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Daten zum Melanom bestätigen die klinische Praxis

<p class="article-intro">Am ASCO Annual Meeting 2017 wurden zahlreiche Daten zum Melanom präsentiert, die einerseits das bisherige klinische Vorgehen in der adjuvanten Therapie bestätigen und andererseits Aufschluss über die adäquate Dosierung monoklonaler Antikörper geben.</p> <hr /> <p class="article-content"><p><strong>Welches waren f&uuml;r Sie die Highlights am diesj&auml;hrigen ASCO?<br /> R. Dummer:</strong> Im Bereich Hautkrebs gab es einige spannende Beitr&auml;ge. Wichtig f&uuml;r die Praxis ist die Studie zur adjuvanten Therapie des Melanoms mit zwei verschiedenen Dosen von Ipilimumab.<sup>1</sup> Hier zeigt sich, dass Ipilimumab in einer Dosierung von 3mg pro Kilogramm K&ouml;rpergewicht wesentlich besser vertr&auml;glich als 10mg/kg und sehr &auml;hnlich wirksam ist.<br /> Sehr wichtig sind auch die Studien zur Wirksamkeit moderner Therapieverfahren bei Patienten mit Hirnmetastasen. Hier zeigen sowohl zielgerichtete Medikamente wie Dabrafenib und Trametinib<sup>2</sup> als auch die Kombination Ipilimumab und Nivolumab<sup>3, 4</sup> eine akzeptable Wirksamkeit.<br /> Besonders spannend waren die Beitr&auml;ge zu Phase-I-Studien in der Vortragsreihe zur fr&uuml;hen Entwicklungsphase von Medikamenten. Es gibt eine ganze Reihe von interessanten neuen Molek&uuml;len, die m&ouml;glicherweise bald ihren Weg in die Behandlung des fortgeschrittenen Hautkrebses finden werden. Nicht nur das Melanom wird durch die Immuntherapie erfolgreich behandelt, eine am Sonntag im Rahmen des ASCO Annual Meeting vorgestellte Studie zeigt eine beachtliche Wirksamkeit eines Anti-PD-1-Antik&ouml;rpers beim fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinom der Haut.<sup>5</sup><br /><br /> <strong>Welche Studien haben Ihre Erwartungen erf&uuml;llt und welche waren entt&auml;uschend?<br /> R. Dummer: </strong>Die Wirksamkeit der Behandlung von zielgerichteten Medikamenten bei Hirnmetastasen entspricht unseren Erfahrungen in Z&uuml;rich ausserhalb von klinischen Studien. Es zeigt sich jedoch, dass die Ansprechdauer unter Therapie mit zielgerichteten Medikamenten im ZNS-Bereich kurz ist. Hier kann evtl. doch eine stereotaktische Bestrahlung helfen. Entt&auml;uschend sind die Behandlungsergebnisse beim Aderhautmelanom. <sup>6</sup> Deshalb werden wir an der dermatologischen Klinik des Universit&auml;tsspitals Z&uuml;rich dieses Jahr zwei prospektiv randomisierte Studien zu dieser Behandlungsindikation starten.<br /><br /> <strong>Gibt es neue vielversprechende Daten auf dem Gebiet der personalisierten Medizin?<br /> R. Dummer: </strong>In einer grossen englischen Studie der begleitenden translationalen Forschung wurde gezeigt, dass zirkulierende Tumor-DNA nach operativer Entfernung von Metastasen eine sehr hohe prognostische Relevanz hat. Diese Beobachtung k&ouml;nnte evtl. bald in der Klinik eingesetzt werden.<br /><br /> <strong>Welche Fortschritte bei der &Uuml;berwindung der Resistenzentwicklung gibt es?<br /> R. Dummer: </strong>Zu diesem Thema wurden keine Daten vorgestellt.<br /><br /> <strong>In welchen Bereichen der Dermatoonkologie gibt es den gr&ouml;ssten Forschungsbedarf?<br /> R. Dummer: </strong>Bei der Behandlung mit zielgerichteten Medikamenten zeichnet sich ab, dass Dreierkombinationen bald in der Klinik eingesetzt werden k&ouml;nnen. Hier ist es wesentlich, die Kombinationspartner auf das molekularbiologische Profil des Prim&auml;rtumors auszurichten. Interessant sind die Wirkungen von viralen Vektoren in der Fr&uuml;hphase der Immunantwort.<br /><br /> <strong>Welche Erkenntnisse werden Sie in Ihrer t&auml;glichen Praxis unmittelbar umsetzen?<br /> R. Dummer: </strong>Gl&uuml;cklicherweise haben viele Ergebnisse unsere t&auml;gliche Praxis best&auml;tigt: Wir haben bis jetzt in der adjuvanten Therapie Ipilimumab immer in einer Dosierung von 3mg pro Kilogramm K&ouml;rpergewicht eingesetzt, was nun in Hinblick auf die oben erw&auml;hnte amerikanische Studie gerechtfertigt erscheint. Patienten mit Hirnmetastasen wurden auch prim&auml;r mit systemischer Therapie behandelt. In Zukunft werden wir wahrscheinlich in diesem Zusammenhang eher auf die Kombinationsbehandlung Ipilimumab und Nivolumab setzen.<br /><br /> <strong>Vielen Dank f&uuml;r das Gespr&auml;ch!</strong></p></p> <p class="article-footer"> <a class="literatur" data-toggle="collapse" href="#collapseLiteratur" aria-expanded="false" aria-controls="collapseLiteratur" >Literatur</a> <div class="collapse" id="collapseLiteratur"> <p><strong>1</strong> Tarhini AA et al.: A phase III randomized study of adjuvant ipilimumab (3 or 10 mg/kg) versus high-dose interferon alfa-2b for resected high-risk melanoma (U.S. Intergroup E1609): preliminary safety and efficacy of the ipilimumab arms. ASCO 2017; Abstr. #9500 <strong>2</strong> Davies MA et al.: COMBI-MB: a phase II study of combination dabrafenib and trametinib in patients with BRAFV600-mutant melanoma brain metastases (MBM). ASCO 2017; Abstr. #9506 <strong>3</strong> Tawbi HA et al.: Efficacy and safety of nivolumab plus ipilimumab in patients with melanoma metastatic to the brain: results of the phase II study CheckMate 204. ASCO 2017; Abstr. #9507 <strong>4</strong> Long GV et al.: A randomized phase II study of nivolumab or nivolumab combined with ipilimumab in patients with melanoma brain metastases: the Anti-PD1 Brain Collaboration (ABC). ASCO 2017; Abstr. #9508 <strong>5</strong> Papadopopoulos KP et al.: REGN2810: A fully human anti-PD1 monoclonal antibody for patients with unresectable locally advanced or metastatic cutaneous squamous cell carcinoma (CSCC) &ndash; initial safety and efficacy from expansion cohorts (ECs) of phase I study. ASCO 2017; Abstr. #9503 <strong>6</strong> Piperno-Neumann S et al.: A randomized multicenter phase 3 trial of adjuvant fotemustine versus surveillance in high risk uveal melanoma patients (FOTEADJ). ASCO 2017; Abstr. #9502</p> </div> </p>
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