Erste Ergebnisse zu einer Gentest-geführten Chemotherapie
Bericht:
Dr. Ine Schmale
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Eine adjuvante Chemotherapie ist bei Patient:innen mit Hormonrezeptor-positivem, HER2-negativem Brustkrebs häufig nicht mit einem prognostischen Nutzen, aber mit einschränkenden Nebenwirkungen assoziiert. Mit dem 50-Gen-Prosigna-Test können Erkrankte ohne wahrscheinlichen Nutzen identifiziert werden.
Tumor-Genexpressions-Assays werden verwendet, um bei der Entscheidung für oder gegen eine Chemotherapie bei postmenopausalen Patient:innen mit frühem Brustkrebs und bis zu drei involvierten Lymphknoten zu unterstützen. Die Evidenz bei prämenopausalen Frauen ist nicht eindeutig, ebenso fehlt prospektive Evidenz bei einer höheren Anzahl involvierter Lymphknoten. OPTIMA ist eine internationale, randomisierte und kontrollierte Studie, die die Hypothese überprüft, dass bei niedrigem ROR(„risk of recurrence“)-Score die Anzahl der befallenen Lymphknoten unerheblich ist.
Eingeschlossen wurden 4429 Frauen und Männer ≥40 Jahre mit exzidiertem Hormonrezeptor-positivem, HER2-negativem Mammakarzinom. Eine vorangegangene neoadjuvante Chemotherapie war ein Ausschlusskriterium. Die Betroffenen erhielten im Kontrollarm eine Chemotherapie gefolgt von einer endokrinen Therapie und zu analytischen Zwecken danach eine Prosigna-Testung. Der experimentelle Arm startete mit dem Prosigna-Test und Patient:innen erhielten bei hohem Score (ROR >60) ebenfalls eine Chemotherapie gefolgt von endokriner Behandlung (n=1421) oder bei niedrigem Score (ROR ≤60) eine alleinige endokrine Therapie (n=660).
Im Ergebnis wurde mit einer median 4-jährigen Nachbeobachtungszeit kein Unterschied im Überleben frei von invasivem Brustkrebs für die beiden Studienarme in der gesamten auswertbaren Population (HR: 1,03; 90% CI: 0,85– 1,25) oder der Subpopulation mit niedrigem ROR-Score (HR: 1,06; 90% CI: 0,80–1,40) gesehen. Ebenso war das fernmetastasenfreie Überleben für beide Auswertungen nicht verschieden (HR: 1,04; 90% CI: 0,81–1,30 bzw. HR: 1,17; 90% CI: 0,82–1,66). Subgruppenanalysen innerhalb der Population mit niedrigem ROR-Score gaben keinen Hinweis auf Unterschiede zwischen dem Kontrollarm und der testgeführten Therapie bei den untersuchten Subgruppen, wie beispielsweise prä- oder postmenopausale Frauen, Nodalstatus (1–3 oder 4–9 involvierte Lymphknoten) oder das Tumorstadium (IIA, IIB oder IIIA).
Fazit:
Mithilfe der OPTIMA-Studie wurde gezeigt, dass mit dem 50-Gen-Prosigna-Test Patient:innen identifiziert werden, die – wenn überhaupt – minimal von einer Chemotherapie profitieren. Mit Chemotherapie werden höchstens 2 Rezidive bei 100 dieser Betroffenen verhindert. Der 50-Gen-Test kann sicher zur Entscheidung für oder gegen eine adjuvante Chemotherapie angewendet werden, auch bei prämenopausalen Frauen ≥40 Jahre mit alleiniger endokriner Therapie und bei Patient:innen mit 4–9 befallenen Lymphknoten oder einem Tumorstadium IIIA.
Quelle:
Stein RC et al.: First results from the OPTIMA phase III randomized non-inferiority trial of test-directed chemotherapy in patients with high clinical risk ER-positive HER2-negative early breast cancer. ASCO 2026; Abstr. #500
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