„Broken-Heart-Syndrom“ einfacher diagnostizieren
Ein internationales Forscherteam hat ein neues Verfahren entwickelt, mit dem sich das Takotsubo-Syndrom („Broken-Heart-Syndrom“) einfacher als bisher von einem Herzinfarkt unterscheiden lässt. Die Daten dazu wurden aktuell am ESC-Kongress in München vorgestellt.
Beim als „Broken-Heart-Syndrom“ bekannten, selten auftretenden Takotsubo-Syndrom kommt es zu einer plötzlich auftretenden Funktionsstörung des Herzens. Betroffen sind überwiegend Frauen nach der Menopause; häufig geht der Erkrankung eine außergewöhnliche psychische oder körperliche Belastung voraus und die Symptome ähneln einem Herzinfarkt: Brustschmerzen, Veränderungen im EKG und erhöhte kardiale Marker. „Vermutlich ist das Syndrom daher bisher jedoch unterdiagnostiziert“, erklärt Prof. Dr. Christian Templin, Universitätsmedizin Greifswald. In der Konsequenz muss bei den Betroffenen zur Diagnose zumeist eine invasive Herzkatheteruntersuchung durchgeführt werden. „Wir haben nun jedoch einen Biomarker-Score entwickelt, der in 90% der Fälle eine zutreffende Diagnose vorab liefert“, so Templin. „Daraus ergibt sich, dass die Unterscheidung zwischen Broken-Heart-Syndrom und Herzinfarkt schneller und zielführender erfolgen kann.“ Der neue Score ermögliche eine frühzeitige Einschätzung und könne dazu beitragen, weitere Untersuchungen gezielter zu planen. Die Studie wurde am 31. August am Europäischen Kardiologiekongress (ESC) in München vorgestellt und zeitgleich im renommierten European Heart Journal veröffentlicht.1,2 An der Studie mitbeteiligt war Ass. Prof. Priv.-Doz. Dr. Maria Anna Smolle von der Medizinischen Universität Graz.
Validierung mit rund 1800 Patient:innen
Der Score berücksichtigt neben dem Geschlecht verschiedene Biomarker im Blut.Mithilfe künstlicher Intelligenz identifizierten die Forschenden die aussagekräftigste Kombination dieser Marker und entwickelten daraus eine diagnostische Entscheidungshilfe. In einer unabhängigen Validierung mit knapp 1800 weiteren Patient:innen konnte das Verfahren das Takotsubo-Syndrom mit hoher Genauigkeit erkennen.
Im Rahmen des InterTAK-Projekts entstand eine Biobank an der Universitätsmedizin Greifswald, wo weiter am Syndrom geforscht wird, um die Krankheit mit ihren Abläufen genauer zu ergründen. „Der neue Score ermöglicht eine frühzeitige Einschätzung und kann dazu beitragen, die weiteren Untersuchungen gezielter zu planen. Das ist ein gutes Beispiel für das Potenzial von KI im Gesundheitssystem.“ (red)
Quelle:
Pressemitteilung der Universität Greifswald vom 2.9.2026
Literatur:
1 Schweiger V: Biomarkers for early diagnosis of Takotsubo syndrome: a model development and validation study. ESC Congress 2026, 31.8.2026 2 Wenzl FA et al.: Takotsubo syndrome diagnosis: the biomarker-based BioTAK score. Eur Heart J 2026; doi: 10.1093/eurheartj/ehag597
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