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„Wir hoffen, mit der zusätzlichen Integration der Immuntherapie die Prognose zu verbessern“
Jatros
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14.07.2016
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<p class="article-intro">In Form eines Posters wurde auf der European Lung Cancer Conference die momentan laufende SAKK-Studie 16/14 vorgestellt.<sup>1</sup> Darin wird bei Patienten mit primär resezierbarem nicht kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) im Stadium IIIA (N2) die Wirksamkeit einer perioperativen Immuntherapie zusätzlich zur Standardchemotherapie untersucht. Dr. Dr. med. Sacha Rothschild, Basel, erläutert in einem Interview die Hintergründe dieser Studie.</p>
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<p class="article-content"><p><strong>Herr Dr. Rothschild, Sie sind Erstautor des in Genf präsentierten Posters zur SAKK-Studie 16/14. Worum geht es in dieser Studie?</strong><br /> <br /> <strong>S. Rothschild:</strong> In der Lungengruppe der SAKK besteht eine langjährige Tradition, Studien zum Lungenkarzinom im Stadium IIIA durchzuführen. Es handelt sich hier um ein nicht sehr häufiges, aber relativ schwierig zu behandelndes Tumorstadium. An und für sich kann es kurativ angegangen werden. Die bisher durchgeführten Studien zeigten jedoch, dass unabhängig von der gewählten Strategie 50 % der Patienten im ersten Jahr nach Therapie rezidivieren. Davon befinden sich die allermeisten dann in einer palliativen Situation. Anhand zweier früherer Studien – SAKK 16/96 und 16/00 – konnten wir das Vorgehen etablieren, diese Patienten mit drei Zyklen Cisplatin/Docetaxel vorzubehandeln und dann zu operieren. Wir denken, die guten Resultate mit dieser Strategie im Vergleich zu anderen – also z.B. Operation gefolgt von Chemotherapie – hängen damit zusammen, dass wir mögliche Mikrometastasen bereits früh behandeln. Zudem tolerieren einige Patienten nach einer schweren Operation keine Chemotherapie mehr oder nur nach einer längeren Erholungsphase. <br /> In unserer neuen Studie werden wir nun zusätzlich als neue Therapiemodalität die Immuntherapie integrieren. Die Patienten erhalten nach drei Zyklen Cisplatin/Docetaxel zwei Zyklen des Anti-PD-L1-Antikörpers Durvalumab, gefolgt von der Operation und danach Durvalumab für zwölf Monate. <br /> <br /><strong> Welches Resultat erhoffen Sie sich?</strong> <br /> <br /><strong> S. Rothschild:</strong> Unsere Hoffnung ist natürlich, dass wir mit der zusätzlichen Immuntherapie die Prognose der Patienten verbessern. Die statistische Hypothese dabei ist eine 15 % ige Verbesserung der Einjahresrezidivrate. Das heißt, wir möchten die Rate der Rezidive im ersten Jahr von den bisher ziemlich genau 50 % auf 35 % reduzieren. Ein weiterer wichtiger Teil der Studie ist aber auch der translationale Forschungsaspekt. Dank des Designs der Studie haben wir die exklusive Möglichkeit, bestimmte Charakteristiken einer vor Therapiebeginn gewonnenen Tumorbiopsie mit denjenigen des bei der Operation entnommenen Tumorgewebes zu vergleichen. Dies war bei den meisten bisherigen Studien nicht möglich, da diese in der palliativen Situation durchgeführt wurden. Zudem werden wir zu verschiedenen Zeitpunkten Blutproben der Patienten sammeln, um zu überprüfen, ob sich im Laufe der Behandlung Veränderungen an den Immunzellen oder ihrer Zusammensetzung im Blut feststellen lassen. Wir denken, dass wir dadurch relativ viel über den Wirkmechanismus der Immuntherapie und über mögliche biologische Faktoren, die mit Ansprechen oder Resistenz einhergehen, lernen können. <br /> <br /><strong> Wie sieht der Zeitplan der Studie aus?</strong><br /> <br /><strong> S. Rothschild:</strong> Es beteiligen sich schweizweit 17 Zentren an der Studie. Einige haben sie gerade eröffnet, in anderen wird dies demnächst geschehen. Wir wollen insgesamt 68 Patienten einschließen und rechnen damit, dass dies etwa zweieinhalb bis drei Jahre dauern wird. <br /> <br /><strong> Vielen Dank für das Gespräch!</strong></p></p>
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<p><strong>1</strong> Rothschild S et al: SAKK 16/14 – anti-PD-L1 antibody durvalumab (MEDI4736) in addition to neoadjuvant chemotherapy in patients with stage IIIA (N2) non-small cell lung cancer (NSCLC). A multicenter single-arm phase II trial. ELCC 2016; Poster/Abstract 129 TiP</p>
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