«Der Spardruck wird sich kontinuierlich erhöhen»
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Was bringt 2025 für das Gesundheitswesen und die Beschäftigten? Leading Opinions sprach darüber mit Yvonne Gilli, Präsidentin der Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH).
Zum ersten Mal in diesem Jahr haben die Stimmbürger:innen einer Vorlage im Gesundheitsbereich zugestimmt und die einheitliche Finanzierung von ambulanten und stationären Gesundheitsleistungen (EFAS) angenommen. Sie haben ebenfalls für ein Ja geworben. Was bringt EFAS?
EFAS beseitigt den grössten Fehlanreiz in der Finanzierung der Gesundheitsversorgung in der Schweiz, nämlich dadurch, dass teure stationäre Behandlungen im Spital gerecht über die Steuern mitfinanziert werden und effiziente patientenfreundliche Behandlungen ambulant voll durch die Krankenversicherungsprämien gedeckt werden müssen. Nach der Einführung der obligatorischen Krankenversicherung durch Bundesrätin Ruth Dreifuss und die neue Spitalfinanzierung unter Bundesrat Pascal Couchepin ist das die dritte tiefgreifende und wichtige Reform in der modernen Geschichte der Gesundheitsversorgung.
Welche Folgen wird das für die Versorgung in der Schweiz und für die Beschäftigten im Gesundheitssystem haben?
EFAS ist keine eierlegende Wollmilchsau, sondern beseitigt gerade mal wie schon erwähnt einen wichtigen Fehlanreiz in der Gesundheitsversorgung. Der Spardruck wird sich dennoch kontinuierlich erhöhen über die nächsten Jahre. Einerseits, weil sehr teure und wirksame neue Medikamente auf den Markt drängen für Krebserkrankungen, Stoffwechselerkrankungen und Autoimmunkrankheiten, anderseits, weil im Gesamtbudget des Bundeshaushaltes der Kostendruck zunimmt mit grossen Posten wie Sanierung der Altersvorsorge, Aufrüstung des Militärs und Bildungsvorhaben.
Was sind Ihrer Meinung nach die Herausforderungen für 2025?
Die FMH als Dachorganisation aller Ärztinnen und Ärzte hat sich drei Ziele gesetzt: mehr Ärzte und Ärztinnen, welche in der Schweiz ausgebildet werden; Stärkung der ambulanten ärztlichen Versorgung und weniger Bürokratie! Daran werden wir die Herausforderungen im kommenden Jahr ausrichten.
(Das Gespräch führte Martin Rümmele.)
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