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Die Abteilungen stellen sich vor

Österreichs HNO-Abteilungen: Teil 6

In dieser ersten Ausgabe des Jahres stellen sich nun all diejenigen österreichischen HNO-Abteilungen vor, die Sie im vergangenen Jahr vermisst haben. Lesen Sie über deren Spezialgebiete und vor allem auch über Ansprechpartner:innen für die niedergelassenen Kolleg:innen.

Oberösterreich

Abteilung für HNO, Kopf- und Halschirurgie am Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern
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Abb. 1: Das Team der HNO-Abteilung des Ordensklinikums Linz mit OA Dr. Strobl und Univ.-Prof. Dr. Burian (hinten Mitte)

Die HNO-Abteilung im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Linz wurde vor 111 Jahren gegründet, sie zählt damit zu den ältesten HNO-Einheiten in Österreich. War der Fokus anfangs auf kindliche und notfallmäßige HNO-Versorgung gerichtet, entwickelte sich durch die Eröffnung einer Strahlenabteilung in den 60er-Jahren des vorigen Jahrhunderts neben einem rhinologischen und otologischen vor allem ein onkologischer Schwerpunkt.

Heute beschäftigt die HNO-Abteilung am Ordensklinikum Linz rund 100 Mitarbeiter: Das Ärzteteam umfasst 11 Fachärzte (inkl. einer Phoniaterin), 7 Assistenzärzte, einen Stationsarzt sowie mehrere Turnusärzte. Neben 8 Logopädinnen und zahlreichen Pflegekräften (u.a. mit Schwerpunktausbildung Cancer Nurse) runden 2 Studienassistentinnen und etliche Verwaltungsmitarbeiter das Team ab. Gemeinsam mit langjährigen Kooperationspartnern erfolgen pro Jahr rund 25000 ambulante Patientenkontakte, 4500 stationäre Aufnahmen und 3000 Operationen. Circa 50 stationäre Betten und 8 Untersuchungseinheiten stehen zur Verfügung, täglich werden 2–4 Operationssäle tagesklinisch und stationär bespielt. 2011 übernahm Univ.-Prof. Dr. Martin Burian von seinem Vorgänger Primarius Dr. Josef Meindl die Abteilung. Mit April 2026 übernimmt der langjährige Tumorzentrumsleiter Dr. Andreas F. Strobl das Primariat. Stellvertretende Abteilungsleiter sind OA Dr. Maximilian Hartl und OA Dr. Wolfgang Schneidinger.

Die Abteilung bietet das gesamte diagnostische und therapeutische Spektrum der Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde sowie der Kopf-Hals-Chirurgie an. Dabei spannt sich der Bogen von der Grund- und Notfallversorgung bis hin zur Therapie komplexer HNO-Erkrankungen, wobei das konfessionelle Umfeld des Ordensklinikums eine ganzheitliche, individuelle und menschliche Patientenbegleitung begünstigt. Eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Fachabteilungen und niedergelassenen Kollegen wird gefördert, gelebt und ist Voraussetzung, um eine optimale lokale, regionale und überregionale Patientenversorgung in Oberösterreich und den angrenzenden Bundesländern zu gewährleisten. Modernste Technik und die enge Verflechtung von klinischer Praxis, angewandter Forschung und Lehre machen die Abteilung zu einem kompetenten Ansprechpartner für Patienten, aber auch zu einem bedeutenden Standort für Wissenschaft und Lehre.

Eine eigene Studienabteilung beschäftigt sich mit der Durchführung internationaler und nationaler klinischer Zulassungsstudien. Das Studienzentrum der HNO-Abteilung ist mit zwei Studienkoordinatorinnen besetzt, die eigenständig für die Abwicklung der internationalen, Pharma-gesponserten Studien verantwortlich sind. Seit 2013 konnte an den meisten „practice changing“ Head-and-Neck-Studien teilgenommen werden.

Unterstützung erhalten auch Studenten vornehmlich der Johannes-Kepler-Universität bei der Erstellung von Masterarbeiten. Summer-School-Angebote ermöglichen Einblicke in den HNO-Alltag. Regelmäßige Vorträge und Kurse verfolgen das Ziel, einerseits bei jungen Kollegen die Begeisterung für unser Fach zu wecken und andererseits den Austausch mit Kollegen aus anderen Kliniken und aus dem niedergelassenen Bereich zu pflegen.

Eine besondere klinische Kompetenz wird auf den Gebieten der Onkologie, der Nasennebenhöhlen- und Orbitachirurgie, der Ohrchirurgie, der Schlafmedizin sowie der Phoniatrie geboten.

2014 wurde die Abteilung als österreichweit erste Einheit als Kopf-Hals-Tumorzentrum nach DKG-Richtlinien zertifiziert. Dies garantiert seither Behandlungen von Mundhöhlen-, Rachen-, Kehlkopf-, Nasennebenhöhlen- und Speicheldrüsenmalignomen nach den aktuellen Qualitätsstandards. Das zukünftige Zentrumsleiterteam bilden OA Dr. Matthias Stadler und OA Dr. Werner Habicher. Um die 150 Primärfälle werden jährlich multimodal und ganzheitlich in interdisziplinärer Zusammenarbeit therapiert. Jahrelange Erfahrungen, ein breites Feld an Kooperationspartnern unter einem Dach sowie die Gesamtabwicklung von Therapie und Nachbetreuung auf der HNO-Abteilung ermöglichen sehr gute Ergebnisse im internationalen Vergleich. Am chirurgischen Sektor werden dabei die minimalinvasiven transnasalen und transoralen Zugänge mit Roboter (TORS) oder CO2-Laser (TLM) favorisiert, generell wird das gesamte Spektrum an Resektionen und Rekonstruktionen angeboten. Ebenso werden auch die Bestrahlungsmodi und Systemtherapieschemata stets dem letzten wissenschaftlichen Stand angeglichen. Das Behandlungsspektrum schließt die Möglichkeit der Brachytherapie und der Elektrochemotherapie mit ein.

Auf dem Gebiet der Rhinologie und Allergologie liegt unter der Leitung von OA Dr. Martin Bruch und OÄ Priv.-Doz. Dr. Annette Runge der konservative Schwerpunkt auf der Teilnahme an Studien zur weiteren Etablierung der Therapie mit Biologika. Besondere chirurgische Expertise besteht bei funktionell-ästhetischen Eingriffen (zum Beispiel geschlossenen und offenen Septorhinoplastiken) sowie bei der navigationsgestützten endoskopischen Chirurgie der Nasennebenhöhlen-, Orbita- und vorderen Schädelbasis.

Eine langjährige Säule der Abteilung ist auch das Kompetenzfeld Otologie, Neurootologie und pädiatrische HNO unter der Leitung von OA Dr. Christoph Balber, OÄ Dr. Katharina Etmajer und OA Dr. Matej Salak. Gemeinsam mit den Partnern der Logopädie, Pädiatrie und des Institutes für Sinnes- und Sprachneurologie am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Linz werden komplexe Hörstörungen bei Kindern und Erwachsenen diagnostiziert und therapiert. Sämtliche Formen der Mittelohrchirurgie sowie der implantierbaren Hörhilfen werden angeboten.

Auf dem Gebiet der Schlafmedizin bietetdie Abteilung unter der Führung von OA Dr. Maximilian Hartl und Team als eines von wenigen Zentren in Österreich das gesamte diagnostische und therapeutische Spektrum an. Dabei bestehen Kooperationen mit der Pneumologie am Ordensklinikum Linz (Schlaflabor) und der Kieferorthopädie des Kepler Universitätsklinikums. Durchgeführt werden ambulante Polygrafien und DISE sowie konservative und chirurgische Therapien speziell in Form von CPAP-Masken-Versorgungen, Gaumenplastiken (unter anderem mittels TORS) sowie Hypoglossusschrittmacherimplantationen.

Abschließend sei noch das Kompetenzfeld Phoniatrie hervorgehoben, das unter der Führung von OÄ Dr. Maria Mascherbauer (Spezialisierung Phoniatrie) und OA Dr. Wolfgang Schneidinger sowie mit der Unterstützung durch das logopädische Team und modernster Medizintechnik über beste Möglichkeiten verfügt, um diagnostisch und therapeutisch mittels konservativer Stimm- und Schluckrehabilitationsmaßnahmen sowie phonochirurgischer Eingriffe auf hohem medizinischem Niveau arbeiten zu können.

Die ambulante Versorgung erfolgt zukünftig über zahlreiche Spezialambulanzen – etwa Sprechstunden für Patienten mit Tumoren, Weichteilveränderungen, funktionellen und ästhetischen Nasenkorrekturen, Allergien, Hörstörungen und Stimmproblemen sowie eine Schlafmedizin-Sprechstunde.

Das Ziel der HNO-Abteilung des Ordensklinikums ist es, mit hoher Kompetenz, steter Wissenserweiterung und einem positiven Teamgeist die Basis zu schaffen, um die Lebensqualität von Patienten mit HNO-Problemen, die Weiterentwicklung unseres Fachgebiets und die Ausbildung junger Kollegen voranzutreiben.

Mit Ihren Anliegen können Sie sich an OA Dr. Andreas Strobl wenden. Tel: 0732/7677-4828; E-Mail: andreas.strobl@ordensklinikum.at


Tirol

Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde der Medizinischen Universität Innsbruck
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Abb. 2: Das Team der Innsbrucker HNO-Abteilung rund um Prof. Dr. Hofauer (Mitte)

Die Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde der Medizinischen Universität Innsbruck sowie der Tirol Kliniken GmbH unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Benedikt Hofauer bietet die gesamte Bandbreite diagnostischer Verfahren und das komplette Spektrum von konservativen und operativen Therapiemöglichkeiten an. Zuvor wurde die Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde über viele Jahre von Univ.-Prof. Dr. Herbert Riechelmann geleitet.

Mit einem Team bestehend aus über 30 Ärztinnen und Ärzten sowie aus vielen Pflegekräften und zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus verschiedenen Berufsgruppen können wir unsere Patientinnen und Patienten in unserer Ambulanz inklusive der darin enthaltenen Diagnostikbereiche auf insgesamt drei Stationen und in unserem nach aktuellstem Standard ausgestatteten Operationsbereich betreuen. Mit deutlich über 30000 Patientenkontakten in unserer Ambulanz und über 3000 stationären Fällen tragen wir wesentlich zur Versorgung von Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen in unserem Einzugsgebiet bei.

Neben der Grundversorgung in unserem Fachgebiet bieten wir als Universitätsklinikum auch spezialisierte Sprechstunden an:

  • Allergie- und Nasennebenhöhlen-Sprechstunde

  • Schädelbasis-Sprechstunde

  • Hörimplantat-Sprechstunde

  • Speicheldrüsen- und Autoimmun-Sprechstunde

  • Schwindel-Sprechstunde

  • Schlaf-Sprechstunde

  • Hypoglossus-Sprechstunde

  • Ultraschall-Intervention-Sprechstunde

  • Angioödem-Sprechstunde

  • Onkologische Sprechstunde

  • Kinder-Sprechstunde

  • Plastische Sprechstunde

Alle Spezialsprechstunden werden von erfahrenen Ärztinnen und Ärzten betreut und durch junge Kolleginnen und Kollegen unterstützt. Wir legen besonderen Wert auf die strukturierte Ausbildung unseres Nachwuchses. Dazu haben wir eine Ausbildungsordnung erarbeitet und freuen uns über positive Ausbildungsevaluierungen in den vergangenen Jahren.

Als universitäres Zentrum in Westösterreich decken wir alle diagnostischen, konservativen und operativen Bereiche innerhalb unseres Fachgebietes ab und sind gleichzeitig in ein Umfeld mit einer Vielzahl an universitären Kliniken und Abteilungen eingebettet, was auch ein interdisziplinäres Vorgehen im Bedarfsfall ermöglicht. Innovative Therapiekonzepte, wie Stimulationstherapien in verschiedenen Indikationen, aber auch der Einsatz neuer medikamentöser Therapiekonzepte, zum Beispiel bei onkologischen Erkrankungen, ermöglichen uns eine zeitgemäße und auf der bestmöglichen Evidenz basierende Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde.

Besonders stolz sind wir auf die erfolgreiche Zertifizierung unserer Universitätsklinik als Kopf-Hals-Tumorzentrum (Koordinator Priv.-Doz. Dr. Volker Schartinger). Nachdem gezeigt werden konnte, dass Patientinnen und Patienten, die mit Kopf-Hals-Tumoren innerhalb von zertifizierten Zentren behandelt werden, bessere onkologische Ergebnisse erreichen, können die Patientinnen und Patienten in unserem Zuständigkeitsgebiet nun auch davon profitieren.

In unserer Klinik bieten wir regelmäßig Fortbildungsveranstaltungen zu verschiedenen Themen unseres Fachgebietes an und stehen so im regen Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus unserem Bundesland und darüber hinaus.

Wissenschaftlich werden in unserer Universitätsklinik verschiedene Forschungsschwerpunkte bedient. Unser sehr renommiertes Innenohrlabor (Priv.-Doz. Dr. Rudolf Glückert) beschäftigt sich in zahlreichen Kooperationen unter anderem mit der Ultrastruktur, dem molekularen Aufbau und der Embryonalentwicklung des menschlichen Innenohres, unser experimentelles Labor für Kopf-Hals-Onkologie (Priv.-Doz. Dr. Jozsef Dudas) arbeitet an verschiedenen translationalen Projekten. Zusätzlich beteiligen wir uns an klinischen multizentrischen Studien und ermöglichen so unseren Patientinnen und Patienten, direkt am medizinischen Fortschritt teilzuhaben.

Weitere Informationen sowie alle Kontaktdaten finden Sie auf der Website der HNO-Klinik unter hno.tirol-kliniken.at/ .


Universitätsklinik für Hör-, Stimm- und Sprachstörungen der Medizinischen Universität Innsbruck
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Abb. 3: Univ.-Prof. Dr. Graf (vorne Mitte rechts) und die Mitarbeiter:innen der HSS-Klinik an der Medizinischen Universität Innsbruck

Die Innsbrucker Klinik für Hör-, Stimm- und Sprachstörungen (HSS) wurde 1974 aus der Innsbrucker HNO-Klinik ausgegliedert und zur eigenständigen Klinik erhoben. Sie ist heute Österreichs größte phoniatrisch-(päd)audiologische Einrichtung.

Klinikdirektorin der HSS ist seit Juli 2023 Univ.-Prof. Dr. Simone Graf, Fachärztin für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde sowie Fachärztin für Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen – sie ist die Nachfolgerin von Univ.-Prof. Dr. Patrick Zorowka. Das Team der HSS besteht aus über 50 spezialisierten Mitarbeiter:innen aus verschiedensten Berufen: Ärzt:innen, Logopäd:innen, Physiker:innen, Psycholog:innen, Phonetikerin, wissenschaftliche Mitarbeiter:innen, Diplompflegepersonal, Techniker und Sekretärinnen.

Der Versorgungsauftrag unserer Klinik erstreckt sich auf Tirol. Jährlich werden rund 10000 Patient:innen an der HSS-Klinik ambulant behandelt, dies in enger Vernetzung mit der Innsbrucker HNO-Klinik. Die beiden Kliniken arbeiten in vielen Bereichen zusammen (z.B. Cochlea-Implantationen). In den gemeinsamen Einrichtungen der beiden Kliniken (OP, Stationen) stehen der HSS-Klinik fünf Betten für stationäre Patient:innen, auch Kinder, zur Verfügung.

Wir widmen uns sämtlichen Fachbereiche der Phoniatrie und Audiologie und bieten entsprechende Diagnostik und Therapie bei folgenden Erkrankungen:

  • Stimmstörungen

  • Schluckstörungen

  • Sprach- und Sprechstörungen

  • Hörstörungen bei Kindern

  • Hörstörungen bei Erwachsenen

Weitere Behandlungsschwerpunkte sind Lippen-Kiefer-Gaumen-Fehlbildungen, Tinnitus, Stimmbehandlungen bei trans* Personen sowie psychologische Probleme bei Hör-, Stimm- oder Sprachstörungen. Das operative Spektrum umfasst pädiatrische HNO-Eingriffe. Ebenso werden phonochirurgische Operationen, Eingriffe zur Verbesserung der Stimme sowie Eingriffe in Allgemeinnarkose bei allen benignen Kehlkopfveränderungen angeboten. Wöchentlich finden auch phonochirurgische Eingriffe in örtlicher Betäubung statt, wie Botoxinjektionen bei Dystonien und Stimmlippenaugmentationen bei Stimmlipppenparesen.

Im interdisziplinären Team (Ärzt:innen, Logopäd:innen, Psycholog:innen) kümmern wir uns um die Diagnostik, um die Rehabilitation nach Einsatz von elektronischen Implantaten (Cochlea-Implantat) bei Innenohrschwerhörigkeiten, von Knochenleitungs-Hörgeräten sowie von aktiven Mittelohr-Implantaten bei Mittel- und Innenohrschwerhörigkeiten. Wir sind ein von der Deutschen Gesellschaft für Audiologie zertifiziertes Zentrum und arbeiten eng mit der Landessonderschule Mils, Bildungszentrum für Hören und Sehen, zusammen.

Seit 2025 ist das „Netzwerk Musiker:innenmedizin“ an der Medizinischen Universität Innsbruck Anlaufstelle für Musizierende mit gesundheitlichen Beschwerden ( www.i-med.ac.at/musikermedizin7/ ). Das Netzwerk geht auf eine Initiative der Universitätsklinik für Hör-, Stimm- und Sprachstörungen und der Universität Mozarteum Salzburg (Department für Musikpädagogik Innsbruck) zurück.

Als Universitätsklinik ist die HSS in der medizinischen Lehre und Forschung aktiv. Die aktuellen Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Audiologie (Hörverarbeitung, Psychoakustik), Implantatologie (Outcome bei Hörimplantationen) und kognitive Neurowissenschaft (Untersuchung neuronaler Verarbeitungsmechanismen bei kognitiven Funktionen wie der Sprachverarbeitung). Seit Februar 2026 ist an der HSS die Stiftungsprofessur für Experimentelle Audiologie besetzt. Bis Mai 2026 erfolgt die Erweiterung des schallarmen Raumes (Camera Silenta) zum neuroaudiologischen Labor. Weiters ist die HSS-Klinik Ausbildungsstätte für HNO-Ärzt:innen, die die Spezialisierung in Phoniatrie erwerben möchten, und sie wirkt mit an der curricularen Ausbildung von Mediziner:innen, Logopäd:innen und Hörakustiker:innen.

Weitere Informationen über die Universitätsklinik für Hör-, Stimm- und Sprachstörungen, ihr klinisches Spektrum und die Möglichkeiten der Kontaktaufnahme mit der Klinik finden sich auf der HSS-Homepage ( www.hss-innsbruck.at ).



Niederösterreich

Abteilung für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde am Universitätsklinikum Wiener Neustadt
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Abb. 4: Ap. Prof. Priv.-Doz. DDr. Kadletz-Wanke (vorne links) und das HNO-Team des UK Wr. Neustadt

Die Abteilung für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde am Universitätsklinikum Wiener Neustadt steht für moderne, patientenorientierte Medizin auf höchstem Niveau. Als wesentliche Schwerpunktabteilung der Thermenregion versorgt das Klinikum ein Einzugsgebiet mit rund 600000 Einwohner:innen (Stand 1.Jänner 2026).

Seit dem 5.Jänner 2026 steht die Abteilung unter der Leitung von Prof. Priv.-Doz. DDr. Lorenz Kadletz-Wanke. Ein interdisziplinäres Team aus 8 Fachärzt:innen, 6 Assistenzärzt:innen, 23 Pflegekräften sowie 5 Logopäd:innen gewährleistet eine umfassende Versorgung in allen Bereichen des Fachgebiets. Das ärztliche Team der Abteilung ist international geprägt. Mehrere Fachärzt:innen haben wesentliche Teile ihrer Ausbildung und klinischen Erfahrung in renommierten Zentren in den USA, Kanada, Deutschland, im Vereinigten Königreich und in Ungarn erworben. Diese Vielfalt an fachlichen Hintergründen ermöglicht den Transfer modernster Behandlungskonzepte nach Wiener Neustadt und fördert einen offenen, innovativen Zugang zur Patientenversorgung. Gleichzeitig prägt dieser Anspruch unsere Arbeitskultur. Wir fördern den fachlichen Austausch auf Augenhöhe und schaffen ein Umfeld, in dem Fortbildung und persönliche Weiterentwicklung zentraler Bestandteil des Klinikalltags sind – kurz: ein Ort, an dem man gerne arbeitet und gemeinsam wächst.

Ein zentraler Fokus der Abteilung liegt auf der Behandlung von Tumorerkrankungen des Kopf-Hals-Bereichs. Neben der klassischen onkologischen Chirurgie werden moderne robotisch assistierte Verfahren eingesetzt. Einen besonderen Stellenwert nehmen mikrovaskuläre Rekonstruktionen ein, die nach ausgedehnten Tumorresektionen funktionell und ästhetisch bestmögliche Ergebnisse ermöglichen. Zusätzlich zur chirurgischen Kompetenz bietet die Abteilung Kapazität für täglich fünf stationäre sowie vier ambulante Chemotherapien. Ein besonderes Alleinstellungsmerkmal ist die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Med Austron und der Radioonkologie, deren HNO-Patient:innen an der eigenen Station umfassend mitversorgt werden.

Die Abteilung zählt zu den Vorreitern der minimalinvasiven Speicheldrüsenchirurgie. Enorale und submentale Submandibulektomien sowie retroaurikuläre Zugänge zur Ohrspeicheldrüse erlauben gewebeschonende Eingriffe mit exzellenten kosmetischen Resultaten.

Auch in der Nasennebenhöhlenchirurgie kommen modernste Verfahren zum Einsatz, einschließlich navigationsunterstützter Techniken, die eine hohe Präzision und Sicherheit gewährleisten. Das Leistungsspektrum umfasst darüber hinaus die gesamte allgemeine HNO-Chirurgie sowie einen starken Schwerpunkt in der pädiatrischen HNO-Heilkunde.

Ein weiterer wesentlicher Bereich ist die plastisch-ästhetische und funktionelle Rhinochirurgie. Korrekturen der äußeren und inneren Nase werden stets unter Berücksichtigung von Atmung, Form und individueller Gesichtsharmonie durchgeführt. Durch die Verbindung von rekonstruktiver Erfahrung und ästhetischem Anspruch bietet die Abteilung Patient:innen ein umfassendes Konzept aus einer Hand.

Durch die enge Zusammenarbeit mit der Danube Private University (DPU) ist die Abteilung aktiv in Lehre und Forschung eingebunden. Studierende und junge Ärzt:innen profitieren von einer strukturierten Ausbildung, klinischen Studien und innovativen Projekten. Diese Kooperation stärkt den universitären Charakter des Standorts und fördert die kontinuierliche Weiterentwicklung der medizinischen Versorgung.

Ein wesentliches Ziel für die kommenden Jahre ist der Ausbau ultraschallgezielter interventioneller Verfahren. Geplant ist insbesondere der Einsatz der Radiofrequenzablation bei ausgewählten Schilddrüsenkarzinomen und Parotistumoren als schonende Alternative zur klassischen Operation. Damit setzt die Abteilung einen weiteren Schritt in Richtung individualisierter, minimalinvasiver Therapie.

Sie können die Abteilung über das HNO-Sekretariat erreichen: Nadine Winkelmüller unter Tel.: 02622/9004-12501 bzw. Carmen Leutgeb unter Tel.: 02622/9004-12502 oder per E-Mail unter: hno@wienerneustadt.lknoe.at

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