Die onkologische Wunde

Palliatives Management chronischer Wunden

Maligne Wunden können bedingt sein durch einen primär ulzerierenden Hauttumor wie nicht operable Basalzellkarzinome oder kutane Plattenepithelkarzinome, durch ulzerierende Hautmetastasen oder Exulzerationen solider Organtumoren wie etwa des Mammakarzinoms. Diese erfordern nicht selten eine fast schon kreative Wundversorgung, um die Lebensqualität des Patienten zu erhalten, Schmerzen zu nehmen und die Einschränkungen durch die Wunde zu minimieren.

Im fortgeschrittenen Tumorstadium zeigen sich bei 5–15%1 der Patienten exulzerierende maligne Wunden. Am häufigsten betroffen sind Brust, Hals, Thorax, aber auch die Extremitäten oder der Kopf.2 Daneben können chronische Wunden wie ein Ulcus cruris venosum als Nebenbefund bei einem Patienten in einer Palliativsituation auftreten, es kann zu Tumorzerfall unter einer Therapiemassnahme kommen oder es können postinterventionelle Wundheilungsstörungen eintreten. In diesen Fällen ist jedoch eine Abheilung der Wunde durchaus mit den Methoden des modernen Wundmanagements erreichbar. Deutlich schwieriger ist dagegen der Umgang mit wirklich tumorbedingten, aufgrund der onkologischen Gesamtsituation nicht zur Abheilung zu bringenden malignen Wunden (Abb. 1). Neben zeit- und ressourcenaufwendigen Verbandswechseln und schwierig zu versorgenden Wundverhältnissen bestehen häufig Unsicherheiten in unerfahrenen Behandlungsteams oder Bedenken seitens der Patienten und deren Angehörigen. Die psychosoziale Situation ist in alle therapeutischen Überlegungen mit einzubeziehen und spielt bei der Patientengruppe eine übergeordnete Rolle.3 Dennoch gelten primär die gleichen Therapiegrundsätze wie bei der Versorgung nicht onkologischer Wunden.4 Nach einer korrekten Diagnosefindung und Umsetzung nicht wundbezogener palliativer Massnahmen steht vor der eigentlichen Wundversorgung ein sorgfältiges Wundassessment mit genauer Wundamnamnese und Erfassung der führenden Symptome des Patienten. Alle Befunde und Massnahmen sollten nach den üblichen Expertenstandards auch dokumentiert werden.1

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