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Kein Nutzen der adjuvanten Checkpoint-Blockade bei muskelinvasiver Erkrankung
Jatros Digital
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31.05.2020
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<p class="article-intro">IMvigor010 ist die erste Phase-III-Studie, die einen Checkpoint-Inhibitor im adjuvanten Setting des muskelinvasiven Urothelkarzinoms untersucht. Laut den beim ASCO veröffentlichten Ergebnissen wurde mit Atezolizumab keine Verlängerung des rezidivfreien Überlebens erreicht, die Studie war negativ.</p>
<hr />
<p class="article-content"><p>Die Behandlung des muskelinvasiven Urothelkarzinoms beinhaltet in der Regel eine radikale Resektion und möglicherweise eine Cisplatin-basierte neoadjuvante Chemotherapie. Allerdings gibt es keine Level 1-Evidenz für den Nutzen einer adjuvanten Chemotherapie und zudem ist etwa die Hälfte der Patienten für eine Cisplatin-Therapie nicht geeignet. In die randomisierte Phase-III-Studie IMvigor010 wurden insgesamt 809 Patienten eingeschlossen, um nach radikaler Zystektomie eine adjuvante Atezolizumab-Therapie versus Beobachtung zu erhalten. Primärer Studienendpunkt war das rezidivfreie Überleben (RFS).<br /> Das mediane RFS betrug unter Atezolizumab 19,4 und unter Beobachtung 16,6 Monate. Nach 18 Monaten lebten 51 % versus 49 % der Patienten ohne Rezidiv (HR: 0,89; 95 % CI: 0,74–1,08; p=0,2446). Dieses Ergebnis war unabhängig vom PD-L1-Status. In beiden Studienarmen war mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 21,9 Monaten der Median bezüglich des Gesamtüberlebens noch nicht erreicht. Mit einer 18-Monats-OS-Rate von 79 % versus 73 % waren die Ergebnisse für beide Studienarme vergleichbar (HR: 0,85; 95 % CI 0,66-1,09).<br /> Therapie-assoziierte Nebenwirkungen traten bei 71 % der Patienten im Atezolizumab-Arm auf, bei 16 % von Grad 3–4 und bei 2 % von Grad 5. Klinisch relevante therapieassoziierte Nebenwirkungen wurden bei 11 % der Patienten beobachtet. Bei 16 % der Patienten führten Nebenwirkungen zu einem Abbruch der Therapie, bei 33 % der Patienten wurde die Therapie aufgrund von Nebenwirkungen unterbrochen.</p> <div id="fazit"> <h2>Fazit</h2> <p>Die IMvigor010-Studie erreichte den primären Endpunkt nicht. Es konnten auch keine spezifischen Subgruppen identifiziert werden, die im adjuvanten Setting bei muskelinvasivem Urothelkarzinom von Atezolizumab profitiert hätten. Das Sicherheitsprofil war vergleichbar mit den bekannten Daten bei der fortgeschrittenen Erkrankung.</p> </div> <p><br /><strong>Quelle:</strong><br />Hussain MHA et al.: IMvigor010: Primary analysis from a phase III randomized study of adjuvant atezolizumab vs observation in high-risk muscle-invasive urothelial carcinoma. ASCO 2020, Abstr. #5000</p> <p><strong>Bericht:</strong><br />Dr. Ine Schmale</p></p>
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