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ASCO Annual Meeting

Neue Therapieoptionen bei seltenen Kopf-Hals-Tumoren

Im Rahmen des diesjährigen Jahreskongresses der American Society of Clinical Oncology (ASCO) standen im Bereich der Kopf-Hals-Tumoren vor allem Studien zu seltenen Tumorentitäten wie dem Nasopharynxkarzinom (NPC) oder Speicheldrüsenkarzinomen im Mittelpunkt. Die präsentierten Studien definieren teilweise einen neuen Standard of Care und werden im folgenden Artikel vorgestellt.

In diese Phase-III-Studie, die in der Plenary Session vorgestellt wurde, wurden 289 Patienten mit rezidiviertem/metastasiertem (R/M) NPC eingeschlossen.1 Nach Randomisierung in zwei Gruppen (143 bzw. 146 Patienten) erhielten die Patienten in der Erstlinie im Standardarm eine Chemotherapie bestehend aus Gemcitabin/Cisplatin (GP) plus Placebo für 6 Zyklen, gefolgt von einer Erhaltungsphase mit Placebo, während die Patienten im experimentellen Arm mit GP in Kombination mit dem PD-1-Checkpoint-Inhibitor Toripalimab therapiert wurden, wobei nach 6 Zyklen Toripalimab als Erhaltungstherapie verabreicht wurde. Der primäre Endpunkt war das progressionsfreie Überleben (PFS), während das Gesamtüberleben (OS), die Ansprechrate (ORR) und die Dauer des Ansprechens (DoR) als sekundäre Studienendpunkte definiert wurden. Hervorzuheben bei der untersuchten Patientenpopulation sei vor allem die Histologie, da 99% der Patienten an WHO-Klasse-II/III-NPC litten und WHO-Klasse-I-Patienten (verhornende Plattenepithelkarzinome) de facto nicht vertreten waren. Der primäre Endpunkt wurde erreicht. Das mediane PFS im GP-plus-Toripalimab-Arm war mit 11,7 Monaten deutlich länger als im GP-Arm mit 8 Monaten (HR: 0,52; 95% CI: 0,36–0,74; p=0,0003) (Abb. 1). Alle Subgruppen inklusive Patienten mit einer hohen Epstein-Barr-Virus(EBV)-DNA-Last (HR: 0,46; 95% CI: 0,3–0,72) oder PD-L1-negative Patienten (HR: 0,35; 95% CI: 0,15–0,81) profitierten von der zusätzlichen Immuntherapie. Das OS war jedoch noch nicht statistisch signifikant unterschiedlich (HR: 0,603; 95% CI: 0,364–0,997; p=0,0462), wobei eine längere Nachbeobachtungszeit abgewartet werden muss. Sowohl die ORR (77,4% vs. 66,4%) als auch die DoR (10 Monate vs. 5,7 Monate) imponierten im experimentellen Arm höher bzw. länger. In Hinblick auf das Nebenwirkungsprofil fanden sich keine neuen Signale, die nicht bereits von anderen Chemo/Immuntherapie-Studien berichtet wurden und uns im klinischen Alltag gut bekannt sind.

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