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Klinisch bedeutsame Studiendaten vom SABCS 2014

<p class="article-intro">Weder hinsichtlich der Entwicklung eines ipsilateralen Rezidivs oder eines kontralateralen Karzinoms noch in Bezug auf das Überleben konnten Vorteile der Durchführung einer präoperativen MRT-Untersuchung der Brüste nachgewiesen werden. Erstmalig wurden Studienergebnisse präsentiert, wonach die Supplementierung mit mehrfach ungesättigten n-3-Fettsäuren zu einer Reduktion von AI-induzierten Arthralgien führt. Aus einer weiteren Untersuchung geht hervor, dass Brustkrebspatientinnen zu einem hohen Prozentsatz Depressionen entwickeln.</p> <hr /> <p class="article-content"><h2>Pr&auml;operatives MRT der Br&uuml;ste und Entstehung eines ipsilateralen Rezidivs oder kontralateralen Karzinoms</h2> <p>Die Arbeitsgruppe um Dr. Amin an der Northwestern University von Chicago hat retrospektiv die elektronischen Krankengeschichten aus dem NMEDW (Northwestern Medicine Enterprise Data Warehouse) von 1.097 Patientinnen mit pr&auml;invasivem und invasivem Mammakarzinom, die zwischen 2004 und 2010 behandelt worden waren, ausgewertet. Lokalrezidive und kontralaterale Karzinome wurden als Brustkrebs-assoziierte Ereignisse klassifiziert. Bei 526 Patientinnen war pr&auml;operativ eine MRT-Untersuchung der Br&uuml;ste durchgef&uuml;hrt worden, w&auml;hrend dies bei 571 Frauen nicht der Fall war. Patientinnen mit einer pr&auml;operativen MRT-Befundung waren j&uuml;nger (medianes Alter 59 vs. 66 Jahre; p&lt;0,0001), h&auml;ufiger pr&auml;menopausal (38 % vs. 27 % ; p=0,0004), wiesen h&auml;ufiger palpable Tumoren auf (35 % vs. 27 % ; p=0,004), hatten h&auml;ufiger invasiv-lobul&auml;re Karzinome (16 % vs. 12 % ) und seltener DCIS-L&auml;sionen (17 % vs. 29 % ; p=0,001). Die mittlere Tumorgr&ouml;&szlig;e war in beiden Gruppen vergleichbar (17,5 vs. 17,3mm). Die Lymphknoten waren jedoch in der MRT-Gruppe h&auml;ufiger positiv (24 % vs. 19 % ; p=0,045). Tripelnegative (TN) Tumoren waren in der MRT-Gruppe h&auml;ufiger (14 % vs. 8 % ; p=0,0003). Die mittlere Nachbeobachtungsdauer betrug 51,5 Monate in der MRT-Gruppe und 59 Monate in der Gruppe ohne MRT (p&lt;0,0001). Die Anzahl von Ereignissen betrug 49 in der MRT-Gruppe und 68 in der Gruppe ohne MRT. Die Hazard-Ratio (HR) f&uuml;r alle Ereignisse war nach Adjustierung der Daten zu Nachbeobachtungsdauer, Patientinnenalter, Tumorgr&ouml;&szlig;e, Lymphknotenstatus und dem Vorliegen einer TN sowie der Durchf&uuml;hrung einer systemischen und Radiotherapie vergleichbar (HR: 0,90; p=0,61). Die HR f&uuml;r ein ipsilaterales Rezidiv sowie f&uuml;r ein kontralaterales Karzinom war in beiden Gruppen &auml;quivalent (HR: 0,93, p=0,76 bzw. HR: 1,22; p=0,61).<sup>1</sup><br /> <br /> <strong>Klinische Interpretation und Konsequenzen:</strong><br /> Die Durchf&uuml;hrung einer pr&auml;operativen MRT-Untersuchung war nach Adjustierung um wichtige prognostische Parameter nicht mit der Reduktion eines ipsilateralen Ereignisses oder kontralateralen Karzinoms assoziiert. Die Routineanwendung eines pr&auml;operativen MRT bei allen Brustkrebspatientinnen scheint nicht n&uuml;tzlich zu sein.</p> <h2>Pr&auml;operatives MRT der Br&uuml;ste hat keinen Einfluss auf das &Uuml;berleben</h2> <p>Ryu et al<sup>2</sup> haben die Krankengeschichten von 873 Patientinnen mit invasivem Mammakarzinom im Stadium pT1 und pT2 ausgewertet, die einer brusterhaltenden Therapie unterzogen worden waren. Bei 77 % dieser Patientinnen war pr&auml;operativ eine MRT-Untersuchung der Br&uuml;ste durchgef&uuml;hrt worden, w&auml;hrend bei den &uuml;brigen 23 % keine erfolgt war. In beiden Gruppen bestanden keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich T-Stadium, Lymphknotenbefall, histologischen Typs, histologischen Gradings, Progesteron-Rezeptor-Status, Alter, adjuvanter Chemotherapie, Radiatio und Antihormontherapie. Bei Patientinnen &le;50 Jahren war h&auml;ufiger eine MRT-Befundung erfolgt als bei jenen &gt;50 Jahre (52 % vs. 43 % ; p=0,02). Der &Ouml;strogenrezeptor(ER)-Status war bei Patientinnen mit pr&auml;operativem MRT h&auml;ufiger positiv (75 % vs. 67 % ; p=0,03), eine HER2-&Uuml;berexpression lag seltener vor (8 % vs. 15 % ; p&lt;0,001). Weder die univariate noch die multivariate Analyse ergab f&uuml;r die Gruppe mit pr&auml;operativem MRT der Br&uuml;ste einen Vorteil hinsichtlich des rezidivfreien oder Gesamt&uuml;berlebens (p&gt;0,05). Auch Alter und HER2-neu-&Uuml;berexpression waren nicht mit dem &Uuml;berleben assoziiert. Nur die ER-&Uuml;berexpression stellte einen unabh&auml;ngigen Faktor f&uuml;r das rezidivfreie und Gesamt&uuml;berleben dar (p&gt;0,01).<br /> <br /> <strong>Klinische Interpretation und Konsequenzen:</strong><br /> Der routinem&auml;&szlig;ige Einsatz der pr&auml;operativen MRT-Untersuchung der Br&uuml;ste zeigt bei Patientinnen mit brusterhaltender Therapie im Stadium I und II keinen Einfluss auf das &Uuml;berleben.</p> <h2>Pr&auml;vention von Aromataseinhibitor(AI)-induzierten Gelenksschmerzen durch Supplementierung mit Omega-3-Fetts&auml;uren</h2> <p>AI-induzierte Gelenksschmerzen beeinflussen u.a. die Therapieadh&auml;renz und die Lebensqualit&auml;t negativ. Mehrfach unges&auml;ttigte n-3-Fetts&auml;uren (n-3-UFS) weisen antiinflammatorische Effekte auf. Es besteht die Hypothese, dass AI-assoziierte Arthralgien teilweise durch inflammatorische Reaktionen bedingt sind. Somit bestand der Studienansatz darin, dass die antiinflammatorische Wirkung von n-3-UFS AI-induzierte Arthralgien g&uuml;nstig beeinflussen kann.<br /> In der von Lustberg et al<sup>3</sup> durchgef&uuml;hrten US-amerikanischen, randomisierten, placebokontrollierten Pilotstudie wurde die Gabe von n-3-UFS in Form von Supplementen (2,58g Eicosapentaens&auml;ure plus 1,74g Docosahexaens&auml;ure pro Tag) versus Placebo bei postmenopausalen Brustkrebspatientinnen untersucht, die einen AI als adjuvante Therapie erhielten. Das mediane Alter betrug 59,5 Jahre. 34 % hatten vor dem AI ein Taxan erhalten. Erstes Studienziel war die Machbarkeit, sekund&auml;r wurden mittels standardisierter Frageb&ouml;gen (Schmerz: BPI-SF, FACTB-ES, HAQ) Symptome erhoben, die vor Einnahme des AI und 12 bzw. 24 Wochen nach einer AI-Therapie aufgetreten sind. 44 Patientinnen wurden in die Studie aufgenommen. 42 davon erhielten eine Therapie &uuml;ber mindestens 4 Wochen. Bei 36 Frauen war noch mindestens eine weitere Evaluierung nach 12 bzw. 24 Wochen durchgef&uuml;hrt worden. Insgesamt nahmen 93 % bzw. 88 % der Patientinnen &gt;80 % der Placebo- bzw. n-3-UFS-Studienmedikation ein. Die meisten n-3-UFS-assoziierten Toxizit&auml;ten waren niedriggradig (Grad&nbsp;1). Nur 1 Patientin (2,5 % ) wies eine Grad-3-Toxizit&auml;t in Form von Diarrh&ouml; auf. Im n-3-UFS-Studienarm traten weniger Schmerzsymptome nach 12 Wochen auf (p=0,08). Spazieren, Aktivit&auml;ten und Arbeiten waren im Verumarm nach 12 Wochen h&auml;ufiger m&ouml;glich (p=0,05). Es wurde durch n-3-UFS-Supplementierung auch eine gr&ouml;&szlig;ere Schmerzfreiheit nach Schmerztherapie erzielt (p&lt;0,044). Im n-3-UFS-Arm wurde ein nicht signifikanter Trend zu verringerten Entz&uuml;ndungszeichen der Handgelenke gem&auml;&szlig; der MRT-Untersuchung beobachtet.<br /> <br /> <strong>Klinische Interpretation und Konsequenzen:</strong><br /> Es handelt sich um die erste randomisierte (Pilot-)Studie, bei der Supplementierung mit n-3-UFS zu einer Reduktion von AI-induzierten Arthralgien gef&uuml;hrt hat.</p> <p><img src="/custom/img/files/files_data_Zeitungen_2015_Jatros_Onko_1501_Weblinks_Seite95.jpg" alt="" width="652" height="314" /></p> <h2>Chronische Begleiterkrankungen von Frauen nach Brustkrebs mit besonderer Ber&uuml;cksichtigung der Depression</h2> <p>Bei Frauen &lt;65 Jahren, die ihre Brustkrebserkrankung mindestens 2 Jahre &uuml;berlebt hatten, wurde anhand der Daten des MDR (Military Health System Data Repository) eine Kohorte von 2.851 Personen identifiziert und gem&auml;&szlig; dem ICD-9-Diagnose-Code ausgewertet.<sup>4</sup><br /> Bei ca. 16 % der Brustkrebspatientinnen wurde im Jahr vor der Diagnose, zum Diagnosezeitpunkt oder in der 2-j&auml;hrigen Nachbeobachtungsphase eine Depression diagnostiziert. Patientinnen mit Depression hatten eine signifikant h&ouml;here Anzahl an Hospitalisierungen (0,33 vs. 0,11 Tage). Auch die Anzahl station&auml;rer Krankenhaustage (1,9 vs. 0,6 Tage), die Anzahl ambulanter Untersuchungen (34,3 vs. 20,4) und jene der Verschreibung von Medikamenten war in diesem Patientinnenkollektiv signifikant h&ouml;her (45,5 vs. 27,6 Medikamente). Im Rahmen der 2-j&auml;hrigen Beobachtungszeit nach der Diagnose von Brustkrebs mussten f&uuml;r Patientinnen mit Depression j&auml;hrlich im Mittel 7.174 US-Dollar mehr f&uuml;r Medikamente aufgewendet werden als f&uuml;r Patientinnen ohne Depression (15.471 vs. 8.297 US-Dollar). Chronische Begleiterkrankungen werden bei bis zu 50 % der Brustkrebspatientinnen diagnostiziert (Tab. 1).<br /> <br /> <strong>Klinische Interpretation und Konsequenzen:</strong> Eine therapiebed&uuml;rftige Depression wird innerhalb von 2 Jahren nach Diagnosestellung bei 38 % der Brustkrebspatientinnen diagnostiziert. Patientinnen mit einer Depression belasten das Gesundheitssystem finanziell st&auml;rker als Patientinnen ohne Depression. In der Betreuung von &bdquo;Breast Cancer Survivors&ldquo; sollte insbesondere auf eine m&ouml;gliche Depression geachtet und dieser fr&uuml;hzeitig mit entsprechenden Ma&szlig;nahmen begegnet werden.</p></p> <p class="article-quelle">Quelle: Univ.-Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Medizinische Universität Graz<br/> E-Mail: edgar.petru@medunigraz.at<br/> Quelle: SABCS-Kongress, 9.–13. Dezember 2014, San Antonio </p> <p class="article-footer"> <a class="literatur" data-toggle="collapse" href="#collapseLiteratur" aria-expanded="false" aria-controls="collapseLiteratur" >Literatur</a> <div class="collapse" id="collapseLiteratur"> <p><strong>1</strong> Amin A et al: SABCS 2014; P1-01-05<br /><strong>2</strong> Ryu J et al: SABCS 2014; P1-01-12 <br /><strong>3</strong> Lustberg M et al: SABCS 2014; P1-09-03<br /><strong>4</strong> Jefferey D et al: SABCS 2014; PD 4-4</p> </div> </p>
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