© polleninformation.at

Was derzeit in der Luft liegt

Gräserpollen, Sommerschnee und Schwefelregen

Mit dem Start der Gräserpollensaison beginnt für viele Allergiker:innen die intensivste Zeit des Jahres. Gleichzeitig sorgen aktuelle Naturphänomene wie Pappelwatte und „Schwefelregen“ immer wieder für Verunsicherung – der Österreichische Polleninformationsdienst ordnet die aktuelle Lage ein.

Ein kurzer Rückblick: Die Wetterbedingungen im April sorgten dafür, dass die Birkenblüte in den Niederungen ihr Potenzial größtenteils ausschöpfen konnte. In den höheren Lagen blüht die Birke zwar noch immer, allerdings werden keine Spitzenbelastungen mehr erwartet.

In der zweiten Aprilhälfte setzte die Platanenblüte ein, erreichte schnell ihren Höhepunkt und ist nun bereits am Abblühen. Da die Platane ein beliebter Park- und Alleebaum ist, liegt der Schwerpunkt der Belastung durch Platanenpollen in Siedlungsgebieten. Besonders für Personen, die im mediterranen Raum aufgewachsen sind, ist dieser Baum von Interesse, da Platanen rund um das Mittelmeer natürlich vorkommen und die Bevölkerung dort eine höhere Sensibilisierungsrate aufweist.

Worauf sich Allergiker:innen in den kommenden Wochen einstellen müssen

Bei den weißen Flocken in der Luft handelt es sich um Pappelwatte, die auch als „Pappelschnee“ oder „Sommerschnee“ bekannt ist. Dabei handelt es sich um die Samen sowie die Samenhaare der Pappel und nicht um Pollen. Von der Pappelwatte gehen demnach keine Belastungen für Allergiker:innen aus. Dennoch erreichen uns sehr häufig Meldungen über Beschwerden, die angeblich durch die Pappelwatte verursacht wurden. Da die Pappelwatte aber meist zu Beginn der Gräserpollensaison fliegt, sind die Beschwerden in der Regel auf den Gräserpollenflug zurückzuführen.

Genau dieser Gräserpollenflug wird in den kommenden Monaten das Pollenspektrum dominieren. Denn im Gegensatz zur Blüte der Bäume (Erle, Birke, Platane), die nur kurz andauert, erstreckt sich die Gräserpollensaison von Ende April bis in den September hinein. Das liegt daran, dass in Österreich knapp 70 Gattungen bzw. fast 250 Arten dieser Familie vorkommen, die nicht alle zum selben Zeitpunkt zu blühen beginnen.

Anhand ihrer Blütezeit kann die Gräsersaison grob in drei Phasen eingeteilt werden: die Phase der frühblühenden Gräser, die Hauptblüte und die Phase der spätblühenden Gräser. Da diese Gräserarten unterschiedliche Allergene enthalten, kommt es bei Allergiker:innen zu individuellen Reaktionsmustern. So reagieren manche intensiver auf die frühblühenden Arten, andere eher auf die spätblühenden und wieder andere aufgrund von Kreuzreaktionen während der gesamten Saison.

Anders als bei der Birkensaison gehen wir aktuell von einer Gräsersaison mit durchschnittlichen bis leicht unterdurchschnittlichen Pollenmengen aus. Dies ist auf die geringen Niederschlagsmengen im April zurückzuführen. Sollte es im Mai doch zu mehr Regen kommen, kann sich das positiv auf die Pollenmenge auswirken, die im weiteren Saisonverlauf freigesetzt wird.

Woher kommt der gelbliche Staubfilm?

Neben dem Beginn der Gräsersaison und der Pappelwatte zeigt sich Anfang Mai ein weiteres Phänomen: Auf Autodächern und Fensterbrettern lagert sich ein gelblicher Staubfilm in großem Stil ab. Dabei handelt es sich um Pollen von Nadelbäumen wie Fichten, Kiefern und Tannen. Aus allergologischer Sicht sind diese auch als „Schwefelregen“ bekannten Ablagerungen jedoch kaum relevant. Da dieser Pollen jedoch in hohen Konzentrationen in der Umgebungsluft vorkommt, kann er zu einer mechanischen Reizung der Augenbindehaut und der Atemwege führen.

Was ist außerdem in der Luft?

Obwohl die Birkenblüte bereits weitgehend abgeschlossen ist, können die aktuell noch blühenden Buchen und Eichen bei vielen Menschen Kreuzreaktionen auslösen. Auch die Manna-Esche ist aktuell in Blüte. Ihr Pollen kann, wie der der Gemeinen Esche, bei Personen, die auf Ölbaumgewächse sensibilisiert sind, zu Belastungen führen. Allerdings ist diese auffällig weiß blühende Eschenart insektenbestäubt und produziert weniger Pollen als die Gemeine Esche. Das direkte Umfeld dieser Bäume sollte von Betroffenen dennoch gemieden werden.

Detaillierte Informationen über die App

Für detailliertere Informationen zum Pollenflug in Österreich konsultieren Sie gerne die kostenlosen Services des Österreichischen Polleninformationsdienstes. Entweder über polleninformation.at oder die Pollen+ App (verfügbar für Android und iOS).

Back to top