Bei kardiovaskulärer Vorerkrankung Kalzium mit Vitamin D kombinieren
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Eine große Kohortenstudie liefert Hinweise darauf, dass die Kalziumsupplementation das Risiko für kardiovaskuläre Rezidive beeinflussen könnte und zeigt überraschende Unterschiede zwischen den Geschlechtern auf.
Hintergrund
Die kardiovaskuläre Sicherheit von Kalziumpräparaten bei Personen mit schweren kardiovaskulären Erkrankungen (CVD) ist nach wie vor unklar. In dieser Studie wurde der Zusammenhang zwischen der Einnahme von Kalziumpräparaten und dem Risiko für ein erneutes Auftreten von CVD bei Patienten mit nachgewiesener CVD untersucht.
Studiendesign
In Hongkong wurde eine retrospektive Kohortenstudie anhand des Clinical Data Analysis and Reporting System (CDARS) an Personen im Alter von ≥40 Jahren durchgeführt, bei denen zwischen dem 1.Jänner 2006 und dem 31. Dezember 2015 erstmals eine CVD diagnostiziert wurde. Die Untersuchungsgruppe bestand aus Patienten mit CVD, denen von ihrem Arzt Kalziumpräparate verschrieben wurden, während die Kontrollgruppe aus Personen bestand, denen zwischen dem 1. Jänner 2005 und dem 31. Dezember 2020 niemals Kalziumpräparate verschrieben wurden. Es wurden Propensity-Score-Matching und Cox-Proportional-Hazard-Modelle angewendet, um Unterschiede in der Baseline auszugleichen und die Hazard-Ratios (HR) für das Wiederauftreten von CVD zu schätzen.
Resultate
Die gematchte Kohorte umfasste in jeder Gruppe 17720 Patient:innen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine Kalziumsupplementation war assoziiert mit einem erhöhten Risiko für das Wiederauftreten unerwünschter kardiovaskulärer Ereignisse (HR: 1,10 [95% CI: 1,07–1,14]) sowie für kardiovaskulär bedingte Krankenhausaufenthalte oder Notfallaufnahmen (HR: 1,16 [95% CI: 1,13–1,20]). Ein wesentlicher Unterschied zeigte sich darin, ob Kalzium allein supplementiert wurde oder ob eine gleichzeitige Supplementation mit Vitamin D erfolgte. Eine reine Kalziumsupplementierung war mit einem höheren Risiko für ein Wiederauftreten von CVD verbunden (HR: 1,21 [95% CI: 1,17–1,25]). In Kombination mit Vitamin D lag die HR bei 0,97 (95% CI: 0,93–1,01). Interessant war zudem ein ausgeprägterer Zusammenhang mit dem Geschlecht. Bei Männern war das Risiko für ein CVD-Rezidiv mit einer HR von 1,15 (95% CI: 1,09–1,20) stärker ausgeprägt als bei Frauen mit einer HR von 1,07 (95% CI: 1,03–1,11).
Schlussfolgerungen und klinische Implikationen
Die Autoren schließen aus den Daten, dass bei Patient:innen mit schweren kardiovaskulären Erkrankungen die Einnahme von Kalziumpräparaten mit einem erhöhten Risiko für ein Wiederauftreten kardiovaskulärer Erkrankungen verbunden ist, insbesondere bei der alleinigen Einnahme von Kalzium und bei Männern.
Bei der Verschreibung oder Anwendung von Kalziumpräparaten bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist also Vorsicht geboten, da möglicherweise ein höheres Rezidivrisiko besteht. Die kombinierte Anwendung von Kalzium- und Vitamin-D-Präparaten wirft möglicherweise weniger Bedenken auf. Wichtig zu erwähnen ist, dass die Studie eine Assoziation aufzeigt, aufgrund des Studiendesigns jedoch kein kausaler Zusammenhang daraus abgeleitet werden kann. Wesentliche Limitationen bestehen darin, dass es sich um eine chinesische Kohorte handelte. Außerdem konnten OTC-Produkte, die die Kohortenteilnehmer möglicherweise verwendet haben, nicht berücksichtigt werden. Die Frage an Patienten, ob sie selbst Supplemente einnehmen, ist daher ein wichtiger Teil der Anamnese. (red)
Literatur:
1 Zhang X et al.: Association between calcium supplementation and recurrence of cardiovascular events in patients with cardiovascular disease: a population-based cohort study. J Am Heart Assoc 2026; 15: e047455
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