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«Microbiome: Does it matter?»

Klinische Implikationen der Mikrobiomforschung

Das Mikrobiom des Magen-Darm-Traktes ist ein hochkomplexes Ökosystem. Wenn es aus dem Gleichgewicht gerät, betreffen die Auswirkungen nicht nur den Magen-Darm-Trakt, sondern den gesamten Organismus. Von grosser klinischer Relevanz ist dies vor allem im Zusammenhang mit Antibiotikatherapien, da diese eine der wichtigsten Ursachen für Störungen des Mikrobioms sind. Ein verantwortungsvoller Umgang mit der Verschreibung von Antibiotika hilft somit auch, Schäden am Mikrobiom zu verhindern, die ihrerseits Krankheitsprozesse und andere Therapien negativ beeinflussen können.

Der erwachsene menschliche Körper beherbergt ungefähr 1013 Bakterien, was etwa der Anzahl menschlicher Zellen entspricht.1 Dieses mikrobielle Ökosystem, das allgemein als Mikrobiom bezeichnet wird, setzt sich zusätzlich zu Bakterien auch aus Eukaryoten (Pilze und Protozoen), Viren und Prokaryoten zusammen2 und ist in ein umfassendes Spektrum an physiologischen und pathologischen Prozessen des Menschen involviert. Die 100-fach höhere Gendiversität des Mikrobioms codiert diverse Mechanismen und Stoffwechselkompetenzen, die ihre eigene mikrobielle Nische sowie Wirtshomöostase und Pathologie beeinflussen können.3,4 Die Mehrheit der kommensalen Bakterien besiedelt den Magen-Darm-Trakt (hier primär das Kolon), aber auch andere anatomische Regionen wie Mund, Atemwegs- und Urogenitaltrakt, Haut oder auch Gewebe wie Tumoren werden durch kommensale Bakterien besiedelt. Insgesamt existieren Wirt und Mikrobiom unter physiologischen Bedingungen in einem symbiotischen Gleichgewicht als Metaorganismus, indem der Wirt im Gegenzug für mikrobielle Unterstützung von Verdauungs- und Stoffwechselvorgängen eine nährstoffreiche Umgebung im Gastrointestinaltrakt bereitstellt. Das Mikrobiom als solches synthetisiert zum Beispiel Vitamine und zerlegt die Nahrung in absorbierbare Nährstoffe wie Kohlenhydrate, kurz- und langkettige Fettsäuren oder andere Metabolite, die wiederum dem Mensch für seinen Metabolismus oder die Immunregulation zugutekommen.5

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