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Urothelkarzinom

Kein Nutzen der adjuvanten Checkpoint-Blockade bei muskelinvasiver Erkrankung

<p class="article-intro">IMvigor010 ist die erste Phase-III-Studie, die einen Checkpoint-Inhibitor im adjuvanten Setting des muskelinvasiven Urothelkarzinoms untersucht. Laut den beim ASCO veröffentlichten Ergebnissen wurde mit Atezolizumab keine Verlängerung des rezidivfreien Überlebens erreicht, die Studie war negativ.</p> <hr /> <p class="article-content"><p>Die Behandlung des muskelinvasiven Urothelkarzinoms beinhaltet in der Regel eine radikale Resektion und m&ouml;glicherweise eine Cisplatin-basierte neoadjuvante Chemotherapie. Allerdings gibt es keine Level 1-Evidenz f&uuml;r den Nutzen einer adjuvanten Chemotherapie und zudem ist etwa die H&auml;lfte der Patienten f&uuml;r eine Cisplatin-Therapie nicht geeignet. In die randomisierte Phase-III-Studie IMvigor010 wurden insgesamt 809 Patienten eingeschlossen, um nach radikaler Zystektomie eine adjuvante Atezolizumab-Therapie versus Beobachtung zu erhalten. Prim&auml;rer Studienendpunkt war das rezidivfreie &Uuml;berleben (RFS).<br /> Das mediane RFS betrug unter Atezolizumab 19,4 und unter Beobachtung 16,6 Monate. Nach 18 Monaten lebten 51 % versus 49 % der Patienten ohne Rezidiv (HR: 0,89; 95 % CI: 0,74&ndash;1,08; p=0,2446). Dieses Ergebnis war unabh&auml;ngig vom PD-L1-Status. In beiden Studienarmen war mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 21,9 Monaten der Median bez&uuml;glich des Gesamt&uuml;berlebens noch nicht erreicht. Mit einer 18-Monats-OS-Rate von 79 % versus 73 % waren die Ergebnisse f&uuml;r beide Studienarme vergleichbar (HR: 0,85; 95 % CI 0,66-1,09).<br /> Therapie-assoziierte Nebenwirkungen traten bei 71 % der Patienten im Atezolizumab-Arm auf, bei 16 % von Grad 3&ndash;4 und bei 2 % von Grad 5. Klinisch relevante therapieassoziierte Nebenwirkungen wurden bei 11 % der Patienten beobachtet. Bei 16 % der Patienten f&uuml;hrten Nebenwirkungen zu einem Abbruch der Therapie, bei 33 % der Patienten wurde die Therapie aufgrund von Nebenwirkungen unterbrochen.</p> <div id="fazit"> <h2>Fazit</h2> <p>Die IMvigor010-Studie erreichte den prim&auml;ren Endpunkt nicht. Es konnten auch keine spezifischen Subgruppen identifiziert werden, die im adjuvanten Setting bei muskelinvasivem Urothelkarzinom von Atezolizumab profitiert h&auml;tten. Das Sicherheitsprofil war vergleichbar mit den bekannten Daten bei der fortgeschrittenen Erkrankung.</p> </div> <p><br /><strong>Quelle:</strong><br />Hussain MHA et al.: IMvigor010: Primary analysis from a phase III randomized study of adjuvant atezolizumab vs observation in high-risk muscle-invasive urothelial carcinoma. ASCO 2020, Abstr. #5000</p> <p><strong>Bericht:</strong><br />Dr. Ine Schmale</p></p>
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