Neue Daten vom ESC belegen Wirksamkeit von Acoramidis bei ATTR-CM
Bericht: Reno Barth
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Im Rahmen des ESC-Kongresses wurden neue Daten zu Acoramidis präsentiert, die zeigen, dass das Medikament den Gesundheitszustand und die Lebensqualität von Menschen mit ATTR-CM über alle Subgruppen verbessert.
Die Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie, kurz ATTR-CM, ist eine ATTR-Amyloidose, bei der die kardiale Beteiligung im Vordergrund steht. Bei dieser Erkrankung liegt eine Ablagerung von abnormen Transthyretin-Varianten im Herzen vor, die zu einer Kardiomyopathie führt. Man unterscheidet zwischen einer hereditären ATTR-CM (ATTRv-CM) und einer altersassoziiert auftretenden Wildtyp-ATTR-CM (ATTRwt-CM). ATTR-CM ist mit zunehmender Verschlechterung des Gesundheitszustandes und abnehmender Lebensqualität („health-related quality of life“; HRQoL) assoziiert. Im Management der Erkrankung werden selektive Stabilisatoren des tetrameren Transthyretins eingesetzt, die die Herzfunktion verbessern und die Progression der Erkrankung verlangsamen können. Auch unter Therapie bleibt die Erkrankung jedoch progredient.
In der Phase-3-Studie ATTRibute-CM reduzierte Acoramidis die Sterblichkeit und kardiovaskulär bedingte Krankenhausaufenthalte und verlangsamte im Vergleich zu Placebo die Verschlechterung des Gesundheitsstatus im Zusammenhang mit Herzinsuffizienz.1 Diese wird gemessen mit dem Kansas City Cardiomyopathy Questionnaire (KCCQ). Der Fragebogen umfasst 23 Fragen, die sieben Bereiche abdecken, darunter die Häufigkeit und Schwere der Herzinsuffizienzsymptome, Einschränkungen der körperlichen und sozialen Funktionen sowie die Auswirkungen der Herzinsuffizienz auf die Lebensqualität. Die Auswirkungen von Acoramidis auf einzelne KCCQ-Bereiche, insbesondere in den Subgruppen ATTRwt-CM und ATTRv-CM, sind jedoch noch nicht vollständig charakterisiert. Eine entsprechende Analyse wurde nun im Rahmen des ESC 2026 vorgestellt.2
Im Vergleich zu Placebo: besserer Gesundheitszustand
Die nun präsentierten Wirksamkeitsanalysen in ATTRibute-CM wurden in der modifizierten „Intention to treat“-Population durchgeführt.2 Der KCCQ wurde zu Beginn, nach sechs, neun und 12 Monaten sowie anschließend alle sechs Monate bis Monat 30 abgefragt.
Von den 611 Teilnehmer:innen in der modifizierten „Intention to treat“-Population hatten 59 ATTRv-CM und 552 ATTRwt-CM. Zu Beginn waren die KCCQ-Werte über die Genotypen und Behandlungsgruppen hinweg vergleichbar. Im Einklang mit der Gesamtpopulation verlangsamte Acoramidis den Rückgang sowohl des KCCQ-OS- als auch der Bereichswerte bei Teilnehmern mit ATTRwt-CM und ATTRv-CM. In fast allen KCCQ-Bereichen wurde bei mit Acoramidis behandelten Teilnehmern mit ATTRwt-CM und ATTRv-CM im Vergleich zu Placebo eine numerische Verbesserung beobachtet, wobei die ausgeprägteste Verbesserung im Bereich der Selbstwirksamkeit zu verzeichnen war.
In ATTRibute-CM zeigte Acoramidis im Vergleich zu Placebo auch einen statistisch aussagekräftigen Effekt auf den EQ-5D-5L-Index und den EQ-VAS-Score als Instrumente zur Messung der Lebensqualität. EQ-5D-5L ist ein Gesundheitsfragebogen, der durch ein standardisiertes, präferenzbasiertes Verfahren den Gesundheitszustand erhebt. EQ VAS quantifiziert die Selbsteinschätzung des Gesundheitszustandes auf der Visual-Analogue-Skala. Unklar war bislang, ob im Hinblick auf diese beiden Endpunkte Unterschiede zwischen ATTRwt-CM und ATTRv-CM bestehen.
Bessere Lebensqualität durch alle Subgruppen
In einer Post-hoc-Analyse, deren Ergebnisse im Rahmen des ESC 2026 präsentiert wurden, gingen die Autor:innen der Frage nach, ob sich die Wirkung von Acoramidis auf die HRQoL zwischen Teilnehmer:innen mit ATTRwt-CM und ATTRv-CM unterschied.3
Der EQ-5D-5L-Index und die EQ-VAS-Werte (bei beiden bedeuten höhere Werte eine bessere Gesundheit) wurden zu Beginn, nach sechs, neun und 12 Monaten sowie anschließend alle sechs Monate bis Monat 30 bewertet. In der nun vorliegenden Arbeit wurden die mittleren Veränderungen (LSM) vom Ausgangswert bis Monat 30 im EQ-5D-5L-Index und in den EQ VAS-Werten mithilfe eines gemischten Modells für wiederholte Messungen in den Subgruppen ATTRwt-CM und ATTRv-CM analysiert. Zu Beginn waren die EQ-5D-5L- und EQ-VAS-Werte über die Genotypen und Behandlungsgruppen hinweg vergleichbar. In beiden Armen verschlechterte sich die Lebensqualität über die 30-monatige Beobachtungszeit – unter Therapie mit Acoramidis jedoch in geringerem Ausmaß. Die Behandlung mit Acoramidis führte damit sowohl bei ATTRwt-CM als auch bei ATTRv-CM im Vergleich zu Placebo zu signifikanten und klinisch relevanten Verbesserungen der gesundheitsbezogenen Lebensqualität. Die Unterschiede gegenüber Placebo waren bei Teilnehmern mit ATTRv-CM numerisch größer.
Fazit
In der Phase-3-Studie ATTRibute-CM1 reduzierte der selektive Transthyretin-Stabilisator Acoramidis in einer Population mit Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie (ATTR-CM) die Sterblichkeit und kardiovaskulär bedingte Krankenhausaufenthalte. Darüber hinaus verlangsamte Acoramidis im Vergleich zu Placebo die Verschlechterung des Gesundheitsstatus im Zusammenhang mit Herzinsuffizienz und verbesserte die Lebensqualität. Aktuelle Analysen zeigen, dass dies sowohl auf Wildtyp- als auch auf hereditärer ATTR-CM zutrifft.
Quelle:
ESC 2026, Postersession „New insights into cardiac amyloidosis“ am 30. August 2026 in München
Literatur:
1 Alexander KM et al.: Efficacy of acoramidis in wild-type and variant transthyretin amyloid cardiomyopathy: results from ATTRibute-CM and its open-label extension. JAMA Cardiol 2026; 11(1): 57-67 2 Sarswat N et al.: Improvement of health status with acoramidis in patients with wild-type and variant transthyretin amyloid cardiomyopathy: KCCQ domains analysis from the ATTRibute-CM study. Presented at ESC 2026 3 Joyce E et al.: Acoramidis improves health-related quality of life in wild-type and variant transthyretin amyloid cardiomyopathy: an EQ-5D-5L subgroup analysis from ATTRibute-CM. Presented at ESC 2026
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