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Behandlung der Schizophrenie

Der Stellenwert der antipsychotischen Depotbehandlung in der forensischen Psychiatrie

Schizophrenie und andere psychotische Störungen sind in der forensischen Psychiatrie aufgrund ihrer potenziellen Assoziation mit gewalttätigem Verhalten von hoher Relevanz. Ziel dieser Arbeit ist es, die Evidenzlage zum Einfluss von Non-Adhärenz und zur Wirksamkeit antipsychotischer Depotpräparate (LAI) auf Gewaltprävention darzustellen sowie die in Österreich verfügbaren Präparate zu beschreiben.

Gewalttätiges Verhalten bei Schizophreniekranken ist ein zentrales Thema der forensischen Psychiatrie. Metaanalysen der letzten Jahrzehnte zeigen, dass das Risiko für Gewalt bei Patient:innen mit Schizophrenie im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung erhöht ist, wobei komorbider Substanzkonsum und Non-Adhärenz die stärksten Einflussfaktoren darstellen.1,2 Metaanalysen zeigen konsistent, dass Schizophrenie mit einem erhöhten Risiko für gewalttätiges Verhalten einhergeht, insbesondere in Kombination mit Substanzkonsum.1,3 Whiting et al.2 fanden eine signifikante Assoziation zwischen Schizophrenie-Spektrum-Störungen und Gewalttaten mit einer Odds-Ratio (OR) von 4,5 bei Männern und 10,2 bei Frauen. Für Tötungsdelikte lag die gepoolte OR bei 17,7. Nielssen und Large4 zeigten, dass das Risiko für Tötungsdelikte während der unbehandelten Erstepisodenpsychose deutlich höher ist und nach Therapiebeginn drastisch abnimmt. Diese Befunde verdeutlichen, dass möglichst frühe und kontinuierliche Behandlung entscheidend ist, um Gewalt vorzubeugen.

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