu 12% der Patienten mit NASH entwickeln in der Folge eine Leberzirrhose.2 Dadurch besteht das Risiko für eine hepatische Dekompensation und die Entwicklung eines hepatozellulären Karzinoms (HCC), was jeweils die Morbidität und Mortalität der Erkrankung deutlich erhöht. Daher ist es wichtig, Patienten mit Risiko für einen progressiven Verlauf bzw. solche mit vorhandener fortgeschrittener Fibrose zu erkennen, um diese frühzeitig zu behandeln und einem HCC-Screening zuzuführen. Die Mortalität von Patienten mit NAFLD wird allerdings im Wesentlichen durch kardiovaskuläre Erkrankungen bestimmt, sodass das kardiovaskuläre Risiko dieser Patienten jährlich überprüft werden sollte (beispielsweise mit dem Risikorechner der Schweizerischen Atherosklerose-Gesellschaft AGLA).

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