Tafasitamab und Lenalidomid verbessern Wirksamkeit von R-CHOP
Bericht: Dr. Ine Schmale
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Mehr als 40% der Patient:innen mit diffusem großzelligem Hochrisiko-B-Zell-Lymphom werden mit R-CHOP in der ersten Therapielinie nicht geheilt. In der globalen Phase-III-Studie frontMIND wurde mit zusätzlichem Tafasitamab und Lenalidomid eine signifikant verbesserte Wirksamkeit erreicht.
Tafasitamab ist ein Fc-modifizierter, CD19-gerichteter monoklonaler Antikörper, der synergistisch mit Lenalidomid bei hämatologischen Erkrankungen wirkt. In der randomisierten Phase-III-Studie frontMIND wurde die Kombination von Tafasitamab, Lenalidomid und dem R-CHOP-Regime (Tafa-Len-R-CHOP) bei unbehandelten Patient:innen mit aggressiven B-Zell-Lymphomen und hoch-intermediärem oder hohem Risiko gegen R-CHOP placebokontrolliert untersucht. 83,0% (experimenteller Arm) bzw. 84,5% (Kontrollarm) der insgesamt 899 randomisierten Patient:innen komplettierten die geplanten 6 Zyklen (q3w) der Studienmedikation, 71,2% versus 67,2% waren zum Zeitpunkt der präsentierten Auswertung weiterhin in der Studie.
Bezüglich des primären Studienendpunkts, des progressionsfreien Überlebens (PFS), wurden mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 35,2 Monaten 3-Jahres-Raten von 67,3% mit Tafa-Len-R-CHOP versus 60,7% mit dem R-CHOP-Regime berichtet. Das Risiko für einen Krankheitsprogress wurde mit der zusätzlichen Gabe von Tafasitamab und Lenalidomid um 25% signifikant reduziert (HR: 0,75; 95% CI: 0,59–0,96; p=0,0194). Für das ereignisfreie Überleben (EFS) betrugen die 3-Jahres-Raten 61,2% versus 54,8% (HR:0,79; 95% CI: 0,64–0,97; p=0,0260). Das Gesamtüberleben (OS) zeigte im Trend einen Vorteil von Tafasitamab und Lenalidomid (HR: 0,85; 95% CI: 0,63–1,14; p=0,2703). Nach 2 Jahren lebten 84,1% der Patient:innen im Tafa-Len-R-CHOP-Arm versus 80,5% im R-CHOP-Arm, nach 3 Jahren waren es 81,1% versus 77,8%.
Bei 80,4% versus 76,1% der Patient:innen wurde ein Ansprechen (ORR) beobachtet, eine PET-negative Komplettremission erreichten 65,2% der Patient:innen in beiden Studienarmen. Mit der Tafa-Len-R-CHOP-Kombination war das Ansprechen tiefer als im Kontrollarm. Bei 336 (Tafa-Len-R-CHOP) bzw. 349 (R-CHOP) der Patient:innen wurde bei Therapiebeginn und -ende auf minimale Resterkrankung (MRD) getestet und 304 bzw. 315 Proben konnten ausgewertet werden. MRD-Negativität wurde bei 81,3% versus 66,7% der Patient:innen beobachtet, ein Unterschied von absolut 14,6%.
Therapieassoziierte Nebenwirkungen Grad ≥3 traten bei 86,7% versus 76,1% und klinisch relevante Nebenwirkungen bei 50,1% versus 38,9% der Patient:innen unter Tafa-Len-R-CHOP bzw. R-CHOP auf. Zu therapieassoziierten fatalen Ereignissen kam es bei 5,9% versus 3,8% der Patient:innen – der Unterschied war bedingt durch höhere Covid-19- und Sepsisraten. Es brachen 5,2% versus 5,4% der Patient:innen die Therapie mit Tafa-Len-R-CHOP bzw. R-CHOP ab. Die Applikation von R-CHOP wurde durch die zusätzliche Gabe von Tafasitamab plus Lenalidomid nicht beeinflusst.
Fazit
Mit Tafasitamab plus Lenalidomid zum R-CHOP-Regime wurde das PFS signifikant verlängert und tiefere Remissionen erreicht. Die R-CHOP-Applikation wurde durch die zusätzliche Gabe nicht beeinflusst. Die Ergebnisse der frontMIND-Studie bestätigen Tafa-Len-R-CHOP als einen neuen Standard der Erstlinientherapie bei Patient:innen mit Hochrisiko-DLBCL oder hochgradigen B-Zell-Lymphomen.
Quelle:
Lenz G et al.: Tafasitamab plus lenalidomide and R-CHOP for patients with previously untreated diffuse large B-cell lymphoma: results from the phase 3 frontMIND study. EHA 2026; Abstr. #S101
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