Neue Plattform für übertragbare Krankheiten
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Die Überwachung übertragbarer Krankheiten wird in der Schweiz technisch auf den neuesten Stand gebracht. Auf einer digitalen Plattform sollen künftig alle epidemiologisch relevanten Informationen zusammenlaufen.
Bern. Mit dem Projekt NASURE («National Surveillance and Response») baut die Schweiz eine nationale Plattform auf, die epidemiologische Daten aus verschiedenen Systemen zusammenführen, auswerten und den zuständigen Stellen zeitnah zur Verfügung stellen soll. Das Vorhaben ist Teil des Programms DigiSanté zur digitalen Transformation des Gesundheitswesens.
Für einen wirksamen Schutz vor übertragbaren Krankheiten müssen Gesundheitsgefahren früh erkannt und rasch gemeldet werden. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) nutzt dafür die Überwachungs- und Meldeprozesse des obligatorischen Meldewesens. Bei den Instrumenten dieser Melde- und Überwachungssysteme hat die Covid-19-Pandemie jedoch Lücken aufgezeigt. Meldungen erfolgten über unterschiedliche Wege, und die einzelnen Systeme waren oft nicht miteinander verbunden.
Diese sollen nun neu aufgesetzt und auf einer gemeinsamen Plattform (NASURE) gebündelt werden, die alle in der Schweiz überwachten Erreger umfassen soll. Der Datenaustausch zwischen Gesundheitsinstitutionen und Behörden wird dadurch vollständig standardisiert und automatisiert, gleichzeitig werden veraltete Systeme ersetzt. Alle relevanten Daten werden nach dem Once-Only-Prinzip an das BAG übermittelt. Dort werden sie analysiert, aufbereitet und den Kantonen, dem Bund und weiteren Akteuren des Gesundheitswesens zur Verfügung gestellt. Ausgewählte Informationen sollen weiterhin anonymisiert über das öffentliche «BAG-Infoportal übertragbare Krankheiten» veröffentlicht werden.
Nach Angaben des BAG ermöglicht das flächendeckende Monitoring eine schnellere Erkennung von Krankheitsausbrüchen und eine gezieltere Bekämpfung übertragbarer Krankheiten. Auch die Vorbereitung auf Gesundheitskrisen werde so verbessert.
NASURE ist neben dem Gesundheitsdatenraum Schweiz (Swiss HDS) und dem Microdatacenter (MDC) eines der Kernprojekte von DigiSanté. Die Umsetzung startet noch dieses Jahr und ist bis 2034 geplant. Mit dem Entscheid vom 12. Juni 2026 hat der Bundesrat die ersten Etappen des Projekts mit geplanten Kosten von 45,3 Millionen Franken freigegeben. Der Verpflichtungskredit für das gesamte Projekt beträgt 50,3 Millionen Franken. (tab)
Quelle: BAG
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