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Iron Academy 2019

Eisenmangel und Eisenmangelanämie: Gibt es einen Konsensus in der Schweiz?

Allgemeine Innere Medizin
<p class="article-content"><p>Eisenmangel und Eisenmangelan&auml;mie sind klinisch relevante Pathologien, die einen grossen Teil der Bev&ouml;lkerung betreffen. Gem&auml;ss einer 2012 publizierten Studie sind 15&nbsp; % der Weltbev&ouml;lkerung von einer Eisenmangelan&auml;mie betroffen.<sup>1</sup> Sie verursachen k&ouml;rperliche und psychosomatische Symptome, welche die Leistungsf&auml;higkeit und die Lebensqualit&auml;t erheblich beeintr&auml;chtigen k&ouml;nnen. Haus&auml;rzte werden h&auml;ufig wegen unspezifischer Symptome aufgrund eines Eisenmangels konsultiert. Zurzeit scheinen jedoch die diagnostischen und die therapeutischen Ans&auml;tze in Bezug auf diese Pathologien f&uuml;r die Allgemeinpraxis ungen&uuml;gend klar definiert zu sein.<br /> In einer aktuellen Schweizer Delphi-Studie wurden deshalb 93 Schweizer Spezialisten aus sechs Fachbereichen (darunter 18 Allgemeininternisten) zur Diagnose und Behandlung von Eisenmangel und Eisenmangelan&auml;mie befragt.<sup>2</sup> Anhand der Ergebnisse wurden potenzielle Strategien f&uuml;r das Management von Eisenmangel in verschiedenen therapeutischen Bereichen formuliert.<br /> Die wichtigsten Schlussfolgerungen in Bezug auf die Diagnosestellung und Behandlung sind:</p> <ul> <li>Das Serumferritin ist der wichtigste Indikator eines Eisenmangels.</li> <li>Der Schwellenwert von 30 &mu;g/l weist die h&ouml;chste Sensitivit&auml;t und Spezifit&auml;t f&uuml;r die Diagnose eines Eisenmangels ohne An&auml;mie auf.</li> <li>Die Aussagekraft des Ferritinwertes kann bei Patienten mit Leberkrankheiten, malignen Erkrankungen oder akuten oder chronischen Entz&uuml;ndungen limitiert sein.</li> <li>Bei Ferritinwerten zwischen 30 und 50 &mu;g/l kann eine Transferrins&auml;ttigung (TSAT) &lt;&nbsp;20&nbsp;% ein Hinweis auf einen Eisenmangel ohne An&auml;mie sein.</li> <li>Die Kombination von Ferritin und TSAT mit anderen Laborparametern &ndash; CRP, MCV, MCHC, l&ouml;slicher Transferrinrezeptor (sTfR) und Ferritin-Index (sTfR/log Ferritin) &ndash; erm&ouml;glicht die beste Beurteilung eines Eisenmangels.</li> <li>Die Eisentherapie wird nicht nur zur Behandlung der Eisenmangelan&auml;mie akzeptiert, sondern auch f&uuml;r die Behandlung des symptomatischen Eisenmangels ohne An&auml;mie.</li> <li>Eisen kann intraven&ouml;s verabreicht werden, wenn die orale Eisentherapie nicht vertragen wird oder nicht wirksam ist.</li> <li>Basierend auf den Fachinformationen von mehreren in der Schweiz verf&uuml;gbaren oralen Eisenpr&auml;paraten, kann eine orale Eisentherapie kann als nicht wirksam beurteilt werden, wenn das H&auml;moglobin unter therapeutischen Eisendosen innert 3 Wochen nicht um mindestens 20&ndash;30 g/l ansteigt.</li> </ul> <p>&nbsp;</p></p> <p class="article-quelle"><em>Quelle: Referat von PD Dr. med. Albina Nowak, Klinik für Endokrinologie, Universitätsspital Zürich, im Rahmen der Iron Academy, 4. April 2019, Zürich</em></p> <p class="article-footer"> <a class="literatur" data-toggle="collapse" href="#collapseLiteratur" aria-expanded="false" aria-controls="collapseLiteratur" >Literatur</a> <div class="collapse" id="collapseLiteratur"> <p><strong>1</strong> Vos T et al.: Years lived with disability (YLDs) for 1160 sequelae of 289 diseases and injuries 1990-2010: a systematic analysis for the Global Burden of Disease Study 2010.Lancet 2012; 380: 2163-96 <br /> <strong>2</strong> Nowak A et al.: The Swiss Dephi Study on iron deficiency aims in elaborating practical recommendations on the diagnosis and treatment of iron deficiency with and without anemia. Submitted to Swiss Med Wkly 2019; in press</p> </div> <p><br /><a href="https://www.universimed.com/ch/event/article-iron-academy-highlights-de-2196911">Zurück zum Themenschwerpunkt der Iron-Academy</a></p> </p>
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