Gentherapie bei Hämophilie A erreicht Normwerte

<p class="article-intro">Die Faktor-Substitutionstherapie der Hämophilie stellt eine hohe Belastung für die Patienten dar, insbesondere wegen der häufigen und anspruchsvollen Applikationen, die nötig sind, um einen optimalen Therapieerfolg zu erzielen.</p> <hr /> <p class="article-content"><p>Dennoch werden keine konstanten Faktorspiegel erreicht, wodurch Mikroblutungen immer ein Problem bleiben. Zudem ist die lebenslange Therapie sehr kostenintensiv. Da es sich bei der H&auml;mophilie um eine monogenetische Erkrankung mit eindeutiger Ursache-Wirkungs-Beziehung handelt, besteht die Hoffnung, mit einer Gentherapie die Therapie optimieren zu k&ouml;nnen. Bereits ein kleiner Effekt k&ouml;nne das Outcome f&uuml;r die Patienten dramatisch verbessern, sagte John Pasi beim ISTH-Kongress in Berlin, und h&ouml;here Spiegel w&auml;ren sowieso willkommen. In einer ersten humanen Pilotstudie wurde BMN 270, ein &uuml;ber den Vektor AAV5 (adenoassoziiertes Virus Serotyp 5) eingeschleustes Gen, bei 15 M&auml;nnern mit schwerer H&auml;mophilie A untersucht. Selbst zur &Uuml;berraschung der Pr&uuml;f&auml;rzte, wie Pasi bemerkte, erreichten die Probanden Faktorspiegel, die vergleichbar waren mit denen gesunder Personen (ISTH-Abstr. #LB01.1). In der Phase-I/II-Studie erhielten Patienten mit FVIII-Spiegeln &le;1 IU/dl in 4 Kohorten verschiedene Dosierungen von BMN 270, wobei auf die n&auml;chsth&ouml;here Dosierung eskaliert wurde, wenn bei der Kontrolle nach 3 Wochen der FVIII-Spiegel unter 5 IU/dl lag. Daraus folgte, dass jeweils ein Patient mit 6x 1012vg/kg bzw. 2x 1013vg/kg behandelt wurde sowie 7 Patienten mit 6x1013vg/kg und 6 Patienten mit 4x1013vg/kg. BMN 270 wurde in allen Dosierungen gut toleriert und es wurde keine Inhibitorentwicklung beobachtet. Die h&auml;ufigsten Nebenwirkungen waren ALT-Erh&ouml;hungen, Arthralgien, R&uuml;ckenschmerzen, Fatigue und Kopfschmerzen. Mit einer Dosierung von 6x1013vg/kg wurden &uuml;ber ein Jahr Beobachtung anhaltende durchschnittliche FVIII-Spiegel von 104 % und mediane FVIII-Spiegel von 89 % erreicht (Abb. 1). Unter der 4x1013vg/kg- Dosierung wurden geringere FVIII-Spiegel beobachtet. Es war bei keinem der Patienten eine weitere FVIII-Substitution notwendig. Auch wurde keine spontane Blutung gesehen. In einer Phase-III-Studie sollen nun mit der 6x1013vg/kg-Dosierung normale FVIII-Spiegel bei Patienten mit H&auml;mophilie A erreicht werden.</p> <p><img src="/custom/img/files/files_datafiles_data_Zeitungen_2017_Jatros_Onko_1705_Weblinks_s6_abb1.jpg" alt="" width="1530" height="1069" /></p> <p><span class="link-color"><a class="article-link" href="../fachthemen/8791" data-locked="0">zur&uuml;ck zum Themenschwerpunkt zum ISTH 2017 Congress</a></span></p></p>
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