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Wichtige Erkenntnisse vom EHAKongress zu CAR-T-Zell-Therapien
Jatros
30
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12.09.2019
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<p class="article-intro">Auch auf der diesjährigen Tagung der European Hematology Association (EHA) wurde eine Vielzahl an Studien zur CAR-T-Zell-Therapie präsentiert. Wir sprachen mit Prof. Ulrich Jäger über seine Highlights vom Kongress und die Österreichische CAR-T-Zell-Therapie-Plattform, die Anfang 2019 gegründet wurde.</p>
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<p class="article-content"><p><strong>Was waren am diesjährigen EHA-Kongress für Sie die Highlights zu CAR-TZell- Therapien?</strong><br /> <strong>U. Jäger:</strong> Die diesjährige Tagung der EHA war geradezu überschwemmt von Präsentationen zu CAR-T-Zell-Therapien, es wurden viele kleine Updates von Studien präsentiert. Für mich fanden die wichtigsten Präsentationen allerdings auf strategischem Level statt: Es gab ein EHA-EBMT Joint Symposium, bei dem ausgelotet wurde, wie die CAR-T-Zell-Therapie in der Routine am besten ablaufen kann. In ihren Vorträgen haben Christine Chomienne (Frankreich), Jordi Sierra (Spanien) und Christian Chabannon (Frankreich) dies aus verschiedenen Aspekten beleuchtet: z. B. wie die CART-Zell-Therapie in Frankreich und Spanien organisiert ist. Dabei wurde auch besprochen, welche Zentren für die CAR-T-Zell-Therapie selektioniert werden und wie viele Zentren es derzeit in Europa gibt. Es wurde auch über CAR-TZell-Therapie-Plattformen in unterschiedlichen Ländern berichtet. Unsere Österreichische CAR-T-Zell-Therapie-Plattform ist hierbei sogar erwähnt worden, weil wir inzwischen schon sehr gut organisiert sind.</p> <p><strong>Wann wurde die Österreichische Plattform für CAR-T-Zell-Therapie gegründet und was sind ihre wichtigsten Aufgaben?</strong><br /> <strong>U. Jäger:</strong> Unsere Plattform wurde im Jänner 2019 auf einem Meeting in Salzburg gegründet. In Österreich haben wir folgende Zentren, die CAR-T-Zell-Therapien durchführen werden: die Medizinischen Universitäten in Wien, Graz, Innsbruck und Salzburg sowie das St. Anna Kinderspital und das Ordensklinikum Elisabethinen in Linz. Die Intention unserer Plattform ist, dass wir uns untereinander austauschen und absprechen. Wir haben bereits Selektionskriterien für die CAR-T-Zell-Therapie erstellt, um zu verhindern, dass es zu einem Tourismus von Patienten zwischen den Zentren in Österreich kommt. Das Ziel ist es, auch für die Patienten klare Vorgaben zu haben. Wir versuchen prinzipiell die Therapie jedem passenden Patienten zugänglich zu machen. Außerdem kann sich so das Gesundheitssystem besser darauf einstellen, an welchen Zentren die Therapien stattfinden und welche Ansprechpartner es bezüglich der Kosten gibt. Auf unserer Plattform helfen wir uns auch gegenseitig bei der Rekrutierung von Patienten für laufende Studien. Ein weiteres Anliegen ist, auch die wissenschaftliche Zusammenarbeit in Programmen zu fördern, beispielsweise unter der Nutzung von Biobanken. Es wird auch ein CAR-T-Zell-Therapie- Register erstellt werden, darum kümmert sich Prof. Greinix, unsere Abgeordnete aus Graz. Die unterschiedlichen Aufgaben sind zwischen den Experten der Zentren gut aufgeteilt. Unsere Plattform ist eine der wenigen in Europa, bei denen die Zusammenarbeit bereits so gut funktioniert.</p> <p><strong>Beschränken sich die Studien zur CAR-T-Zell-Therapie hauptsächlich auf DLBCL und ALL oder wird sie auch bei anderen hämatologischen Erkrankungen getestet?</strong><br /> <strong>U. Jäger:</strong> Es gibt derzeit eine Vielzahl an Studien bei anderen Entitäten wie bei der chronischen lymphatischen Leukämie, follikulären Lymphomen, Mantelzelllymphomen und Myelomen. Die CAR-T-Zell-Therapie wird derzeit also fast überall getestet.</p> <p><strong>Gab es auch wichtige Erkenntnisse bei den benignen hämatologischen Erkrankungen?</strong><br /> <strong>U. Jäger:</strong> Es sind wieder Daten des C1s-Inhibitors bei autoimmunhämolytischen Anämien bzw. der Kälteagglutinin- Krankheit vorgestellt worden. Wir haben ja selbst im Frühjahr eine Studie dazu publiziert. Mehrere Studien, die gerade im Laufen sind, wurden am EHAKongress präsentiert. In der Plenary Session waren die Gentherapie-Studien bei angeborenen Anämien besonders interessant, wie etwa eine Phase-II-Studie bei Thalassämien.</p> <p><br /><strong>Vielen Dank für das Gespräch!</strong></p></p>
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