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Wissenschaftliche Debatte vs. klinische Praxis

Wie gefährlich sind Benzodiazepine?

Als Reaktion auf die exzessive Verordnung von Benzodiazepinen (BZ) in den Jahrzehnten nach ihrer Einführung ist es zu einer sehr restriktiven Haltung gegenüber BZ gekommen. So restriktiv, dass manche Kollegen am liebsten gar keine BZ verordnen wollen.

Die Fachliteratur ist gegenüber BZ generell sehr kritisch und mahnt zu großer Vorsicht. Das Abhängigkeitspotenzial von BZ wird als hoch eingeschätzt (Deutsche Bundesärztekammer 2026)1 und vor zahlreichen potenziellen Nebenwirkungen wird gewarnt.2 Der mit hoher Prävalenz zu findende Langzeitkonsum von niedrigen Dosen wird als eine Variante der Benzodiazepinabhängigkeit verstanden, die suchttherapeutische Interventionen braucht.1,3,4 Auch in der Öffentlichkeit gelten BZ mittlerweile als gefährlich und nicht selten reagieren Patienten auf eine BZ-Verordnung mit der besorgten Frage: „Sind das eh nicht die, die abhängig (süchtig) machen?“ Benzodiazepine sind stigmatisiert und ebenso Patient:innen, die sie einnehmen (vor allem, wenn langfristig), und oft auch Ärzte und Ärztinnen, die sie verordnen.

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