AGN-Kongress 2026
Bericht:
Clara Fruhmann, MA
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Alle zwei Jahre veranstaltet die Arbeitsgemeinschaft für Notfallmedizin (AGN) ihren gleichnamigen Kongress. Auch dieses Jahr ging es in 3 Tagen und 21 Sessions, mit 60 Speakern und 40 Workshops einmal quer durch das Beet der Notfallmedizin.
Vom 9. bis 11. April 2026 fanden sich Österreichs notfallmedizinisch Interessierte in der Messe Graz ein, um dem Kongress der AGN bzw. den damit assoziierten Veranstaltungen beizuwohnen. Über 1300 Besucher:innen hatten sich für das notfallmedizinische Event angesagt, das in der Messehalle der steirischen Hauptstadt ausgetragen wurde. Dem eigentlichen Kongress voraus ging ein Workshop zu invasiven Maßnahmen in der Notfallmedizin, der Notärzt:innen die Möglichkeit bot, seltene, aber kritische invasive Maßnahmen an anatomischen Präparaten zu üben. Auch ein Treffen der Jungen Notfallmedizin, bei dem Vernetzung auf Augenhöhe, inspirierende Impulse und praxisnahe Hands-on-Workshops im Fokus standen, fand bereits im Vorfeld statt.
Kongressauftakt
Auf die Eröffnungsrede des amtierenden Präsidenten der AGN, Ass.-Prof. Priv.-Doz. DDr. Bernhard Schwaberger, in der der interprofessionelle und -disziplinäre Charakter des Kongresses betont wurde, folgte eine Podiumsdiskussion zum Thema „Generalisten vs. Spezialisten“. Darin diskutierten Dr. Beatrice Gruber, Dr. Markus Gschanes, Ao. Univ.-Prof. Dr. Harald Herkner, Dr. Mario Krammel, DDr. Erich Schaflinger, Ass.-Prof. Priv.-Doz. DDr. Bernhard Schwaberger und Mag. Dr. Claudia Schwarz neue Strukturen in der Notfallversorgung, Reformen in der Ausbildung sowie den Status quo und die Ausweitung der Telemedizin.
Vortragsgeschehen
Am Freitagmorgen starteten die zahlreichen Kongressteilnehmer:innen schließlich in den eigentlichen Kongressbetrieb. An beiden Tagen wurden parallel in drei Rubriken Sessions zu den Themen „Science und Innovation“, „Pflege und Rettungsdienst“ sowie „Update Notfallmedizin“ präsentiert. Unter den Vortragenden waren neben lokalen Koryphäen wie Assoz. Prof. Priv.-Doz. Dr. Paul Puchwein, Dr. Barbara Hallmann, Priv.-Doz. DDr. Paul Zajic sowie Dr. Nicolaus Eibinger auch zahlreiche internationale Fachbereichsvertreter:innen. Besonders viel Andrang erhielt dadurch die Session „Trauma“ aus der Rubrik „Science und Innovation“ unter dem Vorsitz von Rektorin Assoz. Prof. Priv.-Doz. Dr. Andrea Kurz und Ass. Prof. Priv.-Doz. Dr. Marcel Rigaud. In dieser vollzogen die Vortragenden Dr. Gareth Davis, Douglas, Dr. Harriet Tucker, London, und DDr. Gabriel Honnef, Graz, einen Streifzug durch die prähospitale Traumatologie und präsentierten Näheres zur Pathophysiologie des Traumas, aktuelle Konzepte der prähospitalen Massentransfusion und neue Devices zur Blutungskontrolle am Beispiel des „abdominal aortic and junctional tourniquet“ (AAJT).
Praxis
Begleitet wurde das Vortragsgeschehen von parallel laufenden Workshops, in denen Ärzt:innen, Sanitäter:innen, Pfleger:innen sowie Medizinstudent:innen ihr praktisches Wissen „hands-on“ vertiefen konnten. Thematisch reichten die Praxissessions von Geburt und Geburtshilfe über hämodynamisches Monitoring und Beatmungsformen am Modell bis hin zur Traumaversorgung. Besonders beliebt waren dabei die Notfallsonografie-Workshops, in denen inter- und intradisziplinär Kenntnisse des e-FAST sowie der Echokardiografie erweitert und perfektioniert werden konnten. Auch informeller Austausch wurde durch ein geselliges abendliches Get-together forciert, bei dem die Kongressteilnehmer:innen zwischen Ständen der Industrieausstellung angeregt die Inhalte des Tages Revue passieren lassen konnten.
Der Kongress gipfelte schließlich am späteren Samstagnachmittag nach zahlreichen spannenden Sessions in einer Preisverleihung für die Themen Posterwalk und CPR-Challenge. Letztere feierte heuer Premiere, um das Bewusstsein für eine qualitativ hochwertige CPR zu stärken.
Quelle:
12. Kongress der Arbeitsgemeinschaft für Notfallmedizin, 9.–11. April 2026 in Graz; https://www.agn.at/kongress/sessions/
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