Tafasitamab wirksam bei Patient:innen mit multiplen Risikofaktoren
Bericht: Dr. Ine Schmale
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Mit einer Post-hoc-Analyse der Phase-III-Studie inMIND wurden die Vorteile für den Einsatz von zusätzlichem Tafasitamab zu Lenalidomid plus Rituximab beim follikulären Lymphom für bisher nicht angeführte Subgruppen bestätigt. Die Kombination ist eine Standard-Therapieoption im rezidivierten Setting.
Der CD19-gerichtete monoklonale Antikörper Tafasitamab ist für die Therapie des follikulären Lymphoms (FL) in Kombination mit Lenalidomid und Rituximab bei Erwachsenen nach mindestens einer systemischen Therapielinie indiziert. Die Zulassung basiert auf den Ergebnissen der Phase-III-Studie inMIND, in der die Überlegenheit für das progressionsfreie Überleben (PFS) als primären Endpunkt gezeigt wurde (Sehn LH et al.: Lancet 2026; 407: 133-46). Der Therapienutzen wurde für untersuchte Subgruppen mit schlechter Prognose, z.B. aufgrund von Refraktärität gegenüber vorangegangener CD20-gerichteter Therapie oder einem Krankheitsprogress innerhalb von 24 Monaten ab initialer Diagnose, gezeigt. In einer Post-hoc-Analyse wurden nun weitere Subgruppenuntersuchungen bezüglich diverser Hochrisikofaktoren durchgeführt.
Mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 14,1 Monaten für das PFS bei der gesamten FL-Studienpopulation wurde der Vorteil von Tafasitamab gegenüber Placebo, beide in Kombination mit Lenalidomid und Rituximab, für alle analysierten Hochrisikosubgruppen für alle Wirksamkeitsendpunkte gezeigt. Untersucht wurden Patient:innen mit Chemoimmuntherapierefraktärität, „bulky disease“, FLIPI Score 3–5, POD24-positiver Erkrankung, erhöhtem LDH-Wert >ULN sowie Vorhandensein von ≥3 Hochrisikofaktoren. Die Hazard-Ratio für alle diese Subgruppen mit schlechter Prognose bezüglich des PFS bei Behandlung mit versus ohne Tafasitamab lag zwischen 0,36 und 0,46. Alle Wirksamkeitsendpunkte waren gleichzeitig auch für Patient:innen mit niedrigem Risiko verbessert.
Fazit
Die beim EHA-Kongress präsentierte Post-hoc-Analyse der inMIND-Studie bestätigt den Nutzen der zusätzlichen Tafasitamab-Gabe zu Lenalidomid und Rituximab beim rezidivierten oder refraktären follikulären Lymphom auch für Patient:innen mit multiplen Hochrisikofaktoren.
Quelle:
Scholz CW et al.: Phase 3 inMIND study of tafasitamab plus lenalidomide and rituximab for relapsed or refractory follicular lymphoma: Outcomes in patients with or without high-risk factors. EHA 2026; Abstr. #PS2048
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