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Eine Hitzefolge oder steckt mehr dahinter?

Geschwollene Beine bei warmen Temperaturen – worauf besonders zu achten ist

Bei hohen Temperaturen sind viele von schweren, müden oder geschwollenen Beinen betroffen. Diese Symptome können aber auch ein Hinweis auf lebensgefährliche Erkrankungen sein.

Nicht nur die Haut übernimmt eine wichtige Funktion bei der Temperaturregulation des Körpers, sondern auch die oberflächlichen Blutgefäße unterstützen dabei. Bei Hitze erweitern sich diese, damit mehr Blut in die Haut gelangt und Wärme abgegeben werden kann; bei Kälte ziehen sie sich zusammen, um die Wärme im Körperinneren zu halten. Parallel dazu nimmt die Elastizität der Gefäßwände ab, wodurch Flüssigkeit leichter ins Interstitium gelangt. Bei einem überlasteten Lymphsystem können bei hohen Temperaturen daher als Folge Schweregefühl, Müdigkeit und Ödeme der Beine auftreten. Bei Menschen mit bereits bestehenden Venenerkrankungen können die Schwellungen vor allem an den Gelenken sehr stark ausgeprägt sein und auch schmerzhaft sein.

Die effektivsten Prophylaxemaßnahmen

Zur Vorbeugung und Linderung sind einfache, effektive Maßnahmen empfohlen: Regelmäßige Bewegung, kurze Spaziergänge oder wiederholtes Wippen von den Fersen auf die Zehenspitzen unterstützen den Rücktransport des Blutes. Hilfreich sind auch das Hochlagern der Beine, ausreichend Wasser oder ungesüßten Tee zu trinken sowie kalte Wassergüsse, um die Gefäße zusammenzuziehen, wobei die Beine von den Füßen in Richtung Herz abgeduscht werden sollten.

Für Menschen mit bestehender Venenerkrankung ist es wichtig, verordnete Kompressionsstrümpfe auch bei hohen Temperaturen zu tragen. Moderne Sommer-Kompressionsstrümpfe gibt es auch in leichteren, atmungsaktiven Materialien. Hilfreich ist auch, wenn man eine kleine Sprühflasche mit Wasser bei sich führt und die Strümpfe direkt am Bein befeuchtet. Am Morgen können die Kompressionsstrümpfe vor dem Anziehen auch für 5 bis 10 Minuten in den Kühlschrank oder kurz ins Gefrierfach, am besten in einem Plastikbeutel verpackt. Das hat zwei positive Effekte: ein erfrischendes Gefühl beim Anziehen und verengte Gefäße gleich zu Tagesbeginn.

Warnsignal: einseitige Beinschwellung

Tritt die Schwellung nur an einem Bein auf, ist dies ein Warnsignal für eine mögliche Beinvenenthrombose. Diese muss schnell gefäßmedizinisch abgeklärt werden. Besonders gefährlich wird es, wenn zusätzlich Dyspnoe, Thoraxschmerzen oder Tachykardie auftreten – diese Symptome sind ein Anzeichen für eine mögliche Lungenembolie. Diese erfordert eine sofortige notfallmedizinische Versorgung. Weitere Warnzeichen sind einseitige Schmerzen, Rötung oder Überwärmung des Beines. Ein auffallend kaltes, blasses oder taubes Bein mit Bewegungseinschränkung kann auf eine akute arterielle Ischämie hindeuten und stellt ebenfalls einen Notfall dar, der sofort ärztlich abgeklärt werden muss.

Persistierende Beinödeme

Persistierende beidseitige Beinschwellungen sollten ebenfalls differenzialdiagnostisch abgeklärt werden. Hier kommen kardiale oder renale Erkrankungen als Ursache infrage, wenn die Beschwerden unabhängig von hohen Temperaturen bestehen oder rezidivierend auftreten.

Eine primär hausärztliche Abklärung von sommerlichen Beinschwellungen mit einer sorgfältigen Anamnese und klinischen Untersuchung, die differenzialdiagnostisch eingeordnet werden sollten, ist somit wichtig. Zuvor erwähnte Tipps zur konservativen Behandlung können für Betroffene hilfreich sein, Warnzeichen einer tiefen Venenthrombose, einer akuten arteriellen Durchblutungsstörung oder systemischer Erkrankungen dürfen jedoch nicht übersehen werden. (red)

Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG)

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