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14th World Congress of the European Association for Palliative Care

Building bridges in palliative care: to where and to whom?

<p class="article-intro">Vom 8. bis 10. Mai 2015 fand der 14. Weltkongress der European Association for Palliative Care unter dem Motto „Building Bridges“ in Kopenhagen, unter der Schirmherrschaft von Kronprinzessin Mary von Dänemark, statt. In zahlreichen Sessions wurden Themen von „advance care planning“ über Fragen des Pflegemanagements bis hin zum Assessment und Management der Atemnot behandelt.</p> <hr /> <p class="article-content"><p><br />Die Organisatoren hatten mit dem Bella Congress Center einen grossz&uuml;gigen und ger&auml;umigen Tagungsort gew&auml;hlt, der dem weit &uuml;ber den europ&auml;ischen Massstab hinaus geplanten Kongress bei sch&ouml;nstem Fr&uuml;hlingswetter und einer kr&auml;ftigen Brise den ad&auml;quaten Rahmen gab.<br />Unter Bezugnahme auf das kommunikationssymbolisierende Motto leitete Luc Deliens, Belgien, mit seinen Ausf&uuml;hrungen zu &bdquo;Building bridges in palliative care: to where and to whom?&ldquo; das vielschichtige Programm ein. Deliens erweiterte den Gedanken des Br&uuml;ckenbauens von der einfachen Kommunikation zum Bild klinischer Br&uuml;cken von einer Palliativversorgung ausschliesslich onkologischer Patienten bis hin zu Patienten mit nicht malignen Erkrankungen und alter Menschen. Ferner wurden auch Br&uuml;cken von der medizinischen wie auch pflegerischen Forschung zur Forschung im &ouml;ffentlichen Gesundheitswesen und in den Sozialwissenschaften geschlagen. Der Vortragende hob hervor, dass ein Bedarf best&uuml;nde, weitere Br&uuml;cken in klinischen und wissenschaftlichen Settings zu bauen, um Palliative Care letztlich in eine globale Dimension weiterzuentwickeln.</p> <h2>International Breathlessness Conference</h2> <p>Es scheint ein &Uuml;bel grosser Kongresse zu sein, dass immer &ouml;fter mehrere Sitzungen zeitgleich geplant werden, um das Informationsangebot zu verdichten und so auf keine Session verzichten zu m&uuml;ssen. Dies machte es dem interessierten Besucher jedoch unm&ouml;glich, an allen relevanten Sitzungen teilzuhaben. Der EAPC-Kongress scheint bedauerlicherweise nun eben auch diesen Weg zu gehen; an beiden Kongresstagen wurden bis zu acht &bdquo;parallel sessions&ldquo; simultan angeboten. Dem Rezensenten war es daher nur m&ouml;glich, an jeweils einer der vielen angebotenen Sessions teilzunehmen. Der Freitagvormittag war unter anderem der Bewertung und dem Management des Symptoms der Atemnot gewidmet. Zum Assessment von Dyspnoe in der klinischen Praxis nahm Steffen Simon, K&ouml;ln (D), in einer &Uuml;bersicht Stellung. Die Beurteilung von Atemnot sollte stets Bestandteil einer umfassenden Symptomeinsch&auml;tzung bei lebensbegrenzenden Erkrankungen sein. Goldstandard ist hierbei die Selbsteinsch&auml;tzung durch den Patienten. Sollte diese nicht m&ouml;glich sein, ist ein &bdquo;Proxy-Assessment&ldquo; durch Pflegende oder Mediziner erforderlich. Hierf&uuml;r existieren gut validierte Tools. Kontinuierliche und episodische Atemnot sollten differenziert werden, um die therapeutische Strategie zu optimieren. Letztlich seien die Therapiepl&auml;ne immer individuell zu entwickeln und abzustimmen. Matthew Maddocks, London (UK), fasste die M&ouml;glichkeiten der nicht medikament&ouml;sen Therapie zusammen; hierzu z&auml;hlen beispielsweise Atemtraining, Lagerung, Akupressur, Entspannung, Bewegungshilfen und physisches Training. Nur Opioide h&auml;tten eine substanzielle Evidenz in der medikament&ouml;sen Therapie des Symptoms Atemnot, f&uuml;hrte Miriam Johnson, Hull (UK), aus.</p> <h2>Pflegemanagement als Schwerpunkt</h2> <p>Gunn Grande, Manchester (UK), widmete sich dem bedeutungsvollen Thema der Unterst&uuml;tzung famili&auml;rer Pflegender in der Palliativversorgung, ohne welche eine zufriedenstellende ambulante Patientenversorgung undenkbar w&auml;re. Die Angeh&ouml;rigen geraten meist unvorbereitet in diese Rolle, lernen durch &bdquo;trial and error&ldquo; und leiden durch die Pflege ihres Angeh&ouml;rigen oftmals unter psychologischen, physischen, sozialen und finanziellen Belastungen. Bisherige Interventionen in Studien h&auml;tten nur eine geringe Auswirkung auf die Verbesserung der Situation der pflegenden Angeh&ouml;rigen gezeigt, sodass weitere Wege gesucht werden m&uuml;ssten, um diesen Menschen zur Seite zu stehen. Die Unterst&uuml;tzung der Pflegenden m&uuml;sse in die regul&auml;re Krankenversorgung integriert werden. Dies habe eine Reihe von Konsequenzen, wie die Eigenwahrnehmung als pflegende Laien, die Abstimmung mit der T&auml;tigkeit der professionellen Pflegenden und der Haus&auml;rzte, die Beachtung von Ver&auml;nderungen der famili&auml;ren Strukturen, einer alternden Population und der Herausforderungen einer multikulturellen Gesellschaft. Letztlich ist die Unterst&uuml;tzung der pflegenden Angeh&ouml;rigen relevant f&uuml;r die Sicherstellung der Betreuung des Patienten, aber auch f&uuml;r die St&uuml;tzung des eigenen Wohlbefindens der Pflegenden.</p> <h2>Advance Care Planning</h2> <p>Fragen des Pflegemanagements hatten einen angemessen grossen Raum auf dem 15. Kongress der EAPC.<br />In einer Parallel Session zum Thema &bdquo;advance care planning&ldquo; (ACP) gab Bernard Hammes, La Cross (USA), einen &Uuml;berblick &uuml;ber deren Implementation in die t&auml;gliche Praxis. Ein ACP-System beinhaltet organisierte Abstimmungen zwischen Personal und Patienten, wobei f&uuml;nf Schritte zu beachten sind:</p> <ol style="list-style-type: undefined;"> <li>strukturierte Gespr&auml;che zum Thema mit dem Patienten zu festgesetzten Zeitpunkten im Betreuungsverlauf;</li> <li>die Einbeziehung des Patienten in die Planung der k&uuml;nftigen Versorgung;</li> <li>die Einbeziehung von Patienten, pflegenden Angeh&ouml;rigen und Pflegepersonal in die Planung;</li> <li>der Plan muss dem Pflegepersonal auch in der Zukunft zug&auml;nglich sein;</li> <li>wenn n&ouml;tig wird der Plan respektvoll und achtsam durch die behandelnden &Auml;rzte genutzt.</li> </ol> <p>Zur Problematik des Erreichens eigener Kompetenz zur Diskussion von Fragen des ACP &auml;usserte sich Ur&scaron;ka Lunder, Golnik (SLO).</p> <h2>&bdquo;End-of-life care&ldquo; und Einfluss auf Sterbeort</h2> <p>Der Untersuchung von Trends zum Sterbeort wurde ebenfalls eine eigene Session gewidmet. Dieser Problemkreis hat auch als Qualit&auml;tskriterium einen enormen Stellenwert, gerade in der h&auml;uslichen Versorgung. Barbara Gomes, London (UK), gab einen &Uuml;berblick &uuml;ber die Entwicklung der Sterbeortforschung mit einer Metaanalyse von Daten aus 1.584 Publikationen. Die jeweilige Versorgungssituation in den verschiedenen L&auml;ndern Europas wird gepr&auml;gt durch klinische und individuelle Faktoren sowie Umweltfaktoren. Auswirkungen auf Patienten und deren Familien, Personal, Provider und Gesundheitspolitik beeinflussen k&uuml;nftige Trends in der Mikrogeografie von Tod und Sterben. Dirk Houttekier aus Br&uuml;ssel (B) analysierte die Verschiebungen der Sterbeorte in den Jahren 1998 bis 2013 in Flandern. Die Zahl der Todesf&auml;lle in Krankenh&auml;usern infolge chronischer lebensbedrohlicher Erkrankungen ging zwischen 1998 und 2007 von 55,1 % auf 51,7 % zur&uuml;ck. Dieser R&uuml;ckgang galt nicht f&uuml;r Singles und Menschen aus Grossfamilien. Todesf&auml;lle von Pflegeheimbewohnern gingen von 31 % auf 21,5 % zur&uuml;ck und waren assoziiert mit der Umwandlung von Heimbewohnerbetten in Pflegeheimpl&auml;tze. In Belgien, den Niederlanden, England und Wales ist die Zahl der Krankenhaussterbef&auml;lle, die auf Demenz oder Krebserkrankungen zur&uuml;ckzuf&uuml;hren sind, r&uuml;ckl&auml;ufig. Dieser Trend deute auf eine bessere Qualit&auml;t der &bdquo;end-of-life care&ldquo; in Belgien und Europa hin.<br />Dem grossen Angebot oraler Pr&auml;sentationen stand eine ungleich gr&ouml;ssere Anzahl von Posterbeitr&auml;gen gegen&uuml;ber, die zum grossen Teil die facettenreiche, bunte Landschaft der Palliative Care weltweit abbildete.</p></p> <p class="article-quelle">Quelle: Zwickau/Neustadt<br/> Quelle: 14. World Congress der EAPC 2015, „Building bridges“, 8.–10. Mai 2015, Kopenhagen </p>
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