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Fortschritte in der Erhaltung der Fertilität
Jatros Digital
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25.05.2018
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<p class="article-intro">Für junge Frauen mit Krebserkrankungen gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Fertilität unter der Therapie zu erhalten. Diese fassten Karen Lisa Smith, Clarisa Gracia, Anna Sokalska und Halle Moore im Rahmen der ASCO-Jahrestagung 2018 zusammen. </p>
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<p class="article-content"><p>Die Therapie-induzierte Infertilität ist bei Überlebenden von Krebserkrankungen ein belastendes Problem, das häufig mit Depression und verminderter Lebensqualität einhergeht. Leitlinien empfehlen, die Patienten über die Risiken der Therapie-induzierten Infertilität und die verschiedenen Optionen zu Erhaltung der Fertilität sorgfältig aufzuklären.</p> <p>Derzeit werden assistierte Reproduktionstechniken (ART) als Goldstandard zur Erhaltung der Fertilität bei Frauen mit Krebserkrankungen angesehen. Die Kryokonservierung eines Embryos kann Frauen nach der Pubertät angeboten werden, die einen festen Partner haben oder die Spendersamen akzeptieren. Die Erfolgsrate ist ähnlich wie bei gesunden Paaren mit Infertilität. In Deutschland dürfen Embryonen aber nur in Ausnahmefällen eingefroren werden. Als Standard gilt derzeit die Kryokonservierung reifer Eizellen. Sie kann Frauen ohne Partner angeboten werden. Auch hier sind die Erfolgsraten ähnlich wie in der Allgemeinbevölkerung. Beide Verfahren erlauben eine genetische Testung vor der Implantation, um z.B. eine BRCA-Mutation zu erkennen. Bei beiden Verfahren ist eine ovarielle Stimulation erforderlich. Dies benötigt etwa 2 bis 3 Wochen und kann möglicherweise die Krebstherapie verzögern.</p> <p>Derzeit wird deshalb die In-vitro-Maturation (IVM) von unreifen Oozyten überprüft, insbesondere für Frauen, die rasch eine gonadotoxische Behandlung benötigen oder die unter hormonsensitiven Tumoren leiden. Die Oozyten werden zwischen dem 8. und 10. Zyklustag entnommen und reifen in vitro. Allerdings sind bislang die Erfolgsraten relativ gering. Außerdem ist wenig zum Risiko von Fehlbildungen und Entwicklungsstörungen bei den Kindern bekannt.</p> <p>Eine weitere experimentelle Methode ist die Kryokonservierung von ovariellem Gewebe bei Patienten, deren Krebserkrankung sofort behandelt werden muss. Dies ist die einzige Option für Mädchen vor der Pubertät. Die Erfolgsrate ist bislang unklar. Das Verfahren birgt allerdings das Risiko, dass bei Retransplantation des Gewebes erneut Krebszellen in den Körper eingebracht werden.</p> <p>Obwohl der Wirkungsmechanismus unklar ist, gibt es evidenzbasierte Befunde für den Nutzen einer Ovarialsuppression mit Gonadotropin-Releasing-Hormon-Agonisten zum Schutz der Ovarien während der Chemotherapie, insbesondere bei Frauen mit Mammakarzinom. Dieses Vorgehen wird von den Leitlinien einiger Fachgesellschaften unterstützt, nicht jedoch vollständig von der ASCO. Frühe Studien mit Gabe von GnRH-Agonisten während der Chemotherapie zeigten in einem hohen Prozentsatz einen Erhalt der Ovarfunktion bei jungen Frauen mit Lymphom, Mammakarzinom und weiteren malignen Erkrankungen, auch bei Hochdosis-Chemotherapie mit Knochenmarktransplantation. Vorteile des Verfahrens sind niedrige Kosten und leichte Anwendbarkeit. Die Folgen einer Menopause können verhindert werden.</p> <p>Fazit: Die Behandler sollten beide Verfahren, also assistierte Reproduktionstechniken und die Suppression der ovariellen Funktion, mit ihren Patientinnen besprechen. Allerdings müsste der Kenntnisstand der Onkologen zur Therapie-induzierten Infertilität und zu den Möglichkeiten zum Erhalt der Fertilität verbessert werden. Onkologen und Fertilitätsspezialisten sollten zusammen Strategien entwickeln, um interessierten Frauen den Zugang zu den Verfahren zu erleichtern.</p> <p><strong>Referenzen:</strong> <br />Smith KL: Integrating fertility preservation into care of the newly diagnosed young female patient with cancer. ASCO Annual Meeting 2018 Gracia C: New developments in reproductive endocrinology techniques for fertility preservation in young women with cancer. ASCO Annual Meeting 2018 Moore HCF: GnRH analogs for fertility preservation: what are the data? ASCO Annual Meeting 2018 Smith KL et al.: Advances in fertility preservation for young women with cancer. American Society of Clinical Oncology Educational Book 2018; 38: 27-37</p> <p>Bericht: Dr. Ine Schmale</p></p>
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