Cannabis: Regulierte Abgabe kann Risiken senken
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Während auf Bundesebene über das Cannabisprodukte-Gesetz beraten wird, zeigt eine Studie die Auswirkungen eines regulierten Cannabisverkaufs in Apotheken. Die Ergebnisse deuten auf einen risikoärmeren Konsum hin.
Die SCRIPT-Studie untersucht den regulierten Cannabisverkauf für den Eigengebrauch. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich die Kombination aus Verkauf und Beratung auf das Konsumverhalten und die Gesundheit der Konsumierenden auswirkt. Die Teilnehmenden können verschiedene Cannabisprodukte wie Blüten, Harze und E-Flüssigkeiten in ausgewählten Apotheken beziehen und werden dort von geschultem Personal zum verantwortungsvollen Umgang mit den Produkten beraten. Die Städte Bern, Biel und Luzern unterstützen die Studie organisatorisch und zusammen mit dem Schweizerischen Nationalfonds auch finanziell, wissenschaftlich umgesetzt wird sie von den Universitäten Bern und Luzern.
Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass der regulierte Zugang zu Cannabis nicht zu einem Mehrkonsum führt. Vielmehr gibt es leichte Abwärtstendenzen. Gleichzeitig eröffnet die regulierte Abgabe Möglichkeiten zur Schadensminderung: Konsumierende werden etwa über weniger riskante Konsumformen wie Vaporisieren oder orale Einnahme informiert. «Im Rahmen der Studie konnten Hinweise gewonnen werden, dass eine regulierte Abgabe über die Apotheken den Umstieg auf potenziell risikoärmere Konsumformen begünstigen kann», erklärte Studienleiter Reto Auer vom Berner Institut für Hausarztmedizin (BIHAM) der Universität Bern. 71 Prozent der Teilnehmenden gaben zudem an, die erhaltenen Informationen zur Risikominimierung in ihrem Umfeld weiterzugeben.
65 Prozent der im Rahmen der Studie verkauften Cannabisprodukte sind Cannabisblüten, gefolgt von E-Liquids mit 21 Prozent. Die Preise liegen leicht über dem Mittelpreis des illegalen Markts, da sie noch eine simulierte Steuer beinhalten. Mit dieser wird unter anderem die Beratung in den Apotheken finanziert. Die konstanten Verkaufszahlen deuten darauf hin, dass der Preis trotz des Aufschlags akzeptiert wird. Unter 25-Jährige reagierten allerdings negativer auf die höheren Preise als ältere Teilnehmende. «Solche Ergebnisse bestätigen die internationalen Erfahrungen, dass steuerliche Massnahmen als wirksame Jugendschutz-Massnahme dienen», so Auer.
Der Grossteil der Teilnehmenden bewertet den Cannabiserwerb in der Apotheke als unkompliziert und professionell, berichtete Studienkoordinatorin Rebecca Tomaschek vom Berner Institut für Hausarztmedizin (BIHAM) der Universität Bern. Als wertvoll erlebten die Konsumierenden die konstante Produktequalität, den sicheren und legalen Einkaufsrahmen und die Transparenz bei den Inhaltsstoffen.
«Die bisherigen Erkenntnisse zeichnen das Bild einer regulierten Abgabe, die nicht nur gesundheitlich sinnvoll ist, sondern auch gesellschaftlich Wirkung zeigt. Damit stützen sie die Stossrichtung des Entwurfes für ein Bundesgesetz über Cannabisprodukte (CanPG), das derzeit in den eidgenössischen Räten beraten wird», sagte Gemeinderätin Ursina Anderegg. (tab)
Quelle: Sozialdirektionen der Städte Bern, Biel und Luzern
Service: Studie
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