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Knochengesundheit im Fokus

Osteoporose bei rheumatischen Erkrankungen

Zu den zahlreichen Komplikationen und Komorbiditäten, die mit unterschiedlichen entzündlich-rheumatischen Erkrankungen einhergehen können, zählt auch die Osteoporose. Diagnostische Wachsamkeit ist geboten, in der Behandlung werden meist osteoanabole Therapien benötigt.

Dass eine Sklerodermie unter anderem zu einer schweren Osteoporose führen kann, erläutert Dr. Edgar Wiebe von der Charité – Universitätsmedizin Berlin am Fall einer 48-jährigen Patientin mit einer im Jahr 2005 diagnostizierten diffus-kutanen systemischen Sklerose. Seit 2009 leidet die Patientin unter einer langsam progredienten interstitiellen Lungenerkrankung und seit 2010 unter Arthritis. Hinzu kommt eine ausgeprägte und mit erheblichem Leidensdruck verbundene Calcinosis cutis, die chirurgische Interventionen erforderlich machte. Im Jahr 2019 trat eine Verschlechterung mit Dysmotilität des Ösophagus, systemischer Inflammation (CRP 64mg/L) und Gewichtsverlust ein. Die Behandlung erfolgte von 2010 bis 2011 mit Cyclophosphamid und Prednisolon, in der Folge mit Azathioprin und niedrig dosiertem Prednisolon. Mit zunehmender Kalzinose wurde die Behandlung schwieriger, zumal das Management der Kalzinose eines der ungelösten Probleme im Umgang mit der systemischen Sklerose darstellt, wie Wiebe betont. Zahlreiche Therapien, darunter JAK-Inhibitoren, wurden versucht. In dieser Situation kam es zu massiven atraumatischen Wirbelfrakturen. Diese kamen insofern überraschend, als ein DXA-Scan eine Osteopenie, jedoch keine ausgeprägte Osteoporose, die die massiven Frakturen erklären hätte können, zeigte. Diese Situation warf auch eine Reihe unbeantwortbarer Fragen auf, so Wiebe, da beispielsweise nicht klar sei, wie sich eine osteoanabole Therapie auf die Kalzinose der Haut auswirke. Man entschied sich für den Sclerostin-Inhibitor Romosozumab, der über ein Jahr gegeben wurde, gefolgt von einer Umstellung auf den RANK-Liganden-Inhibitor Denosumab. Diese Strategie erwies sich als erfolgreich. Es kam zu keinen weiteren Frakturen und zu keiner Verschlechterung der Kalzinose. Die Patientin ist unter Therapie mit Mycophenolat, unterbrochen durch einen Zyklus Cyclophosphamid, weitgehend stabil.

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