Rheumatoide Arthritis: Biomarker aus Synoviabiopsie

„Neuland in der Rheumatologie“

Im Gegensatz zu vielen Krebserkrankungen gibt es für die rheumatoide Arthritis noch keine Biomarker, anhand derer man die Therapie individuell anpassen kann. Eine internationale Forschergruppe hat jetzt versucht, mithilfe von Synoviabiopsien eine stratifizierte Therapie vorzunehmen, wobei der primäre Endpunkt – Besserung im ACR20 nach 16 Wochen bei den B-Zell-armen Patienten – nicht erreicht wurde.1 Warum es so schwierig ist, personalisierte Behandlungen anhand von Biomarkern zu finden, erklärt Dr. Klemm aus Bad Nauheim.

P. Klemm: Einen stratifizierten bis individuellen Therapieansatz halte ich für absolut wünschenswert. Den „Tatort“ der Gelenkentzündung im Sinne einer Synoviabiopsie zu untersuchen ist einleuchtend, aber – wie in dieser Studie sichtbar – im untersuchten Ansatz noch nicht weit genug entwickelt. Ein Hype ist es sicherlich nicht, sondern ein logischer und benötigter Weg, um ein „unmet need“ zu lösen. Es fehlen bisher prädiktive Biomarker für die Wahl der Behandlung. Da wir deshalb nicht zuverlässig vorhersagen können, wie Patienten auf bestimmte Medikamente ansprechen, basiert die derzeitige RA-Behandlung auf „trial and error“. Dies wollte die Studie richtigerweise ändern – und scheiterte dabei. Die Ergebnisse spiegeln die Arbeit derselben Forschergruppe aus dem Jahr 2021 wider, der R4RA-Studie.2 Dort wendeten die Forscher einen ähnlichen histologischen Ansatz wie in der aktuellen Studie an, um das Ansprechen der Patienten auf Tocilizumab oder Rituximab zu vergleichen. Der alleinige Marker „B-Zell-arm“ reichte aber nicht aus, um ein Therapieansprechen auf Tocilizumab oder Rituximab vorherzusagen. R4RA2 wie auch STRAP und STRAP-EU1 bestätigen aus meiner Sicht, dass die reine Histologie nicht der richtige Weg ist, um zu verstehen, was im Gewebe vor sich geht oder um Therapievorhersagen zu treffen. Der rein dichotome Histologieansatz – B-Zell-reich versus B-Zell-arm – scheint ungenügend. Eine Kombination mit verschiedenen „-omics“-Ansätzen wie auch RNA-Analysen mit gegebenenfalls auch räumlicher Aufteilung könnte jedoch der Weg sein, um das Synovialgewebe als Eintrittskarte in die rheumatologische Präzisionsmedizin zu benutzen.

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