Neue Moleküle gegen hartnäckige Tumoren
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Forschende aus Basel und Cambridge haben kleine Moleküle entwickelt, die Immuntherapien gegen Krebs effizienter machen könnten.
Basel. «Kalte Tumoren»: So nennen Fachleute Krebsgeschwüre, die sich so gut gegen Angriffe des Immunsystems abschirmen, dass Therapien oft nur schlecht wirken. Deshalb richtet sich der Blick zunehmend auf das Gewebe rund um den Tumor. Denn der Krebs verändert seine Umgebung zu seinen Gunsten.
Eine Schlüsselrolle spielt dabei das Molekül PD-L1. Es wirkt wie ein Stopp-Signal für die T-Zellen des Immunsystems. PD-L1 befindet sich nicht nur auf Krebszellen, sondern auch auf bestimmten Immunzellen im Tumorumfeld, sogenannten Makrophagen oder Fresszellen. «Der Krebs stellt diese Immunzellen quasi in seine eigenen Dienste, um T-Zell-Angriffe lahmzulegen», erklärt Gregor Hutter von der Universität Basel und dem Universitätsspital Basel.
«Bei Immuntherapien lag der Fokus bisher fast ausschliesslich auf T-Zellen», ergänzt Gonçalo Bernardes von der University of Cambridge. «Die myeloiden Zellen, die in den meisten soliden Tumoren dominieren, waren dabei ein fehlendes Puzzleteil. Unsere Arbeit zeigt, dass sich diese Zellen so umprogrammieren lassen, dass sie den Tumor angreifen, statt ihn zu schützen.»
Die Forschungsteams von Bernardes und Hutter stellen nun kleine Moleküle vor, die die Makrophagen in der direkten Umgebung des Tumors zum Angriff auf Krebszellen anregen. Die sogenannten «Phagocytic Synapse Enhancers» (PSE) wirken dabei wie eine molekulare Brücke: Sie verbinden Fresszellen direkt mit Krebszellen und regen sie an, diese aufzunehmen und abzubauen. Dafür besitzen die PSE-Moleküle zwei funktionelle Enden: Eines dockt an PD-L1 an, das andere besteht aus dem Molekül Tuftsin, das an Fresszellen bindet und sie aktiviert.
«Wir schlagen also eine molekulare Brücke zwischen den Tumorzellen und den Makrophagen und geben Letzteren das Startsignal, zuzuschlagen», erklärt Valerio Sabatino, Erstautor der Studie. Zusätzlich schwächen die PSE-Moleküle das Stopp-Signal, das T-Zell-Angriffe bremst. «Wir programmieren damit das Tumorumfeld von tumorfreundlich zu tumorfeindlich um», erklärt Valerio Sabatino.
Die PSE könnten als modulares System für unterschiedliche Tumorarten dienen. Einzelne Bausteine lassen sich austauschen, um die PSE-Moleküle an unterschiedliche Tumorarten oder Zielstrukturen anzupassen. Die Forschenden wollen die Moleküle nun für eine mögliche klinische Anwendung weiterentwickeln. (tab)
Quelle: Universität Basel
Service: Publikation
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