Neue Radioaktivitätsmessstation auf dem Jungfraujoch
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Die Messungen in der neuen Station über 3400 Meter Höhe dienen vorrangig dazu, radioaktive Wolken aus dem Ausland rasch zu entdecken.
Bern. Seit Kurzem befinden sich auf dem Jungfraujoch in den Schweizer Alpen gleich zwei Objekte, die mit dem Superlativ «höchstgelegene» beschrieben werden. Dort, in 3454 Meter Höhe, steht mit der Bergstation der Jungfraubahn nicht mehr nur die höchstgelegene Bahnstation Europas, sondern nun auch Europas höchstgelegene Messstation für Radioaktivität.
Mit dieser Messstation hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG), das damit beauftragt ist, die Radioaktivität in der Umwelt zu überwachen, bestehende Messstationen in tiefer gelegenen Standorten in der Schweiz ergänzt. Letztere lösen eher bei einem radiologischen Ereignis in der Schweiz Alarm aus. Die neue Station dient vorrangig dazu, eine radioaktive Wolke, die nach einem nuklearen Ereignis im Ausland in die Schweiz gelangt, schnell zu entdecken und einzustufen. Sollte erhöhte Radioaktivität gemessen werden, erfolgt eine direkte Meldung an die Nationale Alarmzentrale (NAZ).
Dies sei angesichts der zunehmenden geopolitischen Spannungen ein wichtiger Beitrag zur nationalen Sicherheit, heisst es in einer Aussendung des BAG zur Einweihung der neuen Station. Sie erfolgte durch Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider.
Die neue Messstation im UNESCO-Welterbe Jungfrau Aletsch gehört zu einem europäischen Messnetzwerk, das 50 ähnliche, hochempfindliche Stationen umfasst. Sie misst die Radioaktivität in Echtzeit, während Luftproben gesammelt werden, und ersetzt bisherige Messflüge einer Flugzeugflotte, die 2027 ausser Betrieb genommen wird. Mit den Anschaffungskosten von 450 000 Franken und jährlichen Betriebskosten von rund 30 000 Franken ist die Station billiger, als neue Flugzeuge oder Drohnen für Messflüge umzurüsten. (sst)
Service: Faktenblatt BAG
Quelle: Bundesamt für Gesundheit (BAG)
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