Lang anhaltendes Facelifting mit resorbierbaren Straffungsfäden
Autorin:
Prof. Dr. med. Dorina Donici
Wissenschaftliche Leiterin bei der SWISS GROUP
Genf
E-Mail: dr.dorina@a-swiss.org
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Die Dauerhaftigkeit des Faceliftings mit Straffungsfäden stellt eine grosse Herausforderung in der ästhetischen Medizin dar. Der Effekt der Repositionierung des Gewebes tritt zwar sofort zutage, doch seine Nachhaltigkeit hängt in erster Linie von der Fähigkeit des Hautgewebes ab, eine mechanische Stimulation in eine stabile und funktionelle biologische Reaktion umzuwandeln.
Keypoints
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Die Dauerhaftigkeit des Liftings hängt in erster Linie von der Qualität der extrazellulären Matrix ab.
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Die «double curled» PDO-Monofäden regen die Fibro-blasten und die Kollagenproduktion an.
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Das Matrisom umfasst mehr als 300 Proteine, die an der Gewebestruktur und -regulation beteiligt sind.
Vor diesem Hintergrund ist die Behandlung mit Straffungsfäden nicht mehr nur als simpler ästhetischer Eingriff zu betrachten. Sie ist Teil eines therapeutischen Ansatzes, der darauf abzielt, die Qualität der extrazellulären Matrix (ECM) zu verbessern, die ein Schlüsselelement für die Struktur und die Funktion der Haut darstellt. Je besser diese Matrix strukturiert und funktionsfähig ist, desto stabiler und nachhaltiger wird das Ergebnis sein.
In diesem Sinne bietet die Luxeface-Technik eine dreistufige Behandlung aus Gewebestimulation, Repositionierung, Stabilisierung und Volumenwiederaufbau.
Schritt 1: Mechanostimulation und Aktivierung der extrazellulären Matrix
Monofäden aus Polydioxanon (PDO), insbesondere Fäden des Typs «double curled», werden verwendet, um den Prozess der Geweberegeneration in Gang zu setzen. Ihre Implantation in die oberflächliche Dermis im Abstand von jeweils 3 bis 5 mm zueinander und ihre Ausrichtung in derselben Richtung ermöglichen eine gleichmässige mechanische Wirkung auf das gesamte Gewebe.
Die Technik besteht darin, den Faden einzuführen, ihn dann etwa zwanzigmal zu drehen und anschliessend die Nadel herauszuziehen. Diese Rotation dient nicht nur dazu, den Faden zu positionieren – sie regt das Gewebe zusätzlich an, indem sie unmittelbar auf die extrazelluläre Matrix einwirkt und so die Intensität der lokalen Stimulation erhöht.
Die extrazelluläre Matrix entwickelt sich allmählich von einem unstrukturierten Zustand hin zu einer strukturierten Hautarchitektur, wobei ein Übergang von Typ-III-Kollagen zu reiferem und mechanisch leistungsfähigerem Typ-I-Kollagen stattfindet.
Die Indikationen für diesen Behandlungsschritt sind vielfältig: Falten und Fältchen, Krähenfüsse, Akne- und Post-Akne-Narben, Gesichtsasymmetrie, abgesunkene Augenbrauen, Nasolabialfalten, Hauterschlaffung, Hyperpigmentierung, Veränderungen des Hautreliefs.
Klinisch äussert sich diese Phase durch eine Gewebekontraktion (Shrink-Effekt), vor allem aber durch eine allmähliche Verbesserung der Hautdichte und -qualität.
Biologische Reaktion und regenerative Verstärkung
Zu dieser mechanischen Stimulation kommt eine sekundäre biologische Reaktion hinzu, die mit dem durch das Einführen der Fäden induzierten aseptischen Mikrotrauma zusammenhängt. Dieses aktiviert die stromal-vaskuläre Fraktion (SVF), die reich an mesenchymalen Stammzellen ist, welche eine Reihe von Mediatoren freisetzen, die unter dem Begriff «Sekretom» zusammengefasst werden.
Dieses Sekretom wirkt als lokales Signal. Es zieht Zellen an, lenkt die Reaktion in Richtung Reparatur und regt die Aktivität der Fibroblasten an.
Hierbei wird der Faden zu einem biologischen Konvergenzpunkt, um den sich die Reparatursignale konzentrieren. Die Regeneration beschränkt sich also nicht auf eine erhöhte Kollagenproduktion, sondern entspricht einer echten Umstrukturierung der extrazellulären Matrix hin zu einer stabileren und funktionaleren Struktur.
Schritt 2: Geweberepositionierung
Nach dieser Regenerationsphase stellen die Lifting-Fäden (PDO, PLLA [Polymilchsäure], PCL [Polycaprolacton] mit multidirektionalen Zacken) die Repositionierung des Gewebes gemäss den Einstichstellen und präzisen anatomischen Vektoren sicher. Obwohl häufig empfohlen wird, die Straffungsfäden im tiefen subkutanen Gewebe zu platzieren, sieht die Luxeface-Technik vor, sie so nah wie möglich am superfiziellen muskulo-aponeurotischen System (SMAS) einzuführen, um sie an der Faszie zu verankern und so ein optimales Ergebnis zu erzielen.
Die Wirksamkeit dieses Schrittes hängt nicht nur von den mechanischen Eigenschaften der Fäden (Art und Positionierung der Zacken, Fadendicke, Material) und der Präzision ihrer Implantation ab, sondern auch vom Zustand des Empfängergewebes. Ein biologisch reichhaltiges und funktionelles Gewebe hält der Zugbelastung besser stand und stabilisiert die Korrektur wirksamer.
Schritt 3: Stabilisierung und Volumenwiederaufbau
Die finale Phase soll das erreichte Ergebnis stabilisieren. Das Ziel ist die Konsolidierung des Lifting-Effekts durch das Einbringen von Monofäden aus PDO, insbesondere des Typs «double curled», wodurch ein subkutanes Netz entsteht, das für einen guten Halt des Gewebes sorgt. Die Fibroblasten bilden ein Kollagennetzwerk um den Faden herum und schaffen dadurch eine natürliche Stützstruktur, die das Ergebnis auch nach der Resorption der Fäden aufrechterhält. Dieser Prozess trägt dazu bei, die Qualität des Gewebes nachhaltig zu verbessern.
Es ist wichtig zu beachten, dass diese verschiedenen Schritte nicht im Zuge eines einzeitigen Verfahrens durchgeführt werden sollten (ein Abstand von 3 Monaten wird empfohlen), sondern in eine sequenzielle Therapiestrategie integriert werden müssen.
Bei Bedarf lässt sich durch eine volumetrische Korrektur das Gesichtsvolumen auf natürliche Weise und ohne Überkorrektur wieder ins Gleichgewicht bringen.
Klinisch ist ein sofortiger, sehr natürlicher Lifting-Effekt zu beobachten, verbunden mit einer allmählichen Verbesserung der Struktur und Dichte der Haut. Die Dauerhaftigkeit des Ergebnisses hängt hauptsächlich vom Gewebezustand und der angewandten Technik ab und kann 24 bis 36 Monate oder sogar länger sein.
Schlussfolgerungen
Das Facelifting mit resorbierbaren Straffungsfäden ist zurzeit Teil eines ganzheitlichen Ansatzes mit kombinierter Wirkung in oberflächlichen und tiefen Schichten des Gesichts.
Der Luxeface-Ansatz vereint beides dank einer dreistufigen Strategie. Sie geht über ein einfaches mechanisches Lifting hinaus und verbessert die Qualität der extrazellulären Matrix, die für ein lang anhaltendes Ergebnis von bis zu 36 Monaten oder mehr entscheidend ist (Abb. 1–3).
Abb. 3: Vor der Behandlung (A), 1 Jahr nach der ersten Behandlung (B), 9 Tage nach der zweiten Behandlung (C) mit Luxeface-Fäden: gezackte Straffungsfäden (PCL und PLLA) und «double curled» PDO-Monofäden
Dieser ganzheitliche Ansatz sorgt für besser vorhersagbare, natürliche und langfristig anhaltende Lifting-Effekte.
Literatur:
bei der Verfasserin
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