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65. Österreichischer HNO-Kongress 2021

Restgehörerhalt bei partieller Cochleaimplantation – chirurgische Aspekte und Langzeitergebnisse

HNO

Beim Vorliegen einer Hochtonschwerhörigkeit oder auch eines partiellen Hörverlustes wird durch den Einsatz kurzer und besonders flexibler Elektroden und strukturschonender Insertionstechniken das Restgehör durch elektrisch-akustische Stimulation (EAS) erhalten. EAS verbindet das Cochleaimplantat mit dem Hörgerät und dientzur Wiederherstellung der hohen Töne und zur Verstärkung der tiefen Töne. Im Rahmen einer Studie untersuchten wird die Langzeitergebnisse (bis zu 58 Monate) mit EAS bei 18 Patienten.

Seit einigen Jahrzehnten zählen Cochleaimplantate (CI) zur Standardbehandlung für Kinder und Erwachsene bei schwerem bis hochgradigem beidseitigem Hörverlust. Mit der Verbesserung der Technologie haben sich auch die Indikationskriterien für eine Cochleaimplantation erweitert, sodass heutzutage auch Patienten mit Restgehör, typischerweise in den tiefen Frequenzen, die nicht von Hörgeräten profitieren können, nun eine Kombination aus elektrischer und akustischer Stimulation (EAS) nutzen können.1 Diese Art von Hörverlust, bei der man hohe Töne nicht mehr bzw. nicht mehr gut hören kann, nennt man Hochtonschwerhörigkeit oder auch partiellen Hörverlust. Der potenzielle Vorteil der EAS-Anwendung, also die Kombination von Hörgerät (HG) und CI, besteht darin, dass tiefe Frequenzen, die für die Sprachwahrnehmung entscheidend sind, durch akustische Stimulation (mittels HG) und höhere Frequenzen durch elektrische Stimulation (mittels CI) verbessert werden. Um eine kombinierte elektrische und akustische Stimulation zu erreichen, wird ein kürzerer Elektrodenträger in die Scala tympani eingeführt, um das akustische Gehör apikal der Spitze des Trägers zu erhalten. Die Erhaltung des Restgehörs hängt davon ab, dass Teile der Cochlea (die mittlere Windung oder der Apex) noch funktionieren, was dadurch erreicht wird, dass die empfindliche Anatomie der Cochlea intakt bleibt, obwohl die Elektrode in die basale Cochleawindung eingeführt wird (Abb. 1).2–8 Die atraumatische Elektrodeneinführung kann durch die Verwendung flexibler und kürzerer Elektroden, die Einführung über das runde Fenster und das langsame und eine somit weitgehend traumalose Insertion der Elektrode erreicht werden. Zusätzlich werden Steroide verwendet, um Entzündungen zu verhindern. Es wurde berichtet, dass Probanden, die mit dieser Technik implantiert wurden, in schwierigen Hörsituationen besser abschneiden.1

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