Schützende Wirkung von Chemotherapien entdeckt
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Ein Forscherteam der Universität Lausanne hat nun entdeckt, dass Chemotherapien nicht nur Krebszellen abtöten, sondern auch vor Metastasen schützen.
Lausanne. Schon seit Längerem ist bekannt, dass Chemotherapien zur Abtötung von Krebszellen im Darm häufig Schäden an der Darmschleimhaut auslösen, die wiederum zu verschiedenen Verdauungsstörungen führen können. Dass diese belastende Nebenwirkung auch einen positiven Effekt hat, fand nun ein Team von Forschern an der Universität Lausanne heraus: Die Schäden schützen vor der Bildung und Ausbreitung von Metastasen. «Wir waren überrascht, wie eine Nebenwirkung, die oft als Kollateralschaden der Chemotherapie angesehen wird, eine solche Wirkung haben kann», sagte Studien-Erstautorin Ludivine Bersier einer Mitteilung der Universität Lausanne zufolge.
Konkret verändert sich durch die chemotherapiebedingten Verletzungen der Darmflora der Gehalt an Nährstoffen im Darm, von denen sich die Darmbakterien ernähren. Dadurch produziert die Darmflora vermehrt die Substanz Indol-3-Propionsäure (IPA). IPA gelangt vom Darm in das Knochenmark und reduziert dort die Produktion von immunsuppressiven Monozyten, was die Ausbreitung von Metastasen einschränkt.
Zu seinen Forschungsergebnissen kam das Forscherteam der Universität Lausanne durch eine Analyse klinischer Daten von Patienten mit Darmkrebs in den Genfer Universitätsspitälern (HUG). (sst)
Quelle: Universität Lausanne/Média et communication
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