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ASCO: Clinical Cancer Advances of the Year 2019
Jatros
Autor:
Univ.-Prof. Dr. Michael Micksche
Ehem. Leiter des Instituts für Krebsforschung, MedUni Wien<br> E-Mail: michael.micksche@meduniwien.ac.at
30
Min. Lesezeit
30.05.2019
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<p class="article-intro">Die American Society of Clinical Oncology (ASCO) veröffentlicht seit 14 Jahren einen Bericht über „Progress against Cancer“. Der Expertenbericht 2019 wurde über die Periode November 2017 bis Oktober 2018 erstellt und im „JCO“ im Jänner publiziert.</p>
<hr />
<p class="article-content"><p>Zum ersten Mal hat die ASCO Schwerpunkte für die zukünftigen Forschungen identifiziert, um den Fortschritt im Kampf gegen Krebs zu beschleunigen. Diese Prioritätenliste – ohne spezifische Reihungen – soll zu Verbesserungen der unerfüllten Bedürfnisse und Wissenslücken in den Bereichen der Patientenversorgung und deren Outcome führen.</p> <h2>Definition der ASCO-Forschungsprioritäten für 2019</h2> <ol> <li>Identifizierung von Strategien zur besseren Vorhersage des Ansprechens auf Immuntherapien: Behandlungsstrategien zur Krebsimmuntherapie umfassen Vakzine, Checkpoint- Inhibitoren und seit Kurzem die Zellulartherapien. Diese Interventionen haben die Prognose von vielen Krebsformen verbessert und zu lang anhaltenden (auch jahrelangen) Remissionen geführt. Durch den Einsatz von neuen Biomarkern sollte eine Vorhersage des Ansprechens von individuellen Patienten ermöglicht werden.</li> <li>Bessere Definition der Patientenpopulation, die von einer adjuvanten postoperativen Therapie profitiert: Diese Therapien haben zu dramatischen Verbesserungen der Überlebenszeiten bei bestimmten Patienten geführt, wobei der erzielte Benefit die Risiken vertretbar erscheinen lässt. Wichtig ist zu erkennen, welche Patienten von der adjuvanten Therapie den größten Nutzen und dabei das geringste Nebenwirkungsrisiko haben.</li> <li>Translation/Übertragung der Zellulartherapien auf solide Tumoren: Die rezente FDA-Zulassung der Chimeric-Antigen- Receptor(CAR)-T-Zell-Therapien bei Leukämien und Lymphomen wird als echter Meilenstein der Krebsimmuntherapie angesehen. Die Verbesserung der Therapie und auch die Anwendung bei soliden Tumoren sind als Ziele zu nennen.</li> <li>Forschung zur Präzisionsmedizin und zu Behandlungsmöglichkeiten besonders auch bei pädiatrischen Krebserkrankungen: Durch den breiten Einsatz von genetischen Untersuchungsmethoden wurden bei Erwachsenen bei verschiedenen Krebsformen gemeinsame Mutationen definiert. Auf deren Basis wurden zielgerichtete Therapien, die zu Lebensverbesserungen und -verlängerungen führen, entwickelt. Bei pädiatrischen Krebserkrankungen sollten genomische oder molekulare Veränderungen identifiziert und als Therapietargets eingesetzt werden.</li> <li>Optimierung der Pflege von älteren Krebspatienten: Die meisten Krebskranken sind Personen im Alter über 65 Jahre. Dennoch ist diese Population in klinischen Studien unterrepräsentiert. Das Fehlen von Erfahrung und eine große Diversität sind Kennzeichen dieser stetig zunehmenden Patientengruppe. Daher gibt es große Herausforderungen für klinische Studien und die optimale Patientenbetreuung.</li> <li>Steigerung des gerechten Zuganges zu klinischen Studien bei Krebs: Hier ist zu garantieren, dass jeder Krebspatient unabhängig von ethnischem Background, Alter, geografischer Lokalisation und sozioökonomischem Status einen Nutzen aus Fortschritten der Krebsforschung ziehen kann.</li> <li>Reduktion der Langzeitkonsequenzen/-nebenwirkungen von Krebstherapien: Die Errungenschaften der Krebstherapie haben zu einer Rekordzahl an Krebsüberlebenden geführt. Daraus ergibt sich das Problem der Langzeitnebenwirkungen mit wesentlichen Einschränkungen der Lebensqualität. Somit gilt es, ein Problem, das Patienten, Ärzte, Pflegepersonal und das gesamte Gesundheitssystem betrifft, zu lösen.</li> <li>Reduzierung der Adipositas und des Einflusses auf Krebsentstehung und Outcome: Adipositas ist ein klar definierter Risikofaktor für Krebs. Zusätzlich ist Fettleibigkeit mit einem erhöhten Risiko für Therapienebenwirkungen und auch mit einem kürzeren Überleben assoziiert. Forschung ist hier dringend erforderlich, um die grundlegenden Mechanismen von Krebsentstehung, Progression und Therapieversagen zu verstehen und dementsprechende Maßnahmen ergreifen zu können.</li> <li>Identifizierung von Strategien für die Entdeckung und Behandlung von prämalignen Läsionen: Viele Krebsformen beginnen als Hochrisiko-Läsionen. Zurzeit ist wenig über Genetik, Heterogenität, Microenvironment und Ursachen, die einer Progression zu invasivem Krebs zugrunde liegen, bekannt. Vermehrtes Verständnis dieser Prozesse und Mechanismen kann zu verbesserten Strategien für Prävention und Therapie führen.</li> </ol> <p>Diese Prioritätenliste der ASCO für die Forschung 2019 soll sowohl die Wissensbasis für klinische Entscheidungen verbessern als auch bisher unerfüllten Bedürfnissen bei der Pflege von Krebspatienten nachkommen und einen Fortschritt im Kampf gegen Krebs bewirken.</p></p>
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