© Smilja Jovanovic iStockphoto

Iron Academy 2019

Welchen Platz hat Eisen bei hämato-onkologischen Erkrankungen?

<p class="article-content"><p>Zahlreiche Faktoren tragen zur An&auml;mie und zum Eisenmangel bei Tumorpatienten bei. Zum einen f&uuml;hrt der Blutverlust (z. B. durch Operationen, gastrointestinale Tumoren), der durch eine disseminierte intravasale Gerinnung akzentuiert werden kann, zum absoluten Eisenmangel.<sup>1</sup> Zum anderen spielen auch die Kachexie und die Malnutrition &auml;tiologisch eine Rolle. Die An&auml;mie kann bei Tumorpatienten neben dem Eisenmangel auch verschiedene andere Ursachen haben, wie z. B. eine Knochenmarkinfiltration durch Tumorzellen, eine myelosuppressive Chemo- oder Radiotherapie, eine begleitende chronische Niereninsuffizienz oder auch einen Vitamin-B12- oder Fols&auml;uremangel.<br /> Zahlreiche Studien belegen, dass bei malignen Erkrankungen ein entz&uuml;ndlicher Zustand vorliegt, bei dem abh&auml;ngig vom Tumorstadium z. B. IL-1&beta;, IL-6 und TNF-&alpha; erh&ouml;ht sind.<sup>2</sup> Das betrifft nicht nur solide Tumoren, wie z. B. Mammakarzinome, Lungenkarzinome, gastrointestinale Tumoren oder das Ovarialkarzinom, sondern auch Lymphome, das multiple Myelom und myeloproliferative Neoplasien. Entz&uuml;ndliche Prozesse f&uuml;hren zur gesteigerten Synthese von Hepcidin in der Leber und zur Bindung von Hepcidin an Ferroportin, ein Membrantransportprotein, das f&uuml;r den Eisenexport aus der Zelle verantwortlich ist (Abb. 1). Dadurch kommt es zur Eisensequestration in der Zelle und die Erythroblasten erhalten &ndash; trotz voller Eisenspeicher &ndash; nicht gen&uuml;gend Eisen, um vom polychromatophilen Erythroblasten zum Erythrozyten ausreifen zu k&ouml;nnen. Daraus resultiert ein funktioneller Eisenmangel (&laquo;functional iron deficiency&raquo;, FID).</p> <p><span style="color: #ff0000;"><em>&laquo;Die typische Konstellation bei funktionellem Eisenmangel ist eine Transferrins&auml;ttigung (TSAT) &lt;&nbsp;20&nbsp; % und ein Serumferritin &gt;&nbsp;100 &mu;g/l.&raquo;<br /> A. R&uuml;fer, Luzern</em></span></p> <p><img src="/custom/img/files/files_datafiles_data_Zeitungen_2019_Leading Opinions Digital_Innere_1901_Weblinks_hamato-onko_abb_1.png" alt="" width="450" height="422" /></p> <p>Betr&auml;gt das Ferritin 30&ndash;100 &mu;g/l und gibt es biochemische oder klinische Hinweise auf eine Entz&uuml;ndung, k&ouml;nnen die Bestimmung des l&ouml;slichen Transferrinrezeptors (sTfR) und die Berechnung des Ferritin-Indexes helfen, eine An&auml;mie bei chronischer Entz&uuml;ndung (&laquo;anemia of chronic disease&raquo;, ACD) von einer Kombination aus ACD und absolutem Eisenmangel zu unterscheiden.<br /> Als Standard zur Abkl&auml;rung des Eisenstatus in der Praxis haben sich Serumferritin (SF) und TSAT etabliert. Das SF repr&auml;sentiert zuverl&auml;ssig das Speichereisen in Knochenmark, Milz und Leber, wobei die Referenzbereiche abh&auml;ngig sind von der Messmethode. F&uuml;r die Berechnung der TSAT wird sowohl das Serumeisen als auch das Serumtransferrin ben&ouml;tigt, dies setzt eine N&uuml;chternbestimmung mit 12 Stunden Nahrungskarenz voraus.<br /> Ein sensitiver, fr&uuml;her Marker f&uuml;r die Diagnose eines funktionellen Eisenmangels ist das Retikulozyten-H&auml;moglobin (je nach Messmethode als CHr oder Ret-He bezeichnet; &lt;&nbsp;28 pg). Ein relativ sp&auml;ter Indikator eines funktionellen Eisenmangels ist der prozentuale Anteil hypochromer Erythrozyten an der Gesamtzahl von Erythrozyten und Retikulozyten (&le;&nbsp;5 %). Die Empfehlungen der ESMO f&uuml;r die Behandlung der An&auml;mie bei Patienten mit soliden Tumoren unter Chemotherapie sind in Abbildung 2 dargestellt.<sup>3</sup></p> <p><img src="/custom/img/files/files_datafiles_data_Zeitungen_2019_Leading Opinions Digital_Innere_1901_Weblinks_hamato-onko_abb_2.png" alt="" width="600" height="505" /></p></p> <p class="article-quelle"><em>Quelle: Referat von Dr. med Alex Rüfer, Abteilung Hämatologie, Kantonsspital Luzern, im Rahmen der Iron Academy, 4. April 2019, Zürich</em></p> <p class="article-footer"> <a class="literatur" data-toggle="collapse" href="#collapseLiteratur" aria-expanded="false" aria-controls="collapseLiteratur" >Literatur</a> <div class="collapse" id="collapseLiteratur"> <p><strong>1</strong> Busti F et al.: Anemia and iron deficiency in cancer patients: role of iron replacement therapy. Pharmaceuticals 2018; 11: pii: E94<br /> <strong>2</strong> Macci&ograve; A et al.: Hemoglobin levels correlate with interleukin-6 levels in patients with advanced untreated epithelial ovarian cancer: role of inflammation in cancer-related anemia. Blood 2005; 106: 362-7<br /> <strong>3</strong> Aapro M et al.; ESMO Guidelines Committee: Management of anaemia and iron deficiency in patients with cancer: ESMO Clinical Practice Guidelines. Ann Oncol 2018; 29(Suppl_4): iv96-110</p> </div> <p><br /><a href="https://www.universimed.com/ch/event/article-iron-academy-highlights-de-2196911">Zurück zum Themenschwerpunkt der Iron-Academy</a></p> </p>

Sie sind bereits registriert?
Loggen Sie sich mit Ihrem Universimed-Benutzerkonto ein:

Login

Sie sind noch nicht registriert?
Registrieren Sie sich jetzt kostenlos auf universimed.com und erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln, bewerten Sie Inhalte und speichern Sie interessante Beiträge in Ihrem persönlichen Bereich zum späteren Lesen. Ihre Registrierung ist für alle Unversimed-Portale gültig. (inkl. allgemeineplus.at & med-Diplom.at)

Registrieren

Back to top