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Kasuistik aus dem Tumorboard der Medizinischen Universität Graz

Rezidiviertes Urothelkarzinom mit komplexen Komorbiditäten

Der folgende Patientenfall beschreibt eine sehr komplexe Tumorerkrankung, wie sie in Studien nicht abgebildet ist, da solch ein Patient von einer Studienteilnahme ausgeschlossen gewesen wäre. Studienpopulationen sind daher nicht unbedingt repräsentativ für Patient:innen, die onkologisch tätigen Ärzt:innen im klinischen Alltag begegnen und sie vor Herausforderungen stellen.

Der Patient, ein 57-jähriger Mann, stellte sich in der Notaufnahme wegen Meläna vor. Im Labor zeigte sich eine transfusionspflichtige Anämie. In der Anamnese war ein vor zwei Jahren operiertes Harnblasenkarzinom mit Urostomaanlage ohne Erhalt einer neoadjuvanten Chemotherapie zu erheben, pT2b N0. In der anschließend durchgeführten Computertomografie (CT) des Abdomens zeigte sich eine etwa 16cm große Tumorformation im kleinen Becken unter Miteinbeziehung des Rektosigmoids und fraglicher Abszessbildung im Bereich des Musculus iliopsoas links (Abb. 1). In einer Rektoskopie konnte kein Tumor gesichtet werden, weshalb eine histologische Abklärung des Beckentumors mittels CT-gezielter Punktion erfolgte. Diese ergab den Befund eines High-grade-Urothelkarzinoms, PD-L1 1–5%, Combined Positive Score (CPS) 5%.

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