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Highlight-Studien zu oberen gastrointestinalen und hepatopankreatiko-biliären Tumoren

Der ASCO 2020 fand nicht wie gewohnt physisch in Chicago statt. Vielmehr wurden die aktuellen wissenschaftlichen Daten wegen der Covid-19-Pandemie auf einem virtuellen Meeting ausgetauscht und präsentiert. Auf diese Weise wurden 2215 Abstracts für die Online-Präsentation ausgewählt und mehr als 3400 Abstracts wurden für die Online-Publikation akzeptiert. Eine Auswahl von relevanten Abstracts aus dem Gebiet der oberen gastrointestinalen (GI) und hepato-pankreatiko-biliären (HBP) Tumoren möchte ich im folgenden Abschnitt darstellen.

Howard Safran präsentierte die Daten der RTOG-1010-Studie für die Indikation Adenokarzinom des Ösophagus mit HER2- Überexpression.1 Generell weisen 19–32% der Adenokarzinome des Ösophagus eine Genexpression von HER2 auf. Diese Überexpression führt bei den Tumorzellen zu einer vermehrten Ausprägung des transmembranösen Glykoproteinrezeptors p185HER2. Für diese Struktur ist bereits eine zielgerichtete Therapie mit dem humanisierten monoklonalen Anti-HER2-Antikörper Trastuzumab verfügbar. In dieser nun geplanten Phase-III-Studie wurde bei Nachweis einer HER2-Überexpression eine 1:1-Randomisierung vorgenommen. Insgesamt wurden 571 Patienten auf HER2 getestet und 203 in die Studie eingeschlossen. Der Standardarm umfasste die trimodale Therapie mit klassischer Radiochemotherapie mit einer Bestrahlungsdosierung von 50,4Gy und einer konkomitanten Chemotherapie von Carboplatin und Paclitaxel gefolgt von einer Operation im Abstand von 5–8 Wochen nach der Radiatio. Der Standardarm wurde hiernach in einer Nachsorgestrategie verfolgt und Patienten im Studienarm erhielten zusätzlich 13 Gaben Trastuzumab adjuvant. Als primärer Endpunkt wurde das krankheitsfreie Überleben (DFS) gewählt; sekundäre Endpunkte umfassten die Rate des pathologisch kompletten Ansprechens (pCR) unter Trastuzumab, das mediane Gesamtüberleben (mOS) wie auch die Evaluation von Toxizität und dem Einfluss auf die Lebensqualität. DasErgebnis in Bezug auf das mediane DFS war negativ, respektive gab es keinen Vorteil in der Behandlung mit Trastuzmab (mDFS = 19,6 versus 14,2 Monate) im Vergleich zur trimodalen Therapie des Ösophaguskarzinoms mit einer HR von 0,97 (95% CI: 0,69–1,36; p=0,85). Auch der sekundäre Endpunkt mOS war mit 38,5 Monaten im Studienarm vergleichbar mit dem Standardarm mit 38,9 Monaten (HR: 1,01; 95% CI: 0,69–1,47; p=0,95) und eine erhöhte Rate von pCR wurde ebenfalls nicht gesehen. Diese Daten waren trotz einer guten Rationale nicht klinisch übertragbar und die klassische trimodale Therapie bleibt weiterhin Standard in der Behandlung des kurativ therapiebaren lokalen und lokal fortgeschrittenen Adenokarzinoms des Ösophagus. Allerdings lässt diese Studie viele Fragen zurzukünftigen Behandlung des HER2überexpremierenden Ösophaguskarzinoms offen. Diese offenen Punkte werden Bestandteil zukünftiger translationaler und präklinischer Studien sein, woraus sich womöglich weitere klinische Studienkonzepte entwickeln.

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