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Ist das Alter nur eine Zahl?

Rhythmologie in der Geriatrie: Vorhofflimmern im hohen Lebensalter

Die Prävalenz des Vorhofflimmerns steigt exponentiell mit dem Lebensalter – und damit Morbidität und Mortalität. Paradoxerweise sind gerade jene Patient:innen mit dem höchsten absoluten Risiko in randomisiert-kontrollierten Studien (RCT) am schwächsten vertreten. Wie lässt sich eine leitliniengerechte Therapie begründen, wenn die zentrale Frage – Rhythmuskontrolle oder nicht? – für Hochbetagte kaum beantwortet ist?

Das Lebensalter zählt zu den wichtigsten Risikofaktoren für Herzrhythmusstörungen, insbesondere für Vorhofflimmern (VHF) und Vorhofflattern. Etwa jede:r 8.Patient:in über 80 – rund 12% – ist betroffen. Die weltweite Zahl der über 70-Jährigen hat sich in den vergangenen sieben Jahrzehnten verdoppelt und wird mit weiter steigender Lebenserwartung zunehmen. Damit gewinnt die Frage nach optimalen Therapien für hochbetagte Patient:innen kontinuierlich an Bedeutung. Klinisch ist diese Altersgruppe keineswegs trivial: Patient:innen im Alter ≥75 Jahre mit VHF weisen eine mehr als verdoppelte Gesamtmortalität, ein etwa 2,5-fach erhöhtes Schlaganfallrisiko und ein rund 1,5-fach erhöhtes Risiko für einen Myokardinfarkt auf. Die hohe Ereignislast unterstreicht, dass therapeutische Zurückhaltung allein aufgrund des kalendarischen Alters nicht zu rechtfertigen ist.

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