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Aktuelle Studiendaten

Häufiger und mehr Mikroplastik in der Lunge bei Bronchialkarzinom

Patient:innen mit Lungenkrebs weisen offenbar häufiger und in größeren Mengen Mikroplastik in der Lunge auf als Personen ohne Tumorerkrankung. Darauf deuten aktuelle Studiendaten mit 100 griechischen Patient:innen hin. Ob Mikroplastik zur Entstehung von Lungenkrebs beiträgt, lässt sich aus den Ergebnissen jedoch nicht ableiten.

Mikroplastik ist mittlerweile nahezu überall in der Umwelt nachweisbar und gelangt auch über die Atemluft in den menschlichen Körper. Welche gesundheitlichen Folgen dies haben könnte, ist bislang allerdings weitgehend ungeklärt. „Mikroplastik ist zu einem unvermeidbaren Bestandteil unserer Umwelt geworden, aber wir wissen noch erstaunlich wenig darüber, was passiert, wenn es in den menschlichen Körper gelangt“, erklärte Studienautor Dr. Ilias Dimeas, Dublin und Larissa. Noch sei unklar, welche Mengen an Mikroplastik normalerweise in der Lunge vorkommen, wie stark die Belastung zwischen einzelnen Menschen variiert und ob die Partikel selbst zur Entstehung von Krankheiten beitragen.

Daten von 100 Patient:innen ausgewertet

Für die Untersuchung analysierten die Forscher Proben von 100 Patient:innen, bei denen aufgrund pulmonaler Beschwerden am griechischen Universitätsklinikum in Larissa eine Bronchoskopie durchgeführt wurde.1 Bei allen Patient:innen wurde im Rahmen der Untersuchung eine Spülprobe aus der Lunge gewonnen, bei der Hälfte zusätzlich eine kleine Gewebeprobe entnommen. Im weiteren Verlauf wurde bei 50 Patient:innen Lungenkrebs diagnostiziert, bei den übrigen 50 nicht.

Insgesamt identifizierten die Forscher 232 Mikroplastikpartikel. Bei 70% der Patient:innen ließ sich Mikroplastik in mindestens einer der untersuchten Proben nachweisen. Wurden Spül- und Gewebeproben gemeinsam betrachtet, war Mikroplastik bei Patient:innen mit Lungenkrebs häufiger nachweisbar. Zudem war ihre Gesamtbelastung höher als bei Patient:innen ohne Lungenkrebs. In den Spülproben fanden sich bei 66% der Lungenkrebspatient:innen Mikroplastikpartikel, verglichen mit 46% der Patient:innen ohne Lungenkrebs.

Polypropylen und Polyethylen waren die häufigsten Partikel

Am häufigsten wurden Polypropylen undPolyethylen nachgewiesen. Beide Kunststoffe kommen in zahlreichen Alltagsprodukten vor, darunter Verpackungen, Textilien und Haushaltsmaterialien. Auffällig war zudem, dass sich die Partikel offenbar nicht gleichmäßig in der Lunge verteilen. Patient:innen mit einer höheren Mikroplastikbelastung in der Spülprobe wiesen tendenziell geringere Mengen im entsprechenden Lungengewebe auf – und umgekehrt. Dies könnte darauf hindeuten, dass verschiedene Bereiche der Lunge Kunststoffpartikel unterschiedlich stark zurückhalten.

Eine Ursache-Wirkungs-Beziehung zwischen Mikroplastik und Lungenkrebs lässt sich aus der Studie nicht ableiten. „Diese Art von Studie sagt uns nicht, warum wir in den Proben von Lungenkrebspatient:innen mehr Mikroplastik gefunden haben“, betonte Dimeas. Denkbar sei, dass Mikroplastik Entzündungen oder andere biologische Prozesse fördert, die zur Entstehung von Erkrankungen wie Krebs beitragen könnten. Ebenso sei jedoch möglich, dass erkrankte Lungen Partikel anders zurückhalten als gesunde. (red)

Presseinformation der ERS vom 2.9.2026

1 Dimeas IE et al.: High respiratory microplastic burden across paired airway and tissue samples in patients with lung cancer. ERS Congress 2026; Präsentation am 6. September 2026, Abstract PA1664

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