Stellenwert der Bridging-Therapie ist nicht zu vernachlässigen
Bericht: Dr. Ine Schmale
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Eine niedrige Tumorlast vor CAR-T-Zell-Therapie geht mit verbesserter Prognose einher verglichen mit hoher Tumorlast. In der FELIX-Studie wurde Obecabtagene autoleucel bei der akuten lymphatischen B-Zell-Leukämie (B-ALL) geprüft. Eine Post-hoc-Analyse ging auf Details zur Bridging-Therapie ein.
Zur Untersuchung des Stellenwerts der Bridging-Therapie vor einer CAR-T-Zell-Therapie wurden zum Zeitpunkt des Screenings und bei Lymphodepletion das Vorliegen einer morphologischen Komplettremission (<5% Blasten im Knochenmark) gemessen. Von 127 Patient:innen zeigten 10,0% eine morphologische Komplettremission vor und nach der Bridging-Therapie, 20,5% die Remission nur nach der Bridging-Therapie, 7,1% vor, aber nicht nach der Bridging-Therapie und 64,6% weder vor noch nach der Bridging-Therapie. Die Patientencharakteristik für diese 4 Gruppen zeigte eine Assoziation der Refraktärität gegenüber der letzten Therapielinie mit dem Nichterreichen der morphologischen Komplettremission. Bei Patient:innen mit vorangegangener Stammzelltransplantation wurde häufiger eine komplette Remission vor und/oder nach der Bridging-Therapie beobachtet.
Insgesamt erhielten 92,9% der Patient:innen eine Bridging-Therapie. Patient:innen mit Komplettremission zurzeit des Screenings, die keine Bridging-Therapie erhielten, hatten häufiger zurzeit der Depletion keine Komplettremission im Vergleich zu Patient:innen mit Bridging-Therapie. Für Patient:innen ohne Komplettremission zurzeit des Screenings wurde mit einer Bridging-Chemotherapie weniger häufig eine Komplettremission zurzeit der Lymphodepletion erreicht im Vergleich mit anderen Therapien. Mit der Bridging-Therapie wurde bei mehr als 45% der Patient:innen mit morphologischer Komplettremission zurzeit des Screenings und/oder der Lymphodepletion eine anhaltende Remission ohne Salvage-Therapie oder Stammzelltransplantation beobachtet.
Der therapeutische Nutzen der Obe-cel-Therapie wurde unabhängig vom Remissionsstatus vor oder nach dem Bridging bestätigt. Mit morphologischer Remission zu irgendeinem Zeitpunkt vor der Behandlung wurden allerdings bessere Therapieerfolge erzielt. Bei Patient:innen in morphologischer Komplettremission zurzeit der Lymphodepletion wurden weder Zytokinfreisetzungssyndrom (CRS) noch Immuneffektorzell-assoziierte Neurotoxizitätssyndrome (ICANS) Grad ≥3 berichtet.
Fazit
Die Bridging-Therapie verbesserte den Therapieerfolg der CAR T-Zell-Therapie bei Patient:innen mit hoher Krankheitslast, wobei mit neueren Therapiestrategien bessere Ergebnisse erzielt wurden als mit Standard-Chemotherapien. Die Bridging-Therapie könnte auch eine wichtige Rolle bei der Beibehaltung einer niedrigen Tumorlast bis zur Lymphodepletion spielen.
Quelle:
Roddie C et al.: Improving efficacy and safety outcomes in patients with relapsed/refractory B-cell acute lymphoblastic leukemia in morphologic remission treated with obecabtagene autoleucel. EHA 2026; Abstr. #S113
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