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Zum Weltschlaftag am 13. März

Wer gut schläft, lebt länger

Bei weniger als 7 Stunden Schlaf erhöht sich u.a. das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. „Wer gut schläft, lebt länger“ lautet daher das Motto der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Schlafmedizin (ÖGSM 2026), die am 10. und 11. April 2026 in Villach stattfindet. Ein zentrales Thema: obstruktive Schlafapnoe.

Aber wann spricht man von gutem Schlaf? Kurz gesagt: Die Schlafdauer sollte ausreichend sein und der Schlaf frei von Störungen/Erkrankungen. Fakt ist: Wer regelmäßig weniger als 7 Stunden schläft, hat ein deutlich erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen sowie an diesen zu sterben (UK-Studie mit >90000 Personen)1.

Schlafapnoe ist häufig

Eine der häufigsten Erkrankungen im Schlaf ist die obstruktive Schlafapnoe (OSA). Diese verursacht Atemaussetzer, Sauerstoffabfall und Mikroaufwach-Reaktionen, die Entzündungen fördern und das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen, nichtalkoholische Fettleber, Augenerkrankungen und Schwangerschaftskomplikationen steigern. Die Behandlung, vor allem mittels „Continouos positive airway pressure“(CPAP)-Therapie, reduziert diese Risiken, während neue Ansätze wie Gewichtsmanagement und gezielte Medikamente aufgrund zunehmender Endotypisierung erprobt werden. Das Management der OSA ist auch der Schwerpunkt der 34. Jahrestagung der ÖGSM im April (Programm und Anmeldung: https://schlafmedizin.at/de/jahrestagung/ ).

Schlaf und neurodegenerative Erkrankungen

Das Team um OÄ Dr. Ambra Stefanie, PhD, Universität Innsbruck, konnte zeigen, dass Veränderungen im Schlaf mehr als 5 Jahre vor der Entwicklung einer neurodegenerativen Erkrankung (wie Demenz oder Parkinsonerkrankung) vorhanden sind.2 Vermutlich können Interventionen, die den Schlaf verbessern, das Risiko für eine Neurodegeneration verringern.

Schlafstörungen gelten als 24-Stunden-Erkrankung

Anfang 2022 wurde von der Weltgesundheitsorganisation die ICD-11 (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 11. Revision) verabschiedet, sie wird in den nächsten Jahren die aktuell noch gültige ICD-10 ablösen. Die neue Struktur der ICD-11 beinhaltet nicht nur ein eigenes Kapitel über Schlafstörungen (bisher wurden diese den einzelnen medizinischen Fachdisziplinen zugeordnet: z.B. pulmologische, psychiatrische Schlafstörungen usw.), sondern definiert den gestörten Schlaf nun explizit als Schlaf-wach-Störung. Damit wird die Sichtweise auf den Schlaf radikal geändert und bei der Diagnose und Behandlung von Schlafproblemen müssen auch die Beeinträchtigungen am Tage (als Folge des gestörten Schlafs) mitberücksichtigt werden.

Luzides Träumen: häufiger während der Covid-Pandemie

Luzides Träumen bedeutet, dass man im Traum weiß, dass man träumt, teilweise auch mit der Fähigkeit, den Traum aktiv zu steuern. Ob diese Handlungsfähigkeit zwingend dazugehört, ist jedoch umstritten. Eine österreichische Studie untersuchte daher, wie luzide Träume mit und ohne Handlungsfähigkeit mit Schlaf, mentalem Wohlbefinden und Covid-19 zusammenhängen. Während der Pandemie hatte etwa jede dritte Person regelmäßig luzide Träume, etwa halb so viele konnten sie auch beeinflussen. Luzide Träume ohne Handlungsfähigkeit zeigten positive Zusammenhänge mit Alter, Traumerinnerung, Albträumen und Angst. Luzide Träume mit Handlungsfähigkeit zeigten negative Zusammenhänge mit Angstsymptomen und weiblichem Geschlecht, aber positive Zusammenhänge mit Traumerinnerung, Albträumen, Schlaflosigkeit, dem Ausagieren von Träumen, Reden, Sprechen und Singen im Schlaf, PTBS-Symptomen sowie Long Covid.3(red)

Mitteilung der Österreichischen Gesellschaft für Schlafmedizin (ÖGSM), Institut für Traum- und Bewusstseinsforschung, vom 27. Februar 2026

1 Zhou et al.: Associations of accelerometer-measured sleep duration with incident cardiovascular disease and cardiovascular mortality. Sleep 2024. 47(11): zsae157 2 Ibrahim A et al.: Sleep features and long-term incident neurodegeneration: a polysomnographic study. Sleep 2024; 47(3): zsad304 3 Ableidinger S et al.: Lucid dreaming: not just awareness, but agency. J Sleep Res 2025; e70181

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