Zivilisationskrankheiten rückten stärker in den Fokus
Diabetes, Krebs, Herz-Kreislauf- oder Suchterkrankungen nehmen zu. So will der Bundesrat nun nichtübertragbare Krankheiten und Sucht bekämpfen.
Bern. Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf- oder Suchterkrankungen schränken nicht nur die Lebensqualität ein und verursachen Leid, sondern auch hohe Gesundheitskosten. So gehören Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf- und chronische Atemwegserkrankungen zu den häufigsten vorzeitigen Todesursachen. Daher hat der Bundesrat am Mittwoch in seiner Sitzung die Nationale Strategie Prävention nichtübertragbarer Krankheiten und die Nationale Strategie Sucht bis 2028 verlängert und die Erarbeitung einer Nachfolgelösung in Auftrag gegeben.
Nichtübertragbare Krankheiten (engl. «non-communicable diseases», NCDs) sind bei Männern für rund 50 Prozent und bei Frauen für rund 60 Prozent der Todesfälle vor dem 70. Lebensjahr verantwortlich. Zusammen mit Erkrankungen des Bewegungsapparats und Demenz verursachen sie rund ein Drittel der direkten Gesundheitskosten von knapp 80 Milliarden Franken (Stand 2017). Werden die psychischen Erkrankungen dazugerechnet, belaufen sich die Kosten auf knapp 50 Prozent der direkten Gesundheitskosten. Rund 40 000 Personen sind in der Schweiz wegen einer Suchtproblematik in Behandlung. Dabei handelt es sich jedoch nur um einen Bruchteil der Personen, die an einer Abhängigkeit erkrankt sind – viele betroffene Menschen suchen keine Hilfe, rechnet der Bundesrat vor. Wenig überraschend liesse sich mit einem gesunden Lebensstil rund die Hälfte der nichtübertragbaren Krankheiten verzögern oder vermeiden.
Der Bundesrat will nun die Verhaltens- und Verhältnisprävention weiter stärken, damit mehr Menschen länger gesund bleiben oder auch mit Krankheit eine gute Lebensqualität haben. Dazu wurden drei Schwerpunkte mit der grössten Präventionswirkung definiert und in den Massnahmenplänen für die Jahre 2025 bis 2028 festgehalten: die Stärkung der psychischen Gesundheit, die Prävention von Tabak- und Nikotinkonsum sowie die Prävention von Übergewicht und Adipositas. Parallel zur Umsetzung der Massnahmenpläne wird eine strategische Nachfolgelösung per 2029 erarbeitet. (red)
Quelle: Bundesrat
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