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Building bridges in palliative care: to where and to whom?
Leading Opinions
Autor:
Prof. Dr. Jens Papke
Zwickau/Neustadt<br/> Quelle: 14. World Congress der EAPC 2015, „Building bridges“, 8.–10. Mai 2015, Kopenhagen
30
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23.07.2015
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<p class="article-intro">Vom 8. bis 10. Mai 2015 fand der 14. Weltkongress der European Association for Palliative Care unter dem Motto „Building Bridges“ in Kopenhagen, unter der Schirmherrschaft von Kronprinzessin Mary von Dänemark, statt. In zahlreichen Sessions wurden Themen von „advance care planning“ über Fragen des Pflegemanagements bis hin zum Assessment und Management der Atemnot behandelt.</p>
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<p class="article-content"><p><br />Die Organisatoren hatten mit dem Bella Congress Center einen grosszügigen und geräumigen Tagungsort gewählt, der dem weit über den europäischen Massstab hinaus geplanten Kongress bei schönstem Frühlingswetter und einer kräftigen Brise den adäquaten Rahmen gab.<br />Unter Bezugnahme auf das kommunikationssymbolisierende Motto leitete Luc Deliens, Belgien, mit seinen Ausführungen zu „Building bridges in palliative care: to where and to whom?“ das vielschichtige Programm ein. Deliens erweiterte den Gedanken des Brückenbauens von der einfachen Kommunikation zum Bild klinischer Brücken von einer Palliativversorgung ausschliesslich onkologischer Patienten bis hin zu Patienten mit nicht malignen Erkrankungen und alter Menschen. Ferner wurden auch Brücken von der medizinischen wie auch pflegerischen Forschung zur Forschung im öffentlichen Gesundheitswesen und in den Sozialwissenschaften geschlagen. Der Vortragende hob hervor, dass ein Bedarf bestünde, weitere Brücken in klinischen und wissenschaftlichen Settings zu bauen, um Palliative Care letztlich in eine globale Dimension weiterzuentwickeln.</p> <h2>International Breathlessness Conference</h2> <p>Es scheint ein Übel grosser Kongresse zu sein, dass immer öfter mehrere Sitzungen zeitgleich geplant werden, um das Informationsangebot zu verdichten und so auf keine Session verzichten zu müssen. Dies machte es dem interessierten Besucher jedoch unmöglich, an allen relevanten Sitzungen teilzuhaben. Der EAPC-Kongress scheint bedauerlicherweise nun eben auch diesen Weg zu gehen; an beiden Kongresstagen wurden bis zu acht „parallel sessions“ simultan angeboten. Dem Rezensenten war es daher nur möglich, an jeweils einer der vielen angebotenen Sessions teilzunehmen. Der Freitagvormittag war unter anderem der Bewertung und dem Management des Symptoms der Atemnot gewidmet. Zum Assessment von Dyspnoe in der klinischen Praxis nahm Steffen Simon, Köln (D), in einer Übersicht Stellung. Die Beurteilung von Atemnot sollte stets Bestandteil einer umfassenden Symptomeinschätzung bei lebensbegrenzenden Erkrankungen sein. Goldstandard ist hierbei die Selbsteinschätzung durch den Patienten. Sollte diese nicht möglich sein, ist ein „Proxy-Assessment“ durch Pflegende oder Mediziner erforderlich. Hierfür existieren gut validierte Tools. Kontinuierliche und episodische Atemnot sollten differenziert werden, um die therapeutische Strategie zu optimieren. Letztlich seien die Therapiepläne immer individuell zu entwickeln und abzustimmen. Matthew Maddocks, London (UK), fasste die Möglichkeiten der nicht medikamentösen Therapie zusammen; hierzu zählen beispielsweise Atemtraining, Lagerung, Akupressur, Entspannung, Bewegungshilfen und physisches Training. Nur Opioide hätten eine substanzielle Evidenz in der medikamentösen Therapie des Symptoms Atemnot, führte Miriam Johnson, Hull (UK), aus.</p> <h2>Pflegemanagement als Schwerpunkt</h2> <p>Gunn Grande, Manchester (UK), widmete sich dem bedeutungsvollen Thema der Unterstützung familiärer Pflegender in der Palliativversorgung, ohne welche eine zufriedenstellende ambulante Patientenversorgung undenkbar wäre. Die Angehörigen geraten meist unvorbereitet in diese Rolle, lernen durch „trial and error“ und leiden durch die Pflege ihres Angehörigen oftmals unter psychologischen, physischen, sozialen und finanziellen Belastungen. Bisherige Interventionen in Studien hätten nur eine geringe Auswirkung auf die Verbesserung der Situation der pflegenden Angehörigen gezeigt, sodass weitere Wege gesucht werden müssten, um diesen Menschen zur Seite zu stehen. Die Unterstützung der Pflegenden müsse in die reguläre Krankenversorgung integriert werden. Dies habe eine Reihe von Konsequenzen, wie die Eigenwahrnehmung als pflegende Laien, die Abstimmung mit der Tätigkeit der professionellen Pflegenden und der Hausärzte, die Beachtung von Veränderungen der familiären Strukturen, einer alternden Population und der Herausforderungen einer multikulturellen Gesellschaft. Letztlich ist die Unterstützung der pflegenden Angehörigen relevant für die Sicherstellung der Betreuung des Patienten, aber auch für die Stützung des eigenen Wohlbefindens der Pflegenden.</p> <h2>Advance Care Planning</h2> <p>Fragen des Pflegemanagements hatten einen angemessen grossen Raum auf dem 15. Kongress der EAPC.<br />In einer Parallel Session zum Thema „advance care planning“ (ACP) gab Bernard Hammes, La Cross (USA), einen Überblick über deren Implementation in die tägliche Praxis. Ein ACP-System beinhaltet organisierte Abstimmungen zwischen Personal und Patienten, wobei fünf Schritte zu beachten sind:</p> <ol style="list-style-type: undefined;"> <li>strukturierte Gespräche zum Thema mit dem Patienten zu festgesetzten Zeitpunkten im Betreuungsverlauf;</li> <li>die Einbeziehung des Patienten in die Planung der künftigen Versorgung;</li> <li>die Einbeziehung von Patienten, pflegenden Angehörigen und Pflegepersonal in die Planung;</li> <li>der Plan muss dem Pflegepersonal auch in der Zukunft zugänglich sein;</li> <li>wenn nötig wird der Plan respektvoll und achtsam durch die behandelnden Ärzte genutzt.</li> </ol> <p>Zur Problematik des Erreichens eigener Kompetenz zur Diskussion von Fragen des ACP äusserte sich Urška Lunder, Golnik (SLO).</p> <h2>„End-of-life care“ und Einfluss auf Sterbeort</h2> <p>Der Untersuchung von Trends zum Sterbeort wurde ebenfalls eine eigene Session gewidmet. Dieser Problemkreis hat auch als Qualitätskriterium einen enormen Stellenwert, gerade in der häuslichen Versorgung. Barbara Gomes, London (UK), gab einen Überblick über die Entwicklung der Sterbeortforschung mit einer Metaanalyse von Daten aus 1.584 Publikationen. Die jeweilige Versorgungssituation in den verschiedenen Ländern Europas wird geprägt durch klinische und individuelle Faktoren sowie Umweltfaktoren. Auswirkungen auf Patienten und deren Familien, Personal, Provider und Gesundheitspolitik beeinflussen künftige Trends in der Mikrogeografie von Tod und Sterben. Dirk Houttekier aus Brüssel (B) analysierte die Verschiebungen der Sterbeorte in den Jahren 1998 bis 2013 in Flandern. Die Zahl der Todesfälle in Krankenhäusern infolge chronischer lebensbedrohlicher Erkrankungen ging zwischen 1998 und 2007 von 55,1 % auf 51,7 % zurück. Dieser Rückgang galt nicht für Singles und Menschen aus Grossfamilien. Todesfälle von Pflegeheimbewohnern gingen von 31 % auf 21,5 % zurück und waren assoziiert mit der Umwandlung von Heimbewohnerbetten in Pflegeheimplätze. In Belgien, den Niederlanden, England und Wales ist die Zahl der Krankenhaussterbefälle, die auf Demenz oder Krebserkrankungen zurückzuführen sind, rückläufig. Dieser Trend deute auf eine bessere Qualität der „end-of-life care“ in Belgien und Europa hin.<br />Dem grossen Angebot oraler Präsentationen stand eine ungleich grössere Anzahl von Posterbeiträgen gegenüber, die zum grossen Teil die facettenreiche, bunte Landschaft der Palliative Care weltweit abbildete.</p></p>
<p class="article-quelle">Quelle: Zwickau/Neustadt<br/>
Quelle: 14. World Congress der EAPC 2015, „Building bridges“,
8.–10. Mai 2015, Kopenhagen
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