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Das Beste aus der Grundlagenforschung zum Prostatakarzinom
ÖGU Aktuell
Autor:
Univ.-Prof. Dr. Zoran Culig
Experimentelle Urologie<br> Univ.-Klinik für Urologie<br> Medizinische Universität Innsbruck<br> E-Mail: zoran.culig@i-med.ac.at
30
Min. Lesezeit
16.05.2019
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<p class="article-intro">Die Beiträge zum Thema Grundlagenforschung beim Prostatakarzinom wurden überwiegend in Postersitzungen präsentiert. Im folgenden Bericht gibt es eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Poster.</p>
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<p class="article-content"><h2>Regulation über miRNA</h2> <p>Die Komplexität der zellulären Regulation beim Prostatakarzinom wurde am Beispiel der miRNA gezeigt. Wie in zahlreichen Publikationen belegt, wurden mehrere onkogene und Tumor-suppressive miRNA beschrieben. Zurzeit wird die Rolle des Onkogens Myc beim Prostatakarzinom intensiv untersucht. In einem Beitrag der Gruppe von Shawn Lupold (Baltimore) wurde die Rolle von miR-21 als Koregulator der Mycinduzierten Onkogenese bestätigt. Die Gruppe aus Bellinzona hat ihre Arbeit auf Exosom-induzierte miR-424 fokussiert.</p> <h2>Rolle von STAT3</h2> <p>In diesem Jahr wurde Professor Anders Bjartell (Malmö) mit dem Dominique-Chopin- Preis ausgezeichnet. Professor Bjartell hat wesentliche Beiträge über Zytokine beim Prostatakarzinom veröffentlicht. In diesen wissenschaftlichen Arbeiten wurde die Rolle des „signal transducer and activator of transcription“ (STAT) 3 beim Prostatakarzinom genau analysiert. STAT3-Phosphorylierung wurde in Prostatatumoren in mehreren Studien nachgewiesen. Die Etablierung der experimentellen Therapie mit dem Ziel, die Signalwege des Interleukin-6 (STAT3) zu blockieren, ist ein wichtiges Ziel von Anders Bjartell und seiner Gruppe. Er hat sich auch mit der Bedeutung von neuen Tumormarkern im Gewebe, Serum und Urin von Prostatakarzinompatienten beschäftigt. Das bestätigt die Wichtigkeit der translationellen Forschung in der Urologie in Europa.</p> <h2>Neue Tumormodelle</h2> <p>Mehrere Gruppen aus Europa beschäftigen sich intensiv damit, neue Tumormodelle zu entwickeln. Es konnte beim EAUKongress festgestellt werden, dass mehrere solche Modelle („patient-derived xenografts“, PDX) sehr nützlich für Fragestellungen in der urologischen Forschung sind (J. Linxweiler, Homburg/Saar).</p> <h2>Genfusionen, Marker und neue Therapien</h2> <p>In weiteren Arbeiten konnten die Konsequenzen der TMPRSS/ERG-Fusion beim Prostatakarzinom besser erklärt werden (G. Carbone, Bellinzona). Diese Gruppe beschäftigte sich mit der Rolle des Tumorsuppressors ESE3/EHF in Fusion-positiven Tumoren. Es wird ebenfalls nach weiteren Markern gesucht, welche in Fusion-positiven und -negativen Tumoren zusätzliche Informationen über die Prognose liefern können.<br /> Wie bei jedem EAU-Kongress, werden die neuen Ziele für experimentelle Therapie diskutiert. Das ist vor allem deswegen wichtig, weil die Therapie mit neuen Antiandrogenen zu Resistenzen führt. Es wurde in diesem Zusammenhang von Allen Gao und seinen Mitarbeitern gezeigt, dass die Tumoren, welche auf Taxane nicht reagieren, in Regel auch nicht auf Olaparib ansprechen. Der Grund ist eine vermehrte Expression von ABCB1, welches für den Transport des Medikaments aus der Zelle verantwortlich ist. Der Beitrag zeigt, dass es zunehmend wichtig sein wird, die Therapie des Prostatakarzinoms individuell zu gestalten.</p> <h2>Rolle von STAT5</h2> <p>STAT5 wurde als ein weiteres Ziel in der Therapie diskutiert. Es ist seit mehreren Jahren bekannt, dass STAT5 den Androgenrezeptor aktivieren kann. Die Inhibition von STAT5 kann die Sensitivität der Prostatakarzinomzellen gegenüber Enzalutamid erhöhen, wie M. Nevalainen (Milwaukee) und H. Erb (Dresden) gezeigt haben. Diese Beiträge zeigen auch, dass die Enzalutamidresistenzen auf mehreren Mechanismen basieren. Es wurden früher die Mutationen des Androgenrezeptors in Enzalutamid-resistenten Tumoren beschrieben und aktuelle Untersuchungen fokussieren auf neue Onkogene, welche die Enzalutamidsensitivität regulieren.</p></p>
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<p>beim Verfasser</p>
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