Head-to-Head-Studie zeigt vergleichbares OS unter Gilteritinib versus Midostaurin
Bericht: Dr. Ine Schmale
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Ungefähr 30% der Betroffenen mit neu diagnostizierter akuter myeloischer Leukämie (AML) weisen FLT3-Mutationen auf. Gilteritinib, ein hochselektiver FLT3-Inhibitor, ist Standard der FLT3-mutierten AML im rezidivierten Setting. Bei neu diagnostizierten Erkrankten wurde er gegen Midostaurin geprüft.
Die offene, multizentrische, randomisierte Phase-III-Studie HOVON156/AMLSG28-18/PASHA untersuchte bei Erwachsenen mit neu diagnostizierter AML die Erstlinientherapie mit Gilteritinib versus Midostaurin. Nach einer Induktionstherapie mit 2 Zyklen Cytarabin plus Daunorubicin (7+3) und Gilteritinib oder Midostaurin erfolgte die Konsolidierung mit IDAC (intermediär-dosiertes Cytarabin) oder ME (Mitoxantron, Etoposid) mit jeweils Gilteritinib oder Midostaurin oder autologer oder allogener Stammzelltransplantation. Die Erhaltungstherapie bestand aus Gilteritinib oder Midostaurin für die Dauer von bis zu einem Jahr. Als primärer Endpunkt wurde das Gesamtüberleben (OS) gewählt.
Die insgesamt 768 eingeschlossenen Patient:innen waren median 59 Jahre alt. Das zytogenetische Risiko laut ELN-2017-Kriterien war niedrig bei 34,9%, intermediär bei 37,1% und hoch bei 27,7% der Patient:innen. 65% versus 71% der Patient:innen im Gilteritinib- bzw. Midostaurin-Arm begannen die Konsolidierungsphase, 58% versus 53% die Erhaltungsphase. 38% der Patient:innen im Gilteritinib- versus 26% im Midostaurin-Arm komplettierten die Erhaltungstherapie.
Der primäre Endpunkt der Studie wurde nicht erreicht. Mit einer Hazard-Ratio von 1,02 (95% CI: 0,81–1,28; p=0,864) und einer 48-Monats-OS-Rate von 59% versus 60% war das OS in beiden Studienarmen vergleichbar. Die Rate an Komplettremissionen nach der Induktionsphase lag bei 83,3% versus 78,9%. Beim ereignisfreien Überleben (EFS) zeigte sich ein numerischer Vorteil für Gilteritinib (HR: 0,83; 95% CI: 0,68–1,02; p=0,052). An Ereignissen traten Therapieversagen in 19,0% versus 15,1%, ein Krankheitsrückfall bei 16,9% versus 29,9% und Tod bei 11,2% versus 9,9% der Fälle auf. Das rezidivfreie Überleben (RFS) war mit 35,6% versus 47,8% ebenfalls vorteilhafter mit Gilteritinib (HR: 0,68; 95% CI: 0,54–0,88; p=0,003).
In einer Post-hoc-Analyse zum vergleichbaren OS-Ergebnis wurde festgestellt, dass die Hälfte der Patient:innen des Midostaurin-Arms Gilteritinib als Salvage-Therapie erhalten hatten. Eine allogene Stammzelltransplantation als Salvage-Therapie erhielten 22% der Patient:innen im Gilteritinib- versus 34% im Midostaurin-Arm.
Bezüglich der Sicherheit wurden klinisch relevante Nebenwirkungen bei 68,2% unter Gilteritinib versus 59,4% der Patient:innen unter Midostaurin beobachtet. Die 30-Tage-Mortalität betrug 5,5% versus 3,1%, die 60-Tage-Mortalität 8,9% versus 6,0%. Die hämatologische Erholung (ANC >1,0) war mit median 33 versus 28 Tagen nach dem ersten Induktionszyklus und median 30 versus 28 Tagen nach dem zweiten Induktionszyklus mit Gilteritinib im Vergleich zu Midostaurin verzögert.
Fazit
Der primäre Endpunkt, eine Verlängerung des OS mit Gilteritinib versus Midostaurin, wurde nicht erreicht. Allerdings erhielt ein großer Anteil der Patient:innen im Midostaurin-Arm Gilteritinib und/oder eine allogene Stammzelltransplantation als Salvage-Therapie. Bezüglich des EFS und des RFS wurde ein numerischer Vorteil für Gilteritinib beobachtet.
Quelle:
Raaijmakers MGHP et al.: Gilteritinib versus midostaurin in patients with newly diagnosed FLT3-mutated acute myeloid leukemia eligible for intensive therapy: results from the phase 3 HOVON156/AMLSG28-18/PASHA trial. EHA 2026; Abstr. #LB5005
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