Fortschritte in der biologischen Psychiatrie

Blick auf aktuelle Therapieoptionen

Auf der diesjährigen Jahrestagung der ÖGPB wurden Real-World-Daten zu Depot-Antipsychotika in der Schizophrenietherapie und Daten zur Behandlung der chronischen Insomnie mit oder ohne psychiatrische Komorbiditäten vorgestellt. Zudem wurde der aktuelle Stand der Behandlung von Migräne und komorbider Depression einem breiten Publikum nähergebracht.

„Patient:innen mit einer Schizophrenie haben eine um 15–20 Jahre verkürzte Lebenserwartung und bis zu 50% der Erkrankten unternehmen in ihrem Leben einen Suizidversuch“, so Dr. Henrik Rohner vom Universitätsklinikum Bonn. Die Behandlung der Schizophrenie wird durch fehlende Krankheitseinsicht, Non-Compliance und häufig durch Substanzmissbrauch erschwert. Somit sind ein interdisziplinäres, partizipatives Netzwerk und eine Langzeitversorgung entscheidend für bessere Prognosen und soziale Teilhabe. Gerade eine frühzeitige Depotgabe des Antipsychotikums Risperidon ISM kann die Adhärenz von Therapiebeginn an fördern und sichern.1–3 Prof. Dr. Christoph U. Correll vom Feinstein-Institut für Medizinforschung in New York, USA, und der Charité Universitätsmedizin Berlin stellte in diesem Zusammenhang die ersten Real-World-Daten zum 1-Monats-Depot Risperidon ISM vor: Die RESHAPE-Studie ist eine nichtinterventionelle prospektive 8-Wochen-Studie an erwachsenen Patient:innen mit diagnostizierter Schizophrenie (n=275), die nach einer akuten Exazerbation in eine psychiatrische Station aufgenommen und anschließend mit Risperidon ISM behandelt wurden. Die Wirksamkeit von Risperidon ISM wurde mittels Veränderungen in der Positiv- und Negativ-Syndrom-Skala (PANSS-6) und Clinical-Global-Impression-Severity-Skala(CGI-S) erfasst. Zudem wurden die Anwendungsmuster in den Krankenhäusern, die soziale Funktionsfähigkeit, die Dauer des Krankenhausaufenthaltes, die patient:innenberichtete Zufriedenheit sowie die Sicherheit und Verträglichkeit in der klinischen Routinepraxis analysiert. Die meisten eingeschlossenen Patient:innen waren männlich (70%) mit einem Durchschnittsalter von 42 Jahren und hatten bereits Vorerfahrung mit Risperidon in anderer Applikationsform (70%). 34% hatten eine Doppeldiagnose von Schizophrenie und starkem Alkoholkonsum und/oder Konsum anderer psychoaktiver Substanzen. 70% der Patient:innen beendeten die Studie. Die Ergebnisse der Studie entsprachen denen aus den Phase-III-Studien, mit einer Verbesserung des CGI-S-Gesamtscores und des PANSS-6-Gesamtscores bereits am achten Tag nach der Injektion.2,4,5

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