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Klinische Auswirkungen von Covid-19 auf Krebspatienten
Jatros Digital
30
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02.06.2020
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<p class="article-intro">Am ASCO-Kongress wurden die Daten des COVID-19 and Cancer Consortium (CCC19) präsentiert, das die klinischen Auswirkungen von Covid-19 auf Krebspatienten untersuchte und potenzielle prognostische Faktoren identifizierte.</p>
<hr />
<p class="article-content"><p>Das CCC19 entstand Mitte März 2020 und besteht aus 106 teilnehmenden Institutionen. Man ging von der Hypothese aus, dass Krebspatienten ein erhöhtes Risiko für unerwünschte Ereignisse im Zusammenhang mit Covid-19 aufweisen (vor allem aufgrund von hohem Alter, Komorbiditäten, häufigen Kontakten im Gesundheitssystem oder schlechterem Performance-Status). Patienten mit PCR-bestätigter SARS-CoV-2-Infektion wurden analysiert. Ausgewertet wurde die Sterblichkeit aufgrund jeglicher Ursache innerhalb von 30 Tagen sowie unter anderem Hospitalisierung, Aufnahme in die Intensivstation und künstliche Beatmung. Am ASCO wurde die Auswertung von 928 Patienten präsentiert. Die Patienten waren zum Großteil aus den USA (87 % ), zu 7 % aus Spanien und zu 5 % aus Kanada. Das mediane Alter betrug 66 Jahre, die Verteilung von Männern und Frauen war gleichmäßig. 82 % der Patienten hatten solide Tumoren, 22 % hämatologische; 12 % hatten multiple Tumoren. Am häufigsten waren vertreten: Mammakarzinom (21 % ), Prostatakarzinom (16 % ), gastrointestinale Tumoren (11 % ), thorakale Tumoren (10 % ) und multiple Myelome (6 % ). 68 % der Patienten wiesen einen ECOG-Performance-Status von 0 oder 1 auf, 8 % von 2 und 5 % von 3 oder 4. 45 % der Pateinten befanden sich in Remission.<br /> Nach einem medianen Follow-up von 21 Tagen waren 121 Patienten (13 % ) gestorben. Damit ist die Sterblichkeit bei Krebspatienten mit Covid-19 deutlich höher als in der Allgemeinbevölkerung mit Covid-19. 116 Patienten (12 % ) bedurften künstlicher Beatmung, 14 % wurden in der Intensivstation aufgenommen, 50 % hospitalisiert. Folgende Faktoren waren mit einer erhöhten 30-Tages-Mortalität verbunden: höheres Alter, Männer, (ehemalige) Raucher, ECOG-Performance Status 2 (versus 0/1). Patienten, die an einem progredienten Malignom litten, hatten ein mehr als 5-fach erhöhtes Risiko zu versterben. Die Verwendung einer Kombination aus Hydroxychloroquin und Azithromycin zur Behandlung von Covid-19 war mit einem 2,89-fach höheren Sterberisiko verbunden. Allerdings gab es kein signifikant erhöhtes Risiko im Zusammenhang mit einem alleinigen Einsatz einer der beiden Wirkstoffe.</p> <div id="fazit"> <h2>Fazit</h2> <p>Krebspatienten, die an Covid-19 erkranken, weisen höhere Sterblichkeitsraten und höhere Raten an Komplikationen auf. Faktoren wie hohes Alter, ECOG-Performance Status ≥2 und ein progredientes Malignom sind mit einer höheren Sterblichkeit verbunden.</p> </div> <p><br /><strong>Quelle:</strong><br />Warner JL et al.: Clinical impact of COVID-19 on patients with cancer: Data from the COVID-19 and Cancer Consortium (CCC19). ASCO 2020, Abstr. #LBA110</p> <p><strong>Bericht:</strong><br />Dr. Nicole Leitner</p></p>
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